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FAZ.NET-Sprinter : Kims Osterbotschaft

Auch das Dienen gehört zum Christentum: Papst Franziskus wäscht einer Gefängnisinsassin am Gründonnerstag die Füße. Bild: AP

Es sind Tage voller Deals: Kim Jong-un verhandelt zwischen Atomprogramm und Entspannung. Und die Christen merken, dass das Prädikat „christliche Prägung“ nicht zum halben Preis zu bekommen ist.

          Das für Sie hoffentlich arbeitsfreie Osterwochenende naht, und auch im fernen Korea sind wahre Entspannungstage angebrochen. Nordkoreas Diktator Kim Jong-un ist nach seinem Staatsbesuch in Peking zwar wieder zurück in der Heimat, die er selten verlässt, seine Diplomaten feilen aber weiter kräftig an einem Ausweg aus der selbstverschuldeten Isolation. Heute und morgen sprechen die Unterhändler von Nord- und Südkorea über die Details des dritten innerkoreanischen Gipfels, der am 27. April stattfinden soll. Ob das zu mehr als einer Showveranstaltung reicht? Das wird sich einen Monat später zeigen, wenn Kim und Donald Trump zusammentreffen sollen und, wie wir jetzt wissen, auch wollen. Durch die Rückversicherung in China hat der Nordkoreaner den Ball weiter ins amerikanische Feld gekickt: Was kann Trump seinerseits anbieten, da Kim so öffentlichkeitswirksam eine Entnuklearisierung in Aussicht gestellt hat?

          Apropos kämpferische Männer, und damit ist nun gerade nicht Seehofers maskulines Führungsteam im Innenministerium gemeint: Kataloniens ehemaliger Regierungschef Carles Puigdemont muss die Ostertage in der Justizvollzugsanstalt Neumünster verbringen, das hätte er sich vor wenigen Tagen wohl kaum schlimmer ausmalen können. Dessen deutscher Anwalt forderte die Bundesregierung auf, eine Auslieferung an Spanien zu verhindern. Als sei das nicht alles vertrackt genug, bekam Puigdemont gestern auch noch Besuch von Bernd Lucke. Als ehemaliger Quasi-Regierungschef der AfD ist der nun so etwas wie der Separatistenführer einer Mini-AfD-Abspaltung, die keiner kennt. Eines hat er jedoch nicht verlernt: öffentlichkeitswirksame Auftritte. Auf die der Chef der Deutschen Bank in diesen Tagen am liebsten verzichten würde. Nachdem Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Fühler nach einem möglichen Nachfolger für John Cryan ausgestreckt hatte, ging dieser in einem Brief an die Mitarbeiter in die Offensive. Tenor: Weitermachen! Wiederauferstehen!

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          Womit wir thematisch endgültig bei Ostern angekommen sind. Am heutigen Gründonnerstag werden Ihnen möglicherweise die Füße gewaschen. Damit erinnern Christen daran, dass der christliche Glauben nicht nur dominant verstanden werden sollte (wir sind Christen und bestimmen, wo es lang geht), sondern eben auch dienend (wir sind Christen und kümmern uns). Kardinal Reinhard Marx lädt daher in München zur traditionellen Fußwaschung ein, und Papst Franziskus wäscht Häftlingen in einem Gefängnis die Füße, wohl aber in Rom und nicht in Neumünster. Wer sich auf eine „christliche Prägung“ beruft, wie in diesen Tagen voller Identitäts- und Islamdebatten zu hören ist, könne sich nicht „vom Leid der Welt abgrenzen“, schreibt passend Reinhard Bingener in seinem Leitartikel. Auch nicht vom Leid in der nicht-christlichen Welt. Wenn sich Ihr Leid an Ostern allerdings auf das durchwachsene Wetter am Wochenende und die Staus am heutigen Reisetag beschränkt, dann wünsche ich Ihnen alle Abgrenzung der Welt.

          Und sonst?

          Der Prozess in Brüssel gegen den mutmaßlichen islamistischen Terroristen Salah Abdeslam (Anschläge in Brüssel und Paris) wird fortgesetzt. Die Bundesagentur für Arbeit gibt die Arbeitslosenzahlen für den März bekannt. Hamburgs neuer Bürgermeister Peter Tschentscher übergibt sein altes Amt des Finanzsenators an Nachfolger Andreas Dressel. Zwei amerikanische Astronauten übernehmen Wartungsarbeiten an der Raumstation ISS, der Außeneinsatz soll etwa sechseinhalb Stunden dauern.

          Die Nacht in Kürze

          Donald Trump baut sein Kabinett weiter um: Sein Veteranenminister muss gehen. Dafür rückt jetzt der Leibarzt des Präsidenten auf den Posten, Ronny Jackson.

          In Venezuela hat es ein schreckliches Unglück gegeben: 68 Menschen sind bei einer Häftlingsmeuterei ums Leben gekommen, viele sind verbrannt.

          Facebook reagiert in der Daten-Affäre: Künftig will es seine Zusammenarbeit mit Daten-Händlern einschränken.

          Auf Saudi-Arabien könnten milliardenschwere Schadensersatzforderungen zukommen. Ein Gericht in New York hat Klagen der Geschädigten der Anschläge vom 11. September 2001 zugelassen.

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