30.09.2003 · Der Wiederaufbau des Stadtschlosses muß ruhen, weil die Berliner Haushaltslage die Investition in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro nicht zuläßt.
Für den geplanten Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses gibt es eine zweijährige Zwangspause. Die Arbeitsgruppe Schloßareal beschloß am Dienstag ein entsprechendes Moratorium. Nach Angaben von Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) läßt die derzeitige Haushaltslage die Investition in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro nicht zu.
Ungeachtet dessen plädierte die Arbeitsgruppe ebenfalls einstimmig für einen baldigen Abriß des Palastes der Republik. Er steht auf einem Teil des früheren Geländes des Stadtschlosses. Es war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden. Die Reste wurden vom SED-Regime gesprengt.
Entscheidung erst bei besserer Haushaltslage
Weiss sagte, eine Entscheidung solle erst dann getroffen werden, „wenn die Reformen der Bundesregierung greifen und sich die Haushaltslage spürbar verbessert hat“. Vorrang habe im Moment bei der schwierigen Finanzsituation einzig die Vollendung der Museumsinsel.
Die Stadtschloß-Planung war in den vergangenen Wochen vor allem wegen der offenen Nutzungsfragen ins Stocken geraten. Das ursprüngliche Vorhaben vorwiegend kultureller Nutzung durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin rechnete sich nicht.