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Architektur : Europas erster Trump-Tower setzt auf Sicherheit

  • -Aktualisiert am

Transparente Fassade mit Pfeilern aus Architekturbronze: Der Trump-Tower im Modell Bild: Schweger + Partner

Die Sicherheit stand oben an, als jetzt entschieden wurde, welcher Architekt den ersten europäischen Trump-Tower bauen darf.

          Er soll dem Brand - und auch dem Feuer einer vollgetankten Kerosinbombe - bis zu zwei Stunden trotzen. Seit Mittwoch Nachmittag steht fest, wer den ersten europäischen Tower des amerikanischen Immobilien-Tycoons Donald Trump bauen darf. Es ist der Hamburger Architekt Peter Schweger.

          Schwegers Modell hielt die Gutachterkommission für sicher genug und womöglich sicherer, so der Architekt in einem Gespräch mit FAZ.NET, als das seines Mitbewerbers Murphy / Jahn aus Chicago, dessen Büro für den äußeren Cube eine Stahlkonstruktion statt Versteifungen aus Betonkernen vorgeschlagen hatte.

          Die Entscheidung über den Zuschlag war nach den Terroranschlägen vom 11. September zunächst verschoben worden, denn der Einsturz des World Trade Centers in New York hatte die Kommission gegenüber den Sicherheitsaspekten des zu bauenden Hochhauses sensibilisiert.

          Hochdruckfähiger Beton

          "Ohnehin haben wir in Deutschland wesentlich schärfere Vorschriften als in Amerika", sagt Peter Schweger und zählt auf "zwei feuerbeständige Fluchttreppenhäuser, die unter Drucklüftung stehen, so dass keine Verrauchung stattfinden kann; Baumaterial aus hochdruckfähigem Beton, das bei Feuergefahr wesentlich länger hält als eine ummantelte Stahlkonstruktion."

          Schweger ist erfahren im Hochhausbau. Zu den jüngeren, bedeutenden Bauwerken seines Büros gehören der Main-Tower in Frankfurt, aber auch das Kunstmuseum in Wolfsburg. Beachtung fanden auch die Umbauten für das Karlsruher Zentrum für Medientechnologie und das Bundesratsgebäude in Berlin.

          Statt 200 Meter nur "150 plus 30"

          So hoch wie ursprünglich vorgesehen, wird Trumps Tower aber nicht. Der Stuttgarter Stadtplanungsausschuss, der zunächst an eine Höhe von 200 Metern und mehr gedacht hatte, will vielmehr das Modell "150 plus 30" prüfen, bei dem auf einen 150 Meter hohen Turm eine Spitze von 30 Metern aufgesetzt wird.

          Allerdings liegt nach Meinung Schwegers der Reduzierung der ursprünglich angedachten Höhe kein verschärfter Sicherheitswille zugrunde. "Das war wohl eine städtebauliche Überlegung, genauso wie diejenige, das Haus nicht als Solitär zu erbauen, sondern es mit vier anderen Häusern zu flankieren." Ein Quartier wolle man anlegen, um dem Gebiet mehr Urbanität zu verleihen. Hierfür hätte sich der quadratische Grundriss seines Entwurfes auch besser angeboten als der runde seines amerikanischen Konkurrenten.

          Mit der Realisierung des ersten Trump-Towers in Europa soll im kommenden Jahr begonnen werden. Anfang 2004 soll das 50 Stockwerke umfassende Wohn- und Bürogebäude fertig sein. Die Baukosten werden auf 500 Millionen Mark (356 Millionen Euro) geschätzt. Eine Mehrheit im Gemeinderat für das Projekt gilt als sicher.

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