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„Air“ Zurück von der Mondsafari

06.04.2007 ·  Mit ihrem neuen Album „Pocket Symphony“ wollen Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel zurückkehren zum soundtrackartigen Stil ihrer frühen Alben. Zur Abwechslung von einst sind die schwermütigen „Air“ nicht zurückgekehrt.

Von Martin Schlögl
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Das neue Album des französischen Pop-Duos „Air“ ist „Pocket Symphony“ betitelt. Dieser Name beschreibt den Inhalt jedoch nur unzureichend, auch wenn Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel ihr Werk durch den Verweis aufs Taschenformat von vornherein relativieren. Mit einer Sinfonie jedenfalls haben die zwölf Stücke nicht viel gemein, zeichnet diese Musikgattung sich doch gemeinhin durch vier Sätze aus, die sich in Tempo, Dynamik oder Tonart unterscheiden.

Doch zumindest Dynamik und Tempo dieser zwölf Stücke unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander. Die Tonarten variieren zwar; aber diese richten sich in der modernen Unterhaltungsmusik sowieso meist nach der Stimmlage des Sängers und dem Instrument, auf dem man ein Stück schreibt (etwa neunzig Prozent der kompletten Rockmusik sind in E- oder A-Dur komponiert, einfach weil die Gitarre sich für diese Tonarten anbietet).

Betont entspannt, fast schon sedativ

„Air“ machen auf dieser, ihrer mittlerweile vierten Platte jedoch nichts Neues: Ruhige und verträumte Stücke haben sie auch schon vorher produziert. Als ihr Debütalbum „Moon Safari“ 1998 erschien, war dieser watteweiche Sound, der auf analogen Synthesizern basierte, wie man sie in den siebziger Jahren verwendete, plötzlich wieder schwer in Mode. Aber dort hielten sich sanfte und poppige, also stärker rhythmusbetonte Stücke die Waage.

Das ist nun nicht mehr der Fall. Vom ersten bis zum letzten Stück herrscht eine betont entspannte, fast schon sedative Stimmung vor. Nicolas Godin beschreibt es folgendermaßen: „Wir haben uns dafür entschieden, zu einem soundtrackartigen Stil zurückzukehren, mit mehr Instrumentals und weniger richtigen Songs.“ Zurückzukehren? Vielleicht spielt Godin auf ihren Film-Soundtrack „The Virgin Suicides“ an, denn auch der war sehr sanft, passend zum Film trifft es auch das Wort „schwermütig“ ganz gut. Die Sounds haben sich kaum verändert: viel Elektronik, ein paar weiche Gitarren und hier und da noch ein anderes exotisches Instrument. Dennoch klingt das Album weitaus sparsamer und abgespeckter produziert als früher. Kein Stück, das so etwas wie Hitpotential aufwiese. Die Stücke funktionieren am besten in Verbindung mit den anderen. Sinfonie soll hier schlicht Gesamtkunstwerk bedeuten.

Air, Pocket Symphony. Labels/EMI 82625

Quelle: F.A.Z., 07.04.2007, Nr. 82 / Seite 44
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