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Wien und seine Toten Es lebe der Zentralfriedhof

 ·  Der Zentralfriedhof ist so etwas wie der Heldenplatz der Wiener Totenverehrung. Keine andere Stadt rechnet ihre Toten so fröhlich zu den Lebenden - hier darf alles vergehen, nur der Abschied nicht.

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„Friedhofsbesuche“, schrieb Thomas Bernhard kurz vor seinem Tod, „sind die nützlichsten, sie dienen wie nichts der Belehrung und der Beruhigung.“ Amtsrat Professor Julius Müller sieht das ganz genauso. Professor Müller, der sich selbst als „Bestatter mit Leib und Seele“ bezeichnet, hat nicht nur fast dreißig Jahre lang als Beamter in der städtischen Verlassenschaftsabteilung gearbeitet, hat dort junge Berufskollegen ausgebildet und österreichweit Prüfungen im Gewerbe abgenommen - er ist auch der Gestalter des Wiener Bestattungsmuseums. Die zahllosen philosophischen und volkskundlichen und folkloristischen Einlassungen zum Tod in Wien kennt niemand besser als dieser pensionierte Amtsrat aus Wiener Neustadt. Zudem hat er mit weltweitem Radius alles Maßgebliche und Skurrile und Makabre zum Thema gesammelt und in bisher zwei Büchern herausgebracht. Das letzte heißt treffenderweise „Es ist fast ein Vergnügen zu sterben!“. Der Arbeitstitel des Werkes, an dem er gerade arbeitet, lautet „Eben war der Sarg noch da“.

Versöhnung und Beruhigung auf Wienerisch

Vor allem jetzt im Herbst haben die heiteren und tröstlichen Vorträge Julius Müllers über die ganz besondere Wiener Sterbekultur Konjunktur. Unübertroffen sind seine Friedhofsführungen - ganz im Sinne von Thomas Bernhards Einsicht: „Nirgendwo sonst kann sich ein heute doch überall gestörter Kopf konzentrieren.“ Ob über oder unter der Erde, möchte man hinzufügen, da auch Thomas Bernhard längst auf dem Grinzinger Friedhof liegt, auf dem ihm seit diesem Jahr sein alter Widersacher, der Kronenzeitungs-Chef Hans Dichand, friedvoll Gesellschaft leistet. Das ist Versöhnung und Beruhigung auf Wienerisch, wenns drauf ankommt: im Tode.

Professor Müller ist ein ausnehmend höflicher und umgänglicher Mann, dem nichts ferner läge, als sich über Tote lustig zu machen. Er hat nur - neben dem berufsbedingt pragmatischen Herangehen an die Thematik - immensen Respekt vor den Ritualen und Kunstformen, auch vor den Kunstfehlern und Merkwürdigkeiten, mit denen Menschen dieser einzigen Sicherheit ihres fragilen Lebens begegnen. Aber bei einer solchen Formulierung fangen die Fallstricke auch schon an. Gehört der Tod überhaupt zum Leben? Wer unter der sachkundigen Leitung von Julius Müller den Wiener Zentralfriedhof erkundet, hat an der handfesten Diesseitigkeit des Jenseits keinerlei Zweifel mehr.

Nirgendwo auf der Welt ist der Tod musikalischer

Müller ist, wenn er durch die zentrale Toranlage zu den Prominentengräbern strebt, keineswegs überrascht, dass bei der letzten Ruhestätte Beethovens und dem praktischerweise daneben stehenden Denkmal Mozarts (er liegt auf dem St. Marxer Friedhof) immer wieder Briefe an die Komponisten liegen; sie werden sogar von der Post ausgeliefert. Adresse: Central Cemetery, Vienna. An diesem trüben Herbsttag schmückt immerhin eine zerlesene Mozartbiographie das Monument, während aus nächster Nähe die Büsten von Brahms, des Komponistenclans Strauß, von Millöcker, Lanner oder von Robert Stolz durchs Gebüsch blicken. Nirgendwo auf der Welt ist der Tod musikalischer als hier.

Die inzwischen fast tausend städtischen Ehrengräber - angeführt vom ersten hier Bestatteten, einem gewissen Jakob Zelzer, Nummer 001 - machen den Wiener Zentralfriedhof im zentrumsfernen Simmering zu einem weltweiten Unikum. Sie werden kodifiziert und bei Bedarf erweitert von Andrea Rauscher, die die auch für die Abteilung Kommunikation der „Bestattung und Friedhöfe Wien“ zuständig ist. Mehr als diskrete Kundenpflege soll diese vorbildliche Pflege der funeralen Kulturdenkmäler ein Zeichen setzen, dass man in Wien die Toten als Teil der Stadt begreift - und nicht einmal als den belang- und leblosesten.

Lieferadresse „Zentralfriedhof, Hauptportal“

Andrea Rauscher kann die Listen der Ehrengrabbesitzer kaum überschauen, gehören doch Fußball-Legenden wie Matthias Sindelar und Ernst Ocwirk ebenso dazu wie Karl Kraus, Helmut Qualtinger, Ludwig Boltzmann oder der Wiener Bursch Hans Hölzl, der als „Falco“ weltberühmt wurde und heute wie unter einem Glasmonument mit einer Art Heiligenbild ruht. Andrea Rauscher kennt sich zwischen den Ehrengräbern ebenso gut aus wie in der syrisch-koptischen, der griechisch-orthodoxen und islamischen Abteilung, aber auch im Meditationshain und in der Grabstätte der Anatomie, in der diejenigen Wiener liegen, die das erste und letzte Eigentum- den Körper - der Wissenschaft geschenkt haben.

Andrea Rauscher genießt das Privileg einer Dienstwohnung auf dem Gelände. Dort kann sie mal die Ruhe, mal das Vogelkonzert genießen und erntet nur manchmal Erstaunen, wenn sie nach der Oper dem Taxifahrer als Adresse „Zentralfriedhof, Hauptportal“ angibt oder sich eine Pizza nach Hause bestellt. Genau betrachtet, wohnt sie aber gar nicht einsam, sondern hat Millionen von Nachbarn.

Nur Hamburg hat einen größeren Friedhof

Einzig vom Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg werden die zweieinhalb Millionen Quadratmeter des Zentralfriedhofs übertroffen. Dafür hat Wien mit etwa drei Millionen „Bewohnern“ (wie man bei der Bestattung ehrfürchtig sagt) die Nase vorn - eine Totenstadt am Rande der Metropole, die im Kaiserreich auf mindestens vier Millionen Menschen konzipiert war und für die Zukunft einen supermodernen, reibungslosen Beerdigungsbetrieb bekommen sollte. Der Zentralfriedhof war anfangs so entlegen, dass man nach der Eröffnung 1874 sogar erwog, eine pneumatische Rohrpost für Särge vom Karlsplatz aus einzurichten, damit die Pferdewagen nicht immer im Schnee steckenblieben.

Das bereits konzipierte und durchfinanzierte Projekt scheiterte einzig an der Pietät. Dafür geriet die Simmeringer Brauerei in ökonomische Schwierigkeiten, weil man das schmackhafte Produkt des örtlichen Grundwassers nurmehr als „Leichenbier“ bezeichnete. Und die Treibjagd, mit der die Fauna des Riesenareals dezimiert wurde, hat man erst 1986 eingestellt und seither einer bemerkenswerten Tierwelt freien Lauf gelassen. Nur die Krähen stören neuerdings, weil sie eine kulinarische Vorliebe für Wachskerzen entwickelt haben.

Nirgendwo lernt man Wien besser kennen

Niemand als Hofrat Julius Müller kennt besser die vielen Anekdoten und historischen Begebenheiten, alle Staatsbegräbnisse, aber auch den Ort, wo zerbombte Gräber der riesigen jüdischen Abteilung nach 1945 zu einem Mahnmal aufgehäuft wurden. Prof. Müller, dem das verwunschen-verlassene israelitische Areal mit den imposanten Familiengräbern der Schnitzlers, Hofmannsthals, Taussigs, Wassermanns besonders am Herzen liegt spricht ehrfürchtig von den „Bombenopfern“, um die sich wohl auch dann keine Angehörigen mehr kümmern könnten, wenn die Gräber intakt geblieben wären. Nirgendwo lernt man Wien besser kennen als auf diesem Areal, das von Wolfgang Ambros eine eigene Hymne erhielt: „Es lebe der Zentralfriedhof!“. Bürgermeister Karl Lueger, der ebenso für den Ausbau der Kaiserstadt zur modernen Metropole berühmt wie für seinen Antisemitismus berüchtigt bleibt, erhielt die monumentale Borromäuskirche als gewaltiges Mausoleum, in dem er auf einem Fresko im Büßerhemd ins Himmelreich auffährt. Drumherum um die „Lueger-Gedächtniskirche“ liegen draußen im schlichten Pantheon der Republik all die Präsidenten, Kanzler, Bürgermeister von Waldheim und Kreisky, von Figl bis Zilk, aber gleich daneben auch tragisch heimwehkranke Emigranten wie Arnold Schönberg und Franz Werfel.

Julius Müller, der sich zwischen den Ehrengräbern von Fritz Muliar, Theo Lingen oder Paul Hörbiger wie jeder Wiener als Bühnenkenner erweist, hat hier allerhand selbst erlebt. Etwa das vom Fackelschein erhellte Abendbegräbnis von Curd Jürgens, bei dem eine aufgeregt wartende Frau bekannte, sie habe über der ergreifenden Zeremonie die Grabpflege bei ihrem Mann völlig vergessen: „Naja, er wirds überleben.“ Müller erzählt von den pompösen Sinti-und-Roma-Gräbern, in denen ganze Sammlungen von Schweizeruhren und Geldscheinen versenkt wurden. Oder von der eigens eingerichteten Friedhofsbuslinie 106 „mit Rückfahrkarte für 65 Cent“. Müller erinnert sich selbstironisch, wie einmal an seinem schlechten Englisch eine Friedhofsführung für amerikanische Kollegen beinahe danebenging, bloß weil er partout auf die kulinarische Qualität von „Mozart Balls“ hinweisen wollte und die Gruppe peinlich berührt war. Jetzt weiß er sogar, dass das so modische „Public Viewing“ jenseits des Atlantiks nichts anderes meint als eine öffentliche Aufbahrung.

Eine schwer zu füllende Lücke

Die Toten zu den Lebenden zu rechnen, sie vielleicht sogar aus einem kritisch beäugten Dasein als die eigentlich Lebenden zu betrachten - diese gar nicht einmal religiöse Haltung macht wohl die Essenz des Wiener Totenkultes aus, den die katholischen Orden der Gegenreformation zusammen mit der Musik und dem Theater auf ewig im Wienerherz verankerten. Im Totenmarsch-Wiegeschritt der Wienerlieder geht es außer um den Wein vor allem um den Tod: Ein Wein wird sein, wenn wir schon nicht mehr sind, singt der Trinker. Der Fiakerkutscher stellt sich schwärmerisch seine letzte Fahrt über die Ringstraße vor. Das berühmte Hobellied handelt recht eigentlich von einem Sargtischler, den der Tod ins Jenseits herüberzupft. Das Krematorium wird eigens mit einem „Aschenlied“ geehrt. Und der Tod muss naturgemäß ein Wiener sein, denn jeder gute Gesang endet hier sentimental damit, dass der Petrus das Himmelstürl aufschließt und droben der Strauß und der Lanner zur Begrüßung aufgeigen.

Nirgendwo sonst kann man so zärtlich vom „Ginkerl“, dem Freund Hein nämlich, reden wie in Wien, dessen spirituelles Zentrum sich in der Kapuzinergruft bei den Habsburgersärgen befindet. „Hoamsaufn“ kann man sich in dieser Stadt, wenn einem das fade Diesseits nicht mehr, sondern nurmehr der Heurige schmeckt. Und den finalen Infarkt schickt eh niemand anderes als das putzige „Herzkaschperl“.

Julius Müller konnte das zärtliche Verhältnis der Wiener zum Tod im Bestattungsmuseum mit einer eindrucksvollen Sammlung von Partezetteln belegen, die später gerne auch als Lesezeichen genutzt werden. Da sind sie dann zeitlich auf Papier abgebildet, wie sie sich selbst ewig vorgestellt hatten, der Kardinal und der Bezirksbürgermeister, aber auch die „KuK Kassendirektorsgattin“ oder der „Bierversilberer“ oder der „bürgerliche Kanalräumer“. Nicht einmal im Tod sind sie alle gleich und müssen jeweils darauf hoffen, dass ihre Liebsten die passenden Worte fürs Ableben finden. Noch im Dienst, konnte der Amtsrat persönlich eine Witwe partout nicht von folgender Formulierung abbringen: „Mein Mann hat in mir eine Lücke hinterlassen, die nur schwer zu füllen sein wird.“

„Ich liebe euch alle. Bis auf wenige.“

Selbstverständlich hat Müller zur Pensionierung von den eigenen Kollegen bereits einen eigenen Partezettel als „Oberversenkungsrat“ gedruckt bekommen. Besonders zünftig sind in Österreich seit jeher auch die Marterlsprüche auf dem Friedhofskreuz, bei denen auch einmal eine „ehr- und tugendsame Jungfrau“ von ihrem einzigen Sohn betrauert wird. Typisch wienerisch wirkt eine Todesanzeige mit dem Text: „Ich liebe euch alle. Bis auf wenige.“ Und tatsächlich erschien nach einem missverständlichen Telefonat in der Zeitung der Anzeigentext: „Wir werden uns im Himmel wiedersehen. Wenn noch Platz ist.“ Müller konnte im Museum einen uniquen Rettungswecker gegen das Lebendig-Begrabensein und den Holz sparenden josefinischen Armen-Sarg mit Bodenklappe zusammentragen. Er präsentiert einen putzigen Ausschneidebogen für Kinder mit einem Staatsbegräbnis und auch das echte Stilett zum „Herzstich“, den Arthur Schnitzler, Johann Nestroy und der Klavierfabrikant Bösendorfer zur Vorbeugung eines üblen Erwachens testamentarisch in Anspruch nahmen.

Die „Pompfüneberer“, wie die Bestatter immer noch auf Wienerisch heißen, wurden vor über hundert Jahren als städtische Behörde organisiert, damit sich die Unternehmer bei Schwerkranken nicht mehr gruppenweise im Stiegenhaus herumdrückten oder Nachbarn als Informanten für neue Kundschaft anlockten. Heute verkauft die privatisierte, aber immer noch im städtischen Eigentum befindliche Bestattung schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“. Und wie das Leben so geht auch der Tod munter weiter. Die neueste Wiener Sterbemode besteht darin, den Sarg von der Verwandtschaft individuell bemalen zu lassen, am besten mit biologisch abbaubaren Farben. Während die ökologische Obrigkeit das Ausstreuen von Asche Verstorbener „wegen der Feinstaubbelastung“ verboten hat, kann man in Wien - anders als in Deutschland - immerhin die lieben Dahingeschiedenen zu Diamanten brennen lassen oder sich selbst für den letzten Aufenthalt eine Fußball-Urne in den grünweißen Farben von Rapid Wien aussuchen. Doch muss die Gesundheitsbehörde erst ihre Zustimmung für eine oberirdische Verwahrung der Asche geben.

„Wegen Todesfall geöffnet“

Sogar die Behörden haben in pedantischem Bedenken jeder Eventualität den Tod reglementiert, wie naturgemäß Julius Müller aus seiner Sammlung berichten kann. So ordnet das nationale Bestattungsgesetz an, dass professionelle Leichenreinigung und Friseurgewerbe unvereinbar seien. „Der Tod“, heißt es in Amtsblättern des österreichischen Militärs, „stellt aus verwaltungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.“ Ist es angesichts solch hingebungsvoller Gründlichkeit ein Wunder, dass Professor Hans Bankl, der Leiter der Wiener Pathologie in der Sensengasse, noch kurz vor dem eigenen Tod einen Vortrag über seine Passion schreiben konnte, der den schönen Titel trägt: „Wegen Todesfall geöffnet“?

Im November, wenn die letzten Blätter fallen und alljährlich das Dunkel obsiegt, lag auch Maria Theresia in Wien einst auf dem Sterbebett und kommentierte angesichts des Regens mit echt barocker Diesseitigkeit: „So ein schlechtes Wetter für so eine lange Reise.“ Am Donauufer in Albern haben die Friedhofsbesucher in diesem Jahr mehr Glück, denn bei dem traditionellen Totenritual am Fluss bleibt es diesen November wundersam trocken. Hier, auf dem „Friedhof der Namenlosen“, liegen seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Opfer des nassen Elements begraben. Wasserleichen - all die Bankrotten, die Depressiven, die geschwängerten Dienstmädchen, die von der Polizei Gejagten, die abgetriebenen Kinder, die verunfallten Angler und vielleicht auch die Umgebrachten, deren Mörder keiner je aufspürte. Wen der Fluss in den Strudeln am Alberner Hafen wieder hergab, hat man sorgsam bestattet; jeder bekam ein Grab und ein eigenes Kreuz. Der Friedhof hinter Müllverbrennung, Silos und Lagerhallen wird übers Jahr von Freiwilligen vorbildlich gepflegt.

Auch die Namenlosen sind im Tod nicht vergessen

Am Sonntag nach Allerseelen findet sich seit Jahrzehnten eine Großgemeinde Trauernder ein, um zu zeigen, dass in Wien auch die Namenlosen im Tod nicht vergessen sind. Bevor jedes Grab mit Blumen und einer Kerze geschmückt wird und Pater Silvio ein überkonfessionelles Vaterunser betet, trägt eine Abordnung des Anglervereins feierlich ein Holzfloß zur Donau herab. Auf Deutsch, Ungarisch und Slowakisch erinnert es an die vielen namenlosen Toten.

Und irgendwie auch daran, dass das Leben ein Fluss ist, der womöglich krumm mäandert, aber natürlicherweise stets im Tod mündet. Während die Gärtnerkapelle von Simmering dumpf „Ich hatt' einen Kameraden“ spielt, setzt ein Motorboot das Blumenfloß der Toten mittig auf den Fluss. Menschen stehen ergriffen und weinend am Ufer und winken, Salutschüsse böllern, und die Blumen treiben schnell hinab Richtung Schwarzes Meer. Ein herzlicher Gruß aus Wien, gesendet auf der kalten, grauen Donau.

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Jahrgang 1962, Feuilletonkorrespondent mit Sitz in Venedig.

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