28.11.2008 · Ich kenne Lisa jetzt fast zehn Jahre, wir haben damals beide auf dem Internetportal von Brigitte young miss geschrieben, das ist einem heute fast schon peinlich. Aber es gab dort Seiten, wo man eigene Gedichte veröffentlichen konnte. Und Lisa ist in dem Kreis ziemlich schnell aufgefallen.
Ich kenne Lisa jetzt fast zehn Jahre, wir haben damals beide auf dem Internetportal von Brigitte young miss geschrieben, das ist einem heute fast schon peinlich. Aber es gab dort Seiten, wo man eigene Gedichte veröffentlichen konnte, und das haben wir gemacht. Lisa war jemand, der in dem Kreis ziemlich schnell aufgefallen ist.
Zu der Zeit galten ja Leute, die Freunde übers Internet gefunden hatten als die, mit denen in der Pause keiner reden wollte. Darauf wäre man bei Lisa nicht gekommen. Sie war die Coolste von uns. Bei ihr wusste man, dass sie auch sonst viel los hat, und dann sagt sich das natürlich leichter; meine beste Freundin kenne ich aus dem Internet.
Wir waren sieben oder acht Leute, die regelmäßig Lyrik ausgetauscht haben, und im Sommer haben wir uns an einem Wochenende in Berlin getroffen. Wir haben in einer Wohnung gesessen, über Bücher geredet und Gedichte geschrieben. Später bin ich zu jetzt.de gegangen und habe Tagebuch geschrieben, und Lisa ist mit. Ich habe mein Tagebuch damals sehr offen gehalten, im Nachhinein war das vielleicht naiv, irgendwann hat mein Bruder sich beschwert und gesagt, dass sich Zusammenhänge aus unserer Familie rekonstruieren lassen und er das gruselig findet. Da bin ich vorsichtiger geworden.
Im Moment mache ich ein Auslandssemester in Portugal, dafür habe ich meinen Blog angefangen. Mehr als dass ich sage, wo ich bin und wie das Wetter ist, steht da nicht, aber es ist praktischer, als allen Freunden zu mailen. Seit ich siebzehn bin, habe ich nie länger als zwei Jahre irgendwo gewohnt, und anders kann man den Kontakt nicht halten. Von unserer kleinen Literaturgruppe habe ich noch zu drei Leuten Verbindung, Lisa ist eine davon. Wir haben zwar mal ein Jahr nichts voneinander gehört oder uns mehrere Jahre nicht gesehen, sie wird aber immer der Mensch bleiben, dem ich mit sechzehn meine Gedichte gezeigt habe. Theresa Krüggeler, 23, Porto
Zum Blog von Theresa Krüggeler
Zu jetzt.de
Zurück zum FAZ.NET-Spezial: Die Frau aus dem Netz