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FAZ.NET-Sprinter : Ich will zurück nach Pasewalk!

Donald Trump hat viel versprochen. Kann er auch liefern? Bild: Reuters

Während sich andere große Politikköpfe wie Donald Trump im außenpolitischen Dickicht verirren, lässt es die Kanzlerin heute bodenständig in Mecklenburg-Vorpommern angehen. Es kann sich nur um eine Atempause handeln.

          Ich hoffe, Sie konnten ein entspanntes und unkompliziertes Pfingstwochenende genießen. Die Nachrichtenlage dürfte Sie daran nicht gehindert haben, sie war eher geprägt durch, sagen wir mal, klare Entscheidungen. Zumindest sahen Prinz Harry und Meghan Markle recht entschlossen aus. Genauso wie Eintracht Frankfurt beim Pokalsieg. Allerdings verspreche ich Ihnen, dass es mit der Übersichtlichkeit jetzt vorbei ist, und schon sind wir wieder zurück im außenpolitischen Dickicht: Das geplante Treffen von Donald Trump und Kim Jong-un wackelt, der Ton ist wieder schärfer geworden, und fast bemitleidenswert wirkte gestern Trumps Tweet, in dem er China aufforderte, doch bitte, bitte die Grenze nach Nordkorea für Schmuggel und Handel dichtzuhalten, um ja die Wirkungen der Sanktionen nicht zu schmälern. Da hat sich der amerikanische Präsident wohl ohne Not in eine Situation gebracht, in der er erpressbar ist. Lässt Nordkoreas Machthaber das Gipfeltreffen der beiden im Juni platzen, steht der große Zampano aus Washington mit leeren Händen da. Beruhigend, dass zwischen Trump und dem offenbar gewieften Taktiker Kim Jong-un noch der kompetente Vermittler Moon Jae-in steht. Südkoreas Präsident trifft Trump heute in Washington (und berät ihn hoffentlich weise).

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          Gegenüber Iran verhält sich Amerika bisher eindeutiger, eindeutig harsch. Die Drohung, Iran mit den „stärksten Sanktionen in der Geschichte“ überziehen zu wollen, könnte aber für einen neuen Atom-Deal kontraproduktiv sein. In Teheran wartet man nur auf solche rhetorischen Salven, um auf stur zu stellen. Dass Amerikas Außenminister Mike Pompeo gleich zwölf teils unerfüllbare Forderungen diktierte, entzieht der letzten Verhandlungsbereitschaft den Boden. Und Europa, das am Atomabkommen festhalten will, steht in der Partie sowieso als düpierte Figur am Spielfeldrand. Für Außenminister Heiko Maas (SPD), der heute in Amerikas Hauptstadt erwartet wird, eine undankbare Aufgabe. Wie kommt man da bloß wieder heraus, aus der selbstverschuldeten Unmöglichkeit?

          Vielleicht wäre es für ihn besser gewesen, nach Pasewalk, Poseritz oder Putbus zu fahren. Da kommt man mal auf andere Gedanken. Schnell gegoogelt, die letzten beiden sind zwei Orte im Wahlkreis von Angela Merkel (CDU), und zwar in Mecklenburg-Vorpommern (unser Online-Politikredakteur aus Rostock wird's kennen). Die Bundeskanzlerin hält sich heute von der komplizierten Außenpolitik fern und übernimmt vergleichsweise leichte Ortstermine mit Ehrenamtlichen und einem Landwirt. Basisarbeit eben. Zum Landluftholen vor ihrer China-Reise in der zweiten Wochenhälfte, wenn es einmal mehr um Handelsstreitigkeiten und Korea gehen dürfte. Und wieder die großen Töne gespuckt werden. Da wird sie sich sogar nach Pasewalk zurücksehnen.

          Und sonst? In der F.A.Z. warnen 154 Wirtschaftsprofessoren in einem gemeinsamen Aufruf vor einer Haftungsunion im Euro-Raum. Facebook-Chef Mark Zuckerberg spricht mit den Fraktionsspitzen im EU-Parlament, der Austausch soll im Internet live übertragen werden. Die EU-Handelsminister beraten in Brüssel über den Zollstreit mit Amerika. In der Zweitliga-Relegation treffen Erzgebirge Aue und der Karlsruher SC zum entscheidenden Rückspiel aufeinander – das Hinspiel hatte 0:0 geendet.

          Die Nacht in Kürze

          SPD und Opposition fordern schnelle Aufklärung des Skandals um unzulässig ausgestellte Asylbescheide. Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigt organisatorische und personelle Konsequenzen an.

          Bei Handelskriegen gebe es keine Gewinner, sagt Bundeswirtschaftsminister Altmaier und fordert daher Vernunft im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten. Höhere Zölle würden das Wachstum weltweit schwächen.

          Der griechische Ministerpräsident Tsipras legt einen neuen Wachstumsplan vor: Er plant tiefgreifende Reformen im Finanz- und Energiesektor – um das Vertrauen von privaten ausländischen Investoren zurückzugewinnen.

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