15.05.2012 · Waren die Personen bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen wichtiger als die Inhalte? Das fragte man bei „Hart aber fair“. Und sprach doch fast nur über Röttgens Schwächen.
Von Matthias HannemannRichtlinien für Lesermeinungen
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Grottenschlecht und völlig belanglos
Auffallend ist, daß in letzter Zeit oft ein Komiker in solchen
Shows sitzt. Das hat wohl etwas damit zu tun, daß es sich mehr und
mehr um Klamauk handelt, der dem politisch interessierten Zuseher dort
geboten wird. So etwas braucht kein Mensch.
Es wäre an der Zeit, Sendungen zu generieren, die sich mit den
immer gleichen Phrasen der Politik auseinandersetzen. Dazu bräuchte
es nicht einmal Politiker. Schließlich sind es doch die leeren
Worthülsen, die Schlagworte, die uns langweilen, die dringend mit
Inhalt zu füllen wären, deren Sinn zu hinterfragen, sicherlich
sehr interessant wäre.
Wie wäre es mit Sendungen zu den Fragen, was bedeutet eigentlich
Chancengleichheit, gibt es sie wirklich und wie ist sie zu verstehen?
Oder, was ist eigentlich Leistungsgerechtigkeit? Was bedeutet
Menschenwürde in der Praxis und auf die Politik bezogen? Was ist
der Unterschied zwischen liberal und neoliberal? Ist eine
parlamentarische Demokratie eine Demokratie? Wen legitimieren die
Nichtwähler? ...
Die SPD hat in NRW aus dem gleichen Grund so große Zuwächse wie die Linken und Linksradikalen in Griechenland: sie treffen mit Ihrer Wahlpropaganda das was die Mehrzahl der Menschen im Land hören will. In Griechenland ist es die Abkehr vom so schmerzlichen Sparen und die Rückkehr zu den alten Privilegien. In NRW sind es die fortgesetzten, ungekürzten Wohltaten für die Empfänger von Transferleistungen, und die sind in diesem zunehmend verarmenden und alternden Bundesland in der Mehrzahl. Die viel diskutierten Persönlichkeiten der Kandidaten sowie deren vermeintliche Leistungen und Unzulänglichkeiten mögen die Deutlichkeit des Ergebnisses allenfalls noch verstärkt haben.