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Afrika und die Raumfahrt Black Apollo

02.09.2010 ·  Die Afrikanische Union hat eine Machbarkeitsstudie in Auftag gegeben: Untersucht wird, wie Afrika ein wichtiger Player im globalen Raumfahrtprogramm werden könnte. Wir raten den Impulsgebern: Einsteigen, mitfliegen.

Von Klaus Ungerer
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Männer! Männer regieren die Welt, und voller Visionen sind sie auch. Kühne Taten gefallen ihnen: etwa wenn man mit großem Getöse etwas sehr weit hochschießen kann, in den Himmel hinein. Da sind Männer ganz bei der Sache, da können sie viel Geld und Herzblut investieren, um den Moment des großartigen Brennens, Lärmens und im Ungefähren des Himmels Verschwindens erleben zu dürfen. Bestandspflege dagegen ist ihre Sache weniger.

Nehmen wir zum Beispiel den Kontinent Afrika. Da gäb’s ja einiges zu tun für die dreiundfünfzig Staaten der Afrikanischen Union. Was man so hört, gibt es in diesen Ländern Millionen Aidskranke, Malariakranke, Unterernährte, von den eigenen Staatschefs oder ausländischen Konzernen Ausgeplünderte und Entrechtete... kann man nicht mehr hören? Genau. Das war wohl auch der Gedanke, der jetzt den Staatenlenkern der Afrikanischen Union gekommen ist. Nämlich: Afrika braucht dringend ein Weltraumprogramm! So funktionieren Männer. Überall auf Erden ein Elend und Dreck, dringend müsste aufgeräumt werden – so what?

Wenden wir den Blick also anderswo hin. Zu den Sternen. Zu panafrikanischen Visionen. Zu anderen, noch nicht zur Gänze aus der Gegenwart herausgeschälten Zeiten, in denen Afrika, wie jetzt von einem AU-Ministertreffen in Abuja/Nigeria überliefert wird, „ein wichtiger Player im globalen Weltraumprogramm“ werden wird. Die AU hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben: ob, wann und wie der Kontinent endlich seine eigene Weltraumbehörde, die ASA, bekommen kann. Damit die Herren der Schöpfung nicht länger warten müssen, stellen wir hier erste Ergebnisse zur Verfügung.

Erstens, ganz klar: Afrikanische Weltraumfahrt ist nicht nur wünschenswert, sondern auch überaus machbar, und wir sind uns ganz sicher, dass es eine Vielzahl europäischer, amerikanischer und chinesischer Firmen geben wird, die gerne das Ihre dazu beitragen werden. Zweitens: Da das benötigte Geld voraussichtlich zu neunzig Prozent in namenlosen Kanälen versickern wird, ist es ja eigentlich auch egal, ob es als Weltraum-, Gesundheits- oder Ernährungsprogramm deklariert ist. Drittens: Ja doch, das afrikanische Weltraumprogramm wird ohne Frage eine Erfolgsgeschichte. Wir raten dringend zu einem engagierten Mond- oder besser noch Marsprogramm und schlagen vor, dass die maßgeblichen Impulsgeber auf jeden Fall persönlich daran teilnehmen. Wir winken dann gern hinterher.

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