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„Abschied von gestern“ Alles ausprobiert, was ihm so einfällt

04.09.2007 ·  „Abschied von gestern“, der Anita G. durch Deutschland folgt, ist eigentlich ein Experimentalfilm, in dem Kluge, ganz am Anfang seiner Laufbahn, alles ausprobiert, was ihm so einfällt und was er in der Filmgeschichte aufliest.

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Bei den Filmfestspielen in Venedig 1966 erhielt Alexander Kluges „Abschied von gestern“ einen Silbernen Löwen, als erster deutscher Film seit 1941. Damals hatte „Ohm Krüger“ von Hans Steinhoff die Coppa Mussolini für den besten ausländischen Film gewonnen. In diesem Jahr nun ist Kluge am Lido eine Retrospektive gewidmet, gleichzeitig erscheinen seine Kinofilme auf DVD.

„Abschied von gestern“, der Anita G. durch Deutschland folgt, vom Gefängnis in Pensionen, zu Zimmerwirtinnen und vorübergehenden Liebhabern, durch immer noch zerbombte Städte, über Brücken, durch Brachen, in die Universität, in Gerichtssäle und zur Polizei, ist eigentlich ein Experimentalfilm, in dem Kluge, ganz am Anfang seiner Laufbahn, alles ausprobiert, was ihm so einfällt und was er in der Filmgeschichte aufliest, extreme Close-ups, rasende Kamerafahrten oder wacklige Aufnahmen aus der Hand, gefolgt von Standbildern, Ton- und Stummfilm, assoziativ montiert, abrupt beendet. Und dann ist da noch „Liebesversuch“, ein erschütterndes typografisches Meisterwerk.

Quelle: lue., Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.09.2007, Seite 37
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