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Fernbusse ADAC-Postbus verschärft den Preiskampf

Reisen mit Fernbussen werden immer günstiger. Seit der Liberalisierung drängen immer mehr Linien auf den Markt und machen den Anbietern der ersten Stunde Konkurrenz. Die ersten Unternehmen steigen wieder aus.

© Fiechter, Fabian Vergrößern Preisdrücker: Die ADAC-Postbusse sind neu, aber nicht immer voll.

Der Preiskampf verschärft sich seit der Marktöffnung vor einem Jahr. Was Reisende freut, spüren Anbieter wie der ADAC und die Deutsche Post, die erst seit November mit einem „ADAC-Postbus“ unterwegs sind. Ihre Premium-Strategie kann als gescheitert bezeichnet werden: Die Preise für Fahrten sind zuletzt gesunken, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie für das Beratungsunternehmen Iges und den Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer hervorgeht. Auch Post und ADAC mussten ihre Preise schon senken. Heute bringt der Postbus Kunden auf einigen Stadtverbindungen bereits für 8 Euro durch Deutschland.

Viele neue Anbieter drängen auf den Mark. Das wertet die Studie als ein Zeichen für funktionierenden Wettbewerb. Genau den hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung, die den Markt zum 1. Januar dereguliert hatte, gewollt. Ein positives Fazit zieht die Studie ein Jahr danach: Das Reiseangebot verdreifachte sich in etwa auf derzeit 5100 innerdeutsche Fahrten pro Woche gegenüber Januar (1540 Fahrten). Knapp 40 Anbieter konkurrieren nun auf 138 Linien; zu Jahresbeginn waren es erst 62 Linien gewesen. Manche Strecken werden von einer Firma bis zu zehn Mal am Tag bedient.

„Der Markt ist wie im Lehrbuch angelaufen“

Der Verkehrsingenieur Christoph Gipp, der die Studie erstellt hat, sagt: „Die politischen Ziele sind erreicht worden. Man hat Mobilitätsalternativen zu Pkw, Bahn und Flugzeug geschaffen, die gerade für preissensible Menschen mit ausreichend Zeit attraktiv sind.“ Dazu zählten Studenten und Senioren; Letztere schätzten die Fahrt ohne Umsteigen und die Hilfe beim Gepäckverstauen. Was viele Kritiker der Marktöffnung erstaunen dürfte: Laut Gipp werden nicht nur profitable Metropolenverbindungen in Konkurrenz zur Bahn angeboten. Angefahren werden auch viele strukturschwache Regionen, die bislang unterversorgt waren. „Kleinere Mittelstädte ohne guten Fernbahnanschluss profitieren“, darunter Celle, Pirmasens, Aalen, aber auch Großstädte wie Chemnitz.

Infografik / Der deutsche Fernbusmarkt © F.A.Z. Vergrößern Ein Überblick über den neuen Reisemarkt

„Der Markt ist wie im Lehrbuch angelaufen“, sagt Gipp. Seit Januar steigt die Zahl der Verbindungen monatlich. Immer neue Firmen drängen auf den Markt und machen den Anbietern der ersten Stunde Konkurrenz – neben der Deutschen Bahn sind das vor allem Neugründungen wie der Platzhirsch Meinfernbus. „Nun flacht die Zuwachskurve langsam ab. Da eine gewisse Marktsättigung erreicht ist, greifen die Unternehmen verstärkt auf Preismaßnahmen zurück.“

2014 könnten viele Anbieter aufgeben

Preisdumping könnte auch künftig zur Regel werden – mit Konsequenzen: „Die ersten Anbieter steigen aus dem Markt wieder aus, darunter der Lebensmittelhändler Aldi. Andere, wie der Delux-Express zwischen Luxemburg und Frankfurt, wurden aufgekauft“, so Gipp. Viele Firmen könnten 2014 verschwinden. Damit rechnet auch Meinfernbus: „Dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Übrig bleiben werden fünf bis sechs Anbieter.“

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Wie scharf der Konkurrenzkampf ist, zeigt das Beispiel ADAC-Postbus. Als der zum 1. November startete, wurde er ausdrücklich als Premium-Angebot beworben. ADAC-Präsident Peter Meyer wollte damit Vorwürfen entgegentreten, man beabsichtige den Markt mit Niedrigpreisen zu erobern. „Ich versichere Ihnen: Das ist nicht der Fall. Die Tarife für den ADAC-Postbus bewegen sich eher am oberen Ende der Preisskala.“ Das wichtigste Kriterium sei die Qualität. Mit neuen Bussen, drahtlosem Internet oder Unterhaltungs-Apps wollte man sich abheben. Von diesem Konzept ist aber wenig geblieben. Kunden berichten von halbleeren Bussen. Nun lassen Post und Autoclub ihre Finanzkraft spielen: Sie werben kräftig und bieten Fahrten für beliebte Strecken wie Köln–Frankfurt schon für 8 Euro an. Ein Post-Sprecher sagte, man halte am Ziel fest, sich durch Qualität abzuheben. „Klar ist aber, wir sind in einem wettbewerbsintensiven Markt, der Abstand zur Konkurrenz darf nicht zu groß sein.“ Der Endpreis richte sich nach Entfernung, Buchungszeit und Auslastung der Busse.

Der Verband der Omnibusunternehmer warnt derweil vor den Gefahren durch den Markteintritt von Großkonzernen wie der Post. Ihm zufolge sollte ein Bus eine Auslastung von über 60 Prozent haben, um kostendeckend zu fahren. „Man wird auf Dauer nicht für 8 Euro durch Deutschland fahren können“, sagt der Präsident Wolfgang Steinbrück.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 21.12.2013, 09:42 Uhr

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