02.05.2012 · Vitali Klitschko, Boxchampion und ukrainischer Oppositionspolitker, fordert Bundeskanzlerin Merkel zum Besuch der Fußball-EM auf. Ein Boykott der EM „würde das Volk treffen“, sagte Klitschko der F.A.Z. Auch DFB-Präsident Niersbach sprach sich gegen einen Boykott aus.
Von Hartmut Scherzer und Roland ZornRichtlinien für Lesermeinungen
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Ein Boxer kann boxen. Von Politik muss er nichts verstehen.
... und Ratschläge an die Kanzlerin sollte er sich verbitten.
Ich hatten eine gewisse Achtung vor den Klischkos. Ich habe mich geirrt.
Ab heute achte ich sie nicht mehr als jeden Boxer, der unzählige
Schläge auf den Kopf bekommen hat.
Klitschko
"Ein Boxer kann boxen. Von Politik muss er nichts verstehen."
Muss er nicht, tut er aber in diesem Falle!
Merkel und ihre Sekundanten haben ihre Job vergeigt. Beim Stichwort "Menschenrechte" wechselt eben auch der gewöhnliche Leser längst in den Übersetzungsmodus. Thomas Bach hat schnell klare Worte gefunden, aber wo war der DFB? Zwanziger musste seinem Nachfolger erst auf die Sprünge helfen. Schwaches Bild!
Vitali Klitschko liebt sein Land, Merkel verachtet Deutschland.
Wenn Merkel zum Alltagsgeschehen weltweit ihren Senf dazu gibt (sogar
droht) kann man getrost vom Gegenteil in der Praxis ausgehen -
selbstverständlich wird sie vor Ort sein wenn Jogis Jungs spielen
(und vielleicht sogar im Finale stehen). Merkels emotionale
Ausbrüche sind aber kühl kalkuliert - die Frau ist
Wissenschaftlerin und Deutschland ihr experiment.
Die Bilder der jubelnden Kanzlerin werden zum eigenen Machterhalt in
Deutschland noch mal sehr nützlich sein (bei der WM fanden die
Bürger das ja auch super, weil sie so menschlich wirkte haha) und
Janukowitsch darf sein Streben nach Demokratie nochmal medienwirksam zum
Ausdruck bringen.
Die erste vernünftige Meinung zu dem ganzen Theater, und sie stammt
von jemandem, der im Laufe seines Lebens so dermaßen viele
wuchtige Schläge auf den Kopf bekommen hat, das mag man sich gar
nicht vorstellen.
Vielleicht eine erfolgsversprechende Therapie für unsere Polit-Szene.
Der Vitali ist aber auch zu Klasse!
"Frau Merkel müsse mit ihrer Anwesenheit bei einem der drei
Spiele der deutschen
Nationalmannschaft in Lemberg und Charkiw ja nicht die Ehrenloge mit Präsident
Viktor Janukowitsch teilen, sondern könne privat im
Tribünenblock der
deutschen Delegation ihre Mannschaft anfeuern .."
.
Das sind natürlich die Gedankengänge eines Sportsmannes, der
bereit ist jede
Herausforderung auch anzunehmen!
.
Allerdings überschätzt er damit wohl ganz heftig die
Fähigkeit deutscher PolitikerInnen,
Rückgrat zu zeigen.
Die machen sich doch einen Fleck in ihr frisch gestärktes
Kettenhemd, wenn sie sich
zu ihren eigenen Bürgern stellen müssen.
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