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2006 Die Comebacks des Jahres

31.12.2006 ·  Auch im Jahr 2006 gab es zahlreiche Comebacks in Sport, Kultur und Politik. Manche waren erfreulich, manche traurig, manche vergeigt und manche einfach nur peinlich.

Von Peter Richter
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Auch im Jahr 2006 gab es zahlreiche Comebacks in Sport, Kultur und Politik. Manche waren erfreulich, manche traurig, manche vergeigt und manche einfach nur peinlich.

Axel Schulz - weil, als nach 23 Minuten und 38 Sekunden ein Brei namens Axel Schulz vom Ringboden gekratzt werden mußte, nicht nur die Farben Grün und Blau neu definiert waren, sondern auch, was "beschissen jeboxt" heißt. Beschissen jeboxt hatte nämlich Schulz' Gegner Brian Minto. Schulz dagegen hatte sich komplett kampflos verdreschen lassen. Es war das gescheitertste Comeback des Jahres - und zwar leider auch für diese ganze schöne Neunzigerjahrekultur der langen RTL-Boxnächte, mit Kai Ebel am Mikro, Scheinwerferkanonaden und aufgedonnerten Halbweltgestalten am Ring. Schade. Aber vielleicht besser so.

Loveparade - weil der Wiederbelebungsversuch im Juli gezeigt hat, daß die Berliner und ihre Loveparade endlich voneinander befreit werden sollten. Erspart den Polen die lange Anreise und verkauft sie nach Warschau!

Take That - weil es interessant war, zu sehen, was zehn Jahre aus den Gesichtern und Haaren von Boygroupboys machen, wohingegen die Musik . . . Tja, also, wie gesagt, interessant waren die Bilder.

Gerhard Schröder - weil: endlich wieder ein paar Machtworte. Und dann noch mit so einem prachtvollen Buchumschlag drumrum. Wie bei so richtigen Memoiren von so richtigen Politikern. Und so schön luftig. Und so herrlich viel Notwendigkeit zum Nachbessern. Und und und.

Atomangst - weil es zehn Jahre nach Tschernobyl in Schweden zu Zwischenfällen in Atomkraftwerken kommt, in Deutschland der Ausstieg aus dem Ausstieg diskutiert wird, die Nordkoreaner die Bombe testen und das Atomium in Brüssel auch fertig renoviert ist. Zufall? Achtziger-Revival? Muß das sein?

Günter Grass - weil der Mann echt mal weiß, wie, wo und wann man beim Schnurren-Erzählen die entscheidenden Pointen setzt. Außerdem schöne Wortwitze mit der eigenen Namensendung. Wäre nach alter Rechtschreibung nicht passiert, was?

Michael Schumacher - weil die atemberaubende Aufholjagd von São Paulo gewissermaßen der Beweis war, daß die ganz Großen es hinkriegen, schon ihren Abgang als ein einziges Comeback hinzulegen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31.12.2006, Nr. 52 / Seite 31
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