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Die Frau aus dem Netz studivz.net

28.11.2008 ·  Ich habe Lisa über jetzt.de kennengelernt, das ist diese Jugendplattform von der Süddeutschen Zeitung, dafür haben wir beide geschrieben. Das ist schon ein paar Jahre her. Anfangs fand ich es komisch, dass wir uns nie gesehen haben, aber irgendwann gewöhnt man sich daran.

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Ich habe Lisa über jetzt.de kennengelernt, das ist diese Jugendplattform von der Süddeutschen Zeitung, dafür haben wir beide geschrieben. Das ist schon ein paar Jahre her. Sie hat dort ein Tagebuch geführt, in dem es um ihr Leben in Berlin ging, und ich war ja noch nicht mal zwanzig und wohnte in Regensburg, da fand ich das interessant. Es war die Art, wie sie schreibt, wie sie die Dinge beleben kann.

Wir haben uns erst gemailt, manchmal mehrmals am Tag, der Kontakt ist immer enger geworden, und weil uns E-Mails irgendwann unwürdig vorkamen, haben wir uns Briefe geschrieben, Briefe mit der Post. Es ging nicht darum, herauszufinden, ob wir ein Faible füreinander haben, wir wollten einfach wissen, wie es dem anderen geht. Lisa hat dann mit dem Blog angefangen, ich hatte damals auch noch einen. Aber ich fand es schwer zu entscheiden, was man hineinschreibt und was nicht. Wenn man mal anfängt, schreibt man eigentlich alles hinein.

Meine damalige Freundin hat nicht verstanden, was mir das gibt, dabei wollte ich nur mein Schreiben ausprobieren, ich habe mich natürlich gefreut, wenn jemand auf einen guten Eintrag einen Kommentar schickte. Aber als ich dann auch etwas über sie hineingeschrieben habe, was nicht zu verschweigen war, hatten wir Streit. Ich wollte die Beziehung retten, aber ich wollte mich auch nicht selbst zensieren.

Am Ende habe ich dann den Blog eingestellt. Heute habe ich nur noch eine Seite auf StudiVZ. Dort bin ich bei Lisa unter Freunde eingetragen, als einer von einhundertfünfundsechzig, bei mir sind es nicht die Hälfte. Anfangs fand ich es komisch, dass wir uns nie gesehen haben, aber irgendwann gewöhnt man sich daran. Ich war auch mal auf einer Lesung von ihr, aber aus irgendeinem Grund musste ich früher weg. Jules Birner, 25, Dortmund

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