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Auktion Teddybären erobern Sammlerherzen

04.12.2001 ·  Daniel Agnew, Leiter der Teddybär Abteilung bei Christe's in London ist über das Ergebnis der Auktion am Montagabend begeistert.

Von Katja Blomberg
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Die wertvollsten Teddybären der Schmusetier-Auktion, die gestern Abend bei Christie's in London absolviert wurde gingen in britischen Privatbesitz: drei Bären aus dem Hause Steiff von 1904, 1907 und 1908 bildeten die Spitzenstücke einer im ganzen höchst erfolgreichen Auktion.

Nicht alle Stofftiere, die an diesem Montag im Londoner Auktionshaus Christie's unter den Hammer gekommen sind sind Bären. Hasen, Mäuse und Elefanten sind auch dabei gewesen. Aber die Bären, mit ihrem goldenen, beigen, blonden, braunen oder zimtfarbenen Mohair-Fell, mit ihren freundlich-traurigen Knopfaugen und der friedlichen Sitzhaltung stahlen allen anderen die Schau.

Elefantennadelkissen

Dabei geht die Geschichte der Stoff-Spieltiere ursprünglich auf Nadelkissen in Form von Elefanten zurück. Margarete Steiff hatte 1880 zuerst sechs Elefantennadelkissen als Weihnachtsgeschenk genäht. Später sollten diese Elefanten nicht nur in das Logo der gleichnamigen Firma eingehen, sondern auch immer wieder, wahrscheinlich als Werbegeschenk, an besondere Freunde des Steiff-Imperiums verteilt werden.

In der Londoner Auktion wurde eines dieser heute seltenen Elefantennadelkissen aus den 20er Jahren angeboten, dass dem damaligen Vertreter von Steiff in London, George D. Prince, gehört hat, der die deutsche Firma verließ, sobald die Nazis an die Macht kamen. Das Nadelkissen wurde mit 600-800 britischen Pfund angesetzt.

Die Teddybären sind eine deutsche Erfindung aus dem Hause Steiff. Genauer war es Richard Steiff, der 1902 den ersten beweglichen Plüsch-Bären fertigen ließ. Er war der Neffe der Firmengründerin Margarete, die Zeit ihres Lebens im Rollstuhl saß und 1893 in der Nähe von Ulm ihre Werkstatt in eine kleine Fabrik verwandelt hatte. Vorbild der Teddys waren die Bären im Stuttgarter Zoo. Dort hatte Richard Steiff bei einem früheren Besuch ausführlich Skizzen nach einer Bären-Familie gemacht.

Ein Jahr später zeigte Steiff seinen neuen Bären auf der Messe in Leipzig. Ein amerikanischer Käufer soll gleich 3000 Stück auf einmal bestellt haben. Steiff verfeinerte den Prototyp, der dann 1905 mit schnurlos angesetzten Gliedmaßen, in der richtigen Spielgröße und leicht von Gewicht als klassischer Typ in die Geschichte einging. Seit 1904 trugen die Bären bereits ihr bewährtes Markenzeichen, den Knopf im Ohr, der im Mai 1905 als rechtlich geschütztes Markenzeichen anerkannt wurde.

Bären werden immer wertvoller

Christie's konnte an diesem Montag immerhin ein Exemplar von 1907 anbieten, das auf 7000 - 10.000 britischen Pfund geschätzt war und für 8.812 britische Pfund in den amerikanischen Handel ging. Im Jahr 1907 wurden immerhin 974.000 Stoffbären bei Steiff produziert. Aber entweder wurden sie verbraucht und zu Tode geknutscht, oder sie sind, wenn die Kinder größer wurden, einfach gedankenlos entsorgt worden.

Seinen Namen erhielt der Teddybär, - der natürlich bald auch von anderen Firmen hergestellt wurde und in Exemplaren von Farnell, Schuco, Chad Valley, Crämer und Merrythought bei Christie's angeboten wird - übrigens von dem amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt, den seine Freunde "Teddy" nannten.

Seit 1907 ist der Teddybär ein Kultobjekt und zwar sowohl in den Vereinigten Staaten wie in ganz Europa. Hier gehörte er zu fast jeder Kindheit dazu und es mutet immer noch merkwürdig an, dass Menschen diese liebgewordenen Tiere, die stets fester Bestandteil eines Familienverbunds sind, einfach verkaufen.

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