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Akademie der Künste Adolf Muschg wird Nachfolger György Konrads

10.05.2003 ·  Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg ist am Sonnabend zum neuen Präsidenten der Berliner Akademie der Künste gewählt worden. György Konrad kündigte in seiner Abschiedsrede eine mögliche Übernahme der Akademie durch den Bund an.

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Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg ist am Sonnabend zum neuen Präsidenten der Berliner Akademie der Künste gewählt worden. Er ist Nachfolger des ungarischen Schriftstellers György Konrad, der seit 1997 im Amt war und nicht mehr kandidierte.

Muschg wollte sich am Abend bei der auch für das Berliner Publikum geöffneten, traditionellen „Langen Nacht“ der Akademie erstmals in seiner neuen Funktion der Öffentlichkeit vorstellen. Als Vizepräsident der Akademie wurde Matthias Flügge wiedergewählt.

Der in Zollikon bei Zürich geborene Muschg, der am Dienstag 69 Jahre alt wird, genießt in vielen Ländern hohes Ansehen und hat sich in seinem Heimatland auch gesellschaftspolitisch engagiert. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfaßt Romane, Erzählungen, Essays, Hörspiele, Drehbücher, Fernsehspiele und Theaterstücke. Zu seinen Romanen gehören „Albissers Grund“, „Das Licht und der Schlüssel“ und „Der Rote Ritter. Eine Geschichte von Parzival“.

Übernimmt der Bund?

György Konrad, der in der Mitgliederversammlung auch aus seinem jüngsten autobiografischen Roman „Glück“ gelesen hatte, kündigte in seiner Abschiedsrede eine mögliche Übernahme der Akademie durch den Bund an. „Es kann sein, daß die Bundesregierung unter Berücksichtigung der Verschuldung der Stadt in Absprache mit dem Berliner Senat die Akademie als eine in ihren Haushalt gehörende Institution übernehmen wird“, sagte der 70-Jährige.

Bei der Verabschiedung von Konrad sagte Akademie-Ehrenpräsident Walter Jens: „Wir verabschieden als Präsidenten einen vernünftigen Weltbürger.“ Konrad habe sein Amt meisterhaft geführt. Die Akademie wies darauf hin, Politiker und Künstler hätten Konrads überragendes Engagement für die internationale Öffnung der Akademie betont. Auch sei sein großer Anteil bei der von Jens begonnenen Vollendung des Vereinigungsprozesses der Ost- und West-Akademien hervorgehoben worden.

Die Akademiemitglieder, darunter der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass sowie Christa Wolf, Christoph Hein, Adolf Muschg, Walter Jens, Volker Schlöndorff und Peter Lilienthal, berieten auch über den schleppenden Baufortschritt beim Akademie-Neubau am Pariser Platz. Die Fertigstellung des 40-Millionen-Baus nach dem Entwurf des Bundestagsarchitekten Günter Behnisch wird jetzt im Frühjahr 2004 erwartet.

Udo Zimmermann folgt Beyer

Zum neuen Direktor der Abteilung Musik der Akademie wurde der Komponist und Generalintendant der Deutschen Oper Berlin, Udo Zimmermann, gewählt. Er tritt die Nachfolge von Frank Michael Beyer an. Der Theaterwissenschaftler und Hochschulleiter Klaus Völker löste Thomas Langhoff als Direktor der Abteilung Darstellende Kunst ab. Peter Härtling leitet weiterhin die Abteilung Literatur.

Am Samstagabend standen in der „Langen Nacht“ der Akademie noch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm, darunter eine Hommage zum 80. Geburtstag an den Ehrenpräsidenten der Akademie, Walter Jens. Zu anderen Programmpunkten wurden unter anderem die Schriftsteller Wolfgang Hilbig und Peter Bichsel, der Kabarettist Dieter Hildebrandt und der Schauspieler Dieter Mann erwartet.

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