03.12.2003 · Jüdische Gemeinden sowie mehrere Zeitungen haben den Bericht über Antisemitismus veröffentlicht, den der Auftraggeber, eine Wiener EU-Behörde, bislang unter Verschluß gehalten hatte.
Die jüdischen Gemeinden in Großbritannien und Frankreich haben den im Auftrag der EU-Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Wien erarbeiteten Bericht über Antisemitismus in eigener Initiative veröffentlicht. Darauf hat der CDU-Europaabgeordnete Laschet am Dienstag hingewiesen.
Es sei unannehmbar, daß das Zentrum sich aus politischen Gründen geweigert habe, die Studie vorzustellen. "Es ist peinlich, daß die jüdischen Gemeinden in Frankreich und Großbritannien diese Studie selbst veröffentlichen müssen, weil das mit europäischen Steuergeldern finanzierte Institut die Ergebnisse unterdrücken will." Er forderte einen Betrag von sechs Millionen Euro, den die EUMC jährlich erhält, vorerst durch den Haushaltsausschuß des Europäischen Parlaments sperren zu lassen.
Jüdische Organisationen hatten der EU vorgehalten, den Bericht zu verheimlichen, weil darin Muslime in Europa für viele antisemitische Gewaltakte verantwortlich gemacht würden. Der Europäische Jüdische Kongreß warf der EU-Kommission vor, bei der Veröffentlichung von brisanten Studien unterschiedliche Standards anzuwenden. So sei eine EU-Umfrage, in der Israel als größte Gefahr für den Weltfrieden genannt werde, publik gemacht worden.
Die dänische Zeitung „Politiken“, die in Israel erscheinende „Jerusalem Post“ und der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit veröffentlichten die Studie ebenfalls.