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Reaktion auf „Das Amt“ Westerwelle: Gewürdigt werden nur unbelastete Mitarbeiter

 ·  Bei der Vorstellung der Studie „Das Amt und die Vergangenheit“ wird Außenminister Guido Westerwelle sich an diesem Donnerstag auch zur Nachrufpraxis seines Ministeriums äußern. Exklusiv beschreibt er im Feuilleton der F.A.Z. die Grundzüge seiner Überlegungen.

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Wie unter meinen beiden Vorgängern erhalten ehemalige Angehörige des Auswärtigen Amtes mit einer nationalsozialistisch belasteten Vergangenheit auch jetzt keine Würdigung in ihren Nachrufen. Anders als bisher können aber alle übrigen ehemaligen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes wieder eine Würdigung erhalten.

Für mich ist es eine Frage der Pietät, dass man ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, die ein Berufsleben lang unter oft schwierigen Bedingungen und an zum Teil gefährlichen Dienstposten für unser Land gearbeitet haben und die keine nationalsozialistisch belastete Vergangenheit haben, würdigend gedenkt.

Ebenso klar ist für mich aber auch, dass Personen, bei denen eine nationalsozialistisch belastete Vergangenheit vorliegt, von einer solchen Würdigung ausgenommen werden.

Das ist der Sinn der neuen Praxis: verdiente Würdigung für unbelastete ehemalige Amtsangehörige, aber gründliche Prüfung jedes einzelnen Falles und keine Würdigung dort, wo eine nationalsozialistisch belastete Vergangenheit vorliegt.

In Zukunft soll im Lichte der Ergebnisse der Historikerkommission externer Sachverstand in den Fällen herbeigezogen werden, in denen Zweifel über eine nationalsozialistischen Verstrickung bestehen.

In gleicher Weise sollen im Licht der Studie sämtliche Bildergalerien etwa früherer Botschafter an den Auslandsvertretungen durch Hinzuziehung externen Sachverstands überprüft werden. Es geht nicht darum, einfach Bilder abzuhängen. Das Auswärtige Amt muss sich auch den dunklen Perioden seiner Vergangenheit stellen. In diesem Sinn könnte eine entsprechende Kenntlichmachung der nationalsozialistischen Vergangenheit der bessere und ehrlichere Weg sein.

Was die Forderung nach einer Umbenennung des Auswärtigen Amtes betrifft: Auch in anderen Ländern gibt es vergleichbare Bezeichnungen (Foreign Office, State Department). Im Übrigen steht der Name „Auswärtiges Amt“ inzwischen auch für sechzig Jahre gelungene Außen- und Friedenspolitik der Bundesrepublik Deutschland.

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