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Albrecht Dürer Ist der weiße Schleier gelüftet?

25.06.2003 ·  Der Leiter des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg spricht von einer kunstgeschichtlichen Sensation: Das 1925 erworbene Bild einer Frau mit Schleier sei ein Werk Albrecht Dürers und zeige die Mutter des Renaissance-Künstlers aus Nürnberg.

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Nach jahrzehntelangem Expertenstreit soll die Echtheit eines Dürer-Gemäldes im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg nachgewiesen worden sein. Das Bild zeigt eine Frau mit weißem Schleier. Es wurde 1925 als Werk eines unbekannten Künstleres erworben. Schon lange gab es Mutmaßungen, es stamme von Dürer.

Der Malereiexperte des Nationalmuseums, der Schweizer Daniel Hess, hat jetzt das Werk mit dem in Florenz hängenden Bild von Dürers Vater verglichen und das Doppelbildnis von Dürers Eltern bis in dessen Privatbesitz zurück verfolgt.

Im Vorfeld einer großen Dürer-Ausstellung, die in der Wiener Albertina vom 5. September bis 30. November 2003 geplant ist, hat das Germanische Nationalmuseum eine erneute Untersuchung der beiden Gemälde veranlaßt. Die Unterschiede der beiden Bilder erklärte Hess damit, daß Dürer zuerst das Bildnis seiner Mutter malte und erst später zu einem Doppelbildnis ergänzte. „Sowohl die Überlieferung als auch die stilistische Untersuchung und der Vergleich der Malweise bestätigen die Zusammengehörigkeit beider Bildnisse“, sagte Hess.

Museumsleiter Ulrich Großmann sprach am Mittwoch von einer Sensation und einer der vielleicht wichtigsten kunsthistorischen Entdeckungen der letzten zwei Jahrzehnte. Zwar hatte die amerikanische Forscherin Lotte Brand Philipp das verschollen geglaubte Bildnis von Dürers Mutter bereits 1979 dem Werk Albrecht Dürers zugewiesen. Obwohl es eine ähnliche rückseitige Bemalung und gleiche Inventar-Nummern wie das Bildnis von Dürers Vater aufweist, blieb die Zuordnung jedoch in der Folgezeit umstritten.

Das 1490 entstandene Bildnis von Dürers Mutter ist am Mittwoch in den Kreis der sechs weiteren Dürer-Gemälde des Germanischen Nationalmuseums aufgenommen worden. In Wien werden beide Bilder der Dürer-Eltern erstmals gemeinsam gezeigt. Zwischen 1580 und 1628 waren die beiden Werke getrennt worden.

Dürers Werke, die Dürer-Schule und der bereits um 1500 einsetzende Dürer-Kult sollen laut Großmann eine zentrale Rolle bei der Neukonzeption der Dauerausstellung spielen, die nach der Sanierung der Galerie im Jahr 2008 im Nationalmuseum eröffnet werden soll.

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