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Erdogan an Merkel : „Du benutzt gerade Nazi-Methoden“

  • Aktualisiert am

Der türkische Präsident Erdogan bei einer Rede in Istanbul am 19. März. Bild: Reuters

Der türkische Präsident Erdogan hat abermals mit Nazi-Vergleichen auf sich aufmerksam gemacht. In einem Interview warf er Kanzlerin Merkel persönlich „Nazi-Methoden“ vor. Scharfe Kritik bekam er unterdessen von SPD-Kanzlerkandidat Schulz.

          Im Konflikt mit Berlin hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der deutschen Bundeskanzlerin nun auch persönlich „Nazi-Methoden“ vorgeworfen. In einer vom Fernsehen übertragenen Rede sagte Erdogan am Sonntag an Kanzlerin Angela Merkel  (CDU) gerichtet: „Du benutzt gerade Nazi-Methoden.“ „Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister-Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen“, sagte Erdogan. Zuvor hatte er bereits deutschen Behörden „Nazi-Methoden“ vorgeworfen und damit Empörung in Berlin ausgelöst.

          So hat der designierte SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz Erdogan davor gewarnt, Menschen in Deutschland durch Nazi-Vergleiche gegeneinander aufzuhetzen. „Deshalb muss man auch Herrn Erdogan mit klaren Worten sagen, dass das so nicht geht“, sagte Schulz am Sonntag in seiner Parteitagsrede in Berlin. Man dürfe nicht hinnehmen, dass türkischstämmige Bürger gegeneinander ausgespielt würden. Dabei dürfe man Erdogan auch darauf hinweisen, „dass seine Strategie früher oder später scheitern wird“, sagte Schulz.

          Indirekt kritisierte Schulz das Agieren von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Ein deutscher Kanzler könne durchaus, bei allen notwendigen diplomatischen Gepflogenheiten, in so gewichtigen Fragen eine klare Position einnehmen – wie Gerhard Schröder es mit seinem Nein zum Irak-Krieg getan habe. „Ein deutscher Bundeskanzler muss diese klare Haltung zeigen, wenn es um die Verteidigung unserer grundlegenden Werte geht.“

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          Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa sind zurzeit wegen der Absage von Wahlkampfauftritten von türkischen Politikern auf einem Tiefpunkt. Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde. In Deutschland gibt es 1,4 Millionen Wahlberechtigte.

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