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Architektur Pritzker-Preisträger Herzog & de Meuron: Gerne mal zum FC Basel

 ·  An diesem Montag wird der Pritzker-Preis 2001 an die Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron verliehen.

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Jacques Herzog und Pierre de Meuron sind im Hoch. Heute erhält das Architekten-Team die höchste Auszeichnung der Branche, den mit 100.000 Mark dotierten amerikanischen Pritzker-Preis für die Gestaltung des im letzten Jahr eröffneten Tate Modern Museums in London.

Auch andere Projekte der beiden Baumeister, die ihr Hauptbüro unter dem Namen „Herzog & de Meuron“ in Basel haben, „brummen“: München shoppt durch die Edelboutiquen in den neuen Passagen der Hypo-Bank, vor wenigen Wochen eröffnete der FC Basel sein neues Stadion, und für Prada sind eine ganze Reihe von Bauten in Planung.

Konzentriert und vielfältig

Das Preiskommittee, das letztes Jahr den Niederländer Rem Koolhaas auszeichnete, würdigt mit der Vergabe in 2001 ein Werk, das in den letzten 20 Jahren eher still und konzentriert entwickelt wurde, aber der zeitgenössischen Architektur überaus innovative Impulse gab.

Gleich das erste Gebäude, das die Basler vom Jahrgang 1950 bauten, hüllten sie in eine hellblaue Farbschicht, die so pudrig war, dass das Volumen fast verschwand und der bewohnbare Baukörper einer Fata Morgana glich. Fassaden zu bemalen war damals, 1979, bei Architekten, die auf sich hielten, fast genauso verpönt wie der Einsatz schlichter Materialien, mit denen Herzog & de Meuron experimentierte. Für ein Fotostudio in Weil am Rhein verwendete das Team Dachpappe als Fassadenmaterial. In einem privaten Garten baute es einen Pavillon aus Sperrholz um einen prächtigen Baum herum.

Die Zufallsarchitektur der Hinterhöfe interessierte die Architekten genauso wie die Bauten der 60er Jahre, die überall die Städte verstopften. Wertungen trafen Jacques Herzog und Pierre de Meuron von Anfang an keine. Sie waren neugierig, nicht arrogant. Die Stadt war für sie ein organisches Gebilde, in dem Zusammenhänge so wichtig schienen wie der einzelne Entwurf. Die Gefühle und Bedürfnisse, die sie dabei empfanden, wollten sie bauen. Architektur war für sie von Anfang an eine Sprache über die Welt und die eigene Gegenwart.

Materialien neu eingesetzt

Ihre Möglichkeiten haben sie ausgetestet und erweitertet. Fast jeder Entwurf fragt nach den Spielregeln dieser Sprache und sucht sie der Gegenwart anzupassen. Dazu gehört der unkonventionelle Umgang mit klassischen Materialien wie Beton in einem Wohnhaus mit Galerie oder mit Glas bei der Spitalapotheke in Basel. Dazu gehört auch eine unvoreingenommene Sichtung von Tabus. Dass das Ornament „ein Verbrechen“ sei, galt in der Architektur der Moderne fast ein Jahrhundert lang als ausgemacht. Bis Herzog & de Meuron 1999 die Bibliothek der Fachhochschule in Eberswalde bei Berlin in eine bedruckte Hülle steckte.

Dass ein Haus fest auf dem Boden steht, ist selbstverständlich. Doch in Leymen bauten die Architekten ein Wohnhaus, das auf Stützen steht und wie eine Sänfte davon zu schweben scheint. In diesen innovativen Umgang mit der eigenen Disziplin beziehen sie viele mit ein. An ihre Seite sind längst die Partner Christine Binswanger und Harry Gugger getreten. Über 120 Mitarbeiter arbeiten weltweit an zahlreichen Projekten. Bei einem Kaffee auf dem Fabrikareal am Basler St. Jakobstor, das Herzog & de Meuron inzwischen belegt, diskutieren sie das letzte Spiel des geliebten FC Basel genauso intensiv wie die neuesten Architekturprojekte.

Im Dialog mit der Kunst

Nicht zuletzt lassen sich die Baumeister immer wieder von Kunst inspirieren. Bruce Nauman oder die Minimal Art gehören dazu. Vielleicht hat Herzog & de Meuron deshalb eine ganze Reihe überzeugender Museumsbauten projektiert. Die Minimal-Kiste, die sie mit der Sammlung Goetz in München einst miterfanden, ist jedoch längst zu einer unter vielen Sprachformen geworden. Jüngste Entwürfe zeigen neben raffinierten Fassaden frei fliessende Räume.

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