http://www.faz.net/-gqz-6vjx2

ARD-„Tatort“ : Til Schweiger wird Fernsehkommissar

Til Schweiger wird neuer Hamburger „Tatort“-Kommissar Bild: dpa

An dem Schauspieler scheiden sich seit je die Geister. Das wird beim „Tatort“ des NDR nicht anders sein. Der Intendant sagt nur: „Die Besten gehören ins Erste.“

          Was einige Spatzen in der Produktionsbranche schon von den Dächern pfiffen (F.A.Z. vom 11. September), ist jetzt amtlich: Til Schweiger wird neuer „Tatort“-Kommissar für den Norddeutschen Rundfunk. Der entsprechende Vertrag wurde in dieser Woche unterschrieben. Schweigers Rolle als Kommissar werde direkt bei der Kriminalpolizei Hamburg angesiedelt sein, teilt der NDR mit. Schweigers Vorgänger Mehmet Kurtulus spielte die Figur des Cenk Batu, der als verdeckter Ermittler agiert.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der erste Fall mit Til Schweiger in der Hauptrolle soll im September 2012 gedreht werden. Zurzeit werde das erste Drehbuch für den neuen Hamburger „Tatort“-Kommissar entwickelt. Schweiger wird dem NDR pro Jahr für jeweils einen Film zur Verfügung stehen.

          „Der erfolgreichste deutsche Kinostar“

          Der Abschied von Mehmet Kurtulus war im Frühjahr bekannt geworden. Seit ein paar Wochen gab es das Gerücht, dass Til Schweiger der nächste NDR-Kommissar in Hamburg werden würde. Sowohl vom NDR als auch von Schweiger hatte es dazu geheißen, dass man sich an „Spekulationen“ nicht beteiligen wolle.

          „Schon als Schauspielschüler habe ich davon geträumt, einmal als Gast im ,Schimanski‘ mitzuspielen. Jetzt werde ich selber Kommissar, und zwar in der schönsten Stadt Deutschlands. Ich freue mich wahnsinnig auf diese neue Aufgabe!“, sagte Til Schweiger zu seinem neuen Engagement. Der NDR-Intendant Lutz Marmor übte sich in Superlativen: „Die Besten gehören ins Erste“, sagte Marmor. „Der ‚Tatort‘ ist Deutschlands TV-Krimi Nr. 1. Ich freue mich sehr, dass wir den erfolgreichsten deutschen Kinostar für den NDR-‚Tatort‘ aus Hamburg gewinnen konnten.“

          Der Hang zu großen Namen

          Und in der Tat ist Schweigers Verpflichtung für den „Tatort“ außergewöhnlich, unterstreicht aber auch den Hang zu großen, schon etablierten Namen - beim Hessischen Rundfunk fällt die Verpflichtung Ulrich Tukurs in eine ähnliche Kategorie. Auch Tukur - viel beschäftigt fürs Kino und am Theater - spielt seinen Kommissar nur einmal im Jahr. Die Geschichte ist obendrein so angelegt, dass es mit dem - krebskranken - Kriminalbeamten jederzeit vorbei sein kann.

          Die Schauspieler Mehmet Kurtulus (links) und Til Schweiger
          Die Schauspieler Mehmet Kurtulus (links) und Til Schweiger : Bild: dpa

          Mit seinen Komödien lockt der neue NDR-Kommissar Til Schweiger Millionen ins Kino, die Filmkritiker konnte der Schauspieler und Produzent derweil nie überzeugen. Im Fernsehen hat man ihn seit Urzeiten nicht gesehen. Seine letzte Fernsehrolle spielte Schweiger vor fünfzehn Jahren an der Seite von Hannelore Elsner in der Serie „Die Kommissarin“. Das Fernsehen hatte Schweiger bekannt gemacht, mit der Rolle des Joshua Zenker in der „Lindenstraße“, danach gab es nur kleine Auftritte, darunter einen misslungenen in der eher unterirdischen RTL-Show „Mission Hollywood“.

          Til Schweiger ist mit dem Standort Hamburg der Dritte in der „Tatort“-Riege des NDR - neben Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm, Hannover) und Axel Milberg und Sibel Kekilli in Kiel.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Star Wars erklärt in drei Minuten Video-Seite öffnen

          Science-Fiction : Star Wars erklärt in drei Minuten

          Oh oh, was wenn bei der nächsten Party alle über Star Wars reden? Damit Sie mithalten können, kommt hier der schnelle und lustige Überblick über alle Episoden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Antisemitismus in Europa : Trump ist nicht schuld am Hass auf die Juden

          Die antijüdischen Vorfälle in Berlin und anderen europäischen Städten haben nichts mit Donald Trumps Entscheidung zu tun, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die wirklichen Ursachen für den europäischen Antisemitismus liegen viel tiefer. Ein Gastbeitrag.

          Staats-Doping in Russland : Die Lunte im Fußball brennt

          Was bedeutet das russische Staats-Doping für die Fußball-WM? Der Fußball-Weltverband schweigt beharrlich. Nun aber könnte ein brisanter Datensatz das Bollwerk der Fifa sprengen.

          Europas Finanzzentrum : Wie Londons Banken den Schmalspur-Brexit planen

          Die Manager in Europas größtem Finanzzentrum fürchten zwar den EU-Austritt Großbritanniens, doch die Folgen für die Banken in London bleiben vorerst überschaubar. Fällt der „Brexodus“ gar gänzlich aus?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.