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Auktion in London Die Sammlung von Gunter Sachs

 ·  Gunter Sachs hinterlässt eine bedeutende Kunstkollektion. Sie zeigt, wie weit sein Blick tatsächlich reichte. Schon bald soll sie in London zur Auktion kommen.

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© dapd Begegnung mit dem frühen Selbst: Gunter Sachs im Jahr 2008 vor den Porträts, die Andy Warhol in den Siebzigern von ihm machte

Teile der Kunstsammlung von Gunter Sachs werden noch in diesem Frühjahr in London versteigert. Nach Informationen dieser Zeitung hat das Auktionshaus Sotheby’s den Verkauf übernommen. Dazu ist auf Nachfrage allerdings kein Kommentar zu erhalten, entsprechend auch nicht über den Inhalt der Auktion. Es ist zu vermuten, dass es sich um Werke der Nachkriegs- und Gegenwartskunst handelt, möglicherweise auch um Arbeiten von Sachs selbst, der sich mit seinen ästhetischen Fotografien international einen Namen gemacht hat.

In den vergangenen Jahren ist weithin bekannt geworden, dass Gunter Sachs schon seit Ende der fünfziger Jahre eine immense, hochbedeutende Sammlung aufgebaut hat, die nicht nur zeitgenössische Kunst umfasst, sondern auch Werke des Art Déco und Art Nouveau. Berühmt geworden ist sein Kontakt zu Andy Warhol, dessen Arbeiten er 1972 in seiner Galerie in der Milchstraße in Hamburg ausstellte. Weil damals niemand dort kaufte, erwarb Sachs selbst aus der Ausstellung wichtige Bilder des amerikanischen Pop-Art-Künstlers. Hinzu kamen frühe Werke von Roy Lichtenstein und Tom Wesselmann. Zuvor hatte das Interesse von Sachs schon Jean Fautrier gegolten oder den französischen Nouveaux Réalistes wie Yves Klein und Arman. Ein Magritte aus der Kollektion Sachs hing bis zum 26. Februar in der umfassenden Retrospektive des Künstlers in der Wiener Albertina.

Ein ungewöhnlicher Repräsentant der alten Bundesrepublik

Gunter Sachs begründete, das ist sattsam bekannt, in den Sechzigern seinen Ruf als Playboy, auch durch seine kurze Ehe mit dem französischen Filmstar Brigitte Bardot. Seit 1969 bis zu seinem Freitod am 7. Mai 2011 war er mit der Schwedin Mirja Larsson verheiratet. Seine Stilsicherheit, Eleganz und Weltgewandtheit machten ihn zum ungewöhnlichen Repräsentanten der alten Bundesrepublik. Zunehmend rückten, nach dem gesellschaftlichen Glanz der frühen Jahre, sein unternehmerisches Geschick, seine erfinderische und künstlerische Begabung, seine wissenschaftlichen Ambitionen und eben die passionierte Sammlertätigkeit in den Blick der Öffentlichkeit. Das war ihm wichtig. Seine wohltätigen Aktivitäten hat er stets diskret behandelt. Dass ihn diese Zeitung als einen ihrer Autoren schätzte, sei auch erwähnt.

Nun bleibt vorerst, den Londoner Auktionskatalog abzuwarten. Er wird zweifelsohne internationales Interesse wecken, allein schon der Provenienz halber. Und er sollte der Sorgfalt und Genauigkeit gerecht werden, die der Persönlichkeit von Gunter Sachs eigen war.

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Jahrgang 1956, Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

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