15.02.2013 · Sie ist ein anatomisches Wunder, denn das Herz liegt ihr im Mund. Das hat sie vor vier Jahren ihre ZDF-Sendung gekostet. Heute feiert Elke Heidenreich ihren siebzigsten Geburtstag.
Von Volker WeidermannRichtlinien für Lesermeinungen
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habe einige ZDF-Auftritte der H. angucken duerfen, weil ein
Familienmitglied die H. so gerne sah. Endlich Schluss mit gucken war
fuer mich, als sie auf die Frage, ob sie auch unaufgefordert zugesandte
Manuscripte lese sagte "grundsaetzlich nicht" - dies empfand
ich als ausgesprochen ueberheblich und zeigte mir, dass die Frau sich
nur im Tunnel der etablierten Verleger bewegt - etwas unbekanntes zu
entdecken und ggf. neue Erkenntnisse zu sammeln, war offensichtlich
nicht ihr Ding.
Die H. war/ist so eine Art Dieter Bohlen fuer literarisch interessierte
Bildungsbueger bzw. die sich dafuer halten.
Ich kauf' mir gerne Bücher und les' sie auch. Manchmal steht da drauf: "Empfohlen von Frau Heidenteich" o.s.ä. und ich verzichte dann und suche eine andere Ausgabe. Die Dame war mir früher recht sympathisch, aber was sie da in ihrer Fernsehbuchschau vorstellte war wirklich nur Frauenzeitschriftenniveau. Und dann der nur noch peinliche Rest, den sie... Und seitdem hört man nix mehr von ihr. Und das ist auch gut so.
Alles Gute Frau Heidenreich. Bleiben Sie so, wie Sie sind. Wie wäre
es mit einem Buchprojekt gemeinsam mit Harald Schmidt?
Überfordert, nicht überschätzt!
Natürlich gehört es sich für eine Würdigung zu runden Geburtstagen, höflich und anerkennend über die Jubilarin zu berichten. Elke Heidenreich "weit überschätzt"? Na ja, kaum jemand wird ihre Medienpräsenz ernsthaft vermissen. Ihre ZDF-Sendung "Lesen!" war ein misslungener und von vornherein zum Scheitern verurteilter Versuch, die Nachfolge des Kultklassikers "Literarisches Quartett" anzutreten. Welcher literarisch interessierte Zeitgenosse, der die Scharmützel zwischen Reich-Ranicki und Sigrid Löffler sowie die geistreichen, mitunter bissigen Werkinterpretationen eines Hellmuth Karasek goutieren durfte, hat je Begeisterung für die drögen, teilweise oberlehrerinnenhaften und höchst subjektiven Literaturempfehlungen Heidenreichs empfunden? Das alles strahlte so viel Charme aus wie ein halbstündiges TV-Magazin, moderiert von Alice Schwarzer, zum Thema Beziehungsprobleme. Elke Heidenreich hatte allerdings einige wirklich starke Auftritte................als Else Stratmann!
Warum hatte sie nicht gekündigt ?
Ein lange Erwerbsbiografie mit vermutlich vielen Stationen im zT
subventionierten Kulturbetrieb.
Ich erinnere mich an die Zeiten als ich sie in den 1970er(?) Jahren
gerne beim Radiosender SWF3 hörte.
Love it, change it or leave it.
Sie blieb lange und erhielt für ihre Tapferkeit ein vermutlich mehr
als ausreichend hohes Schmerzensgeld.
sich-selbst-Überschätzerin.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 14:19 UhrGut nur...@Frau Weiss...
...daß sich Elke Heidenreich gewagt hat, sich so zu "überschätzen". Das ist nicht unüblich in der darstellenden, bildenden und literarischen Kunst. Oder nennen wir es doch einfach Marketing! Immerhin scheint ihr der Erfolg recht zu geben.
Was soll man von Systemmedien auch anderes erwarten als das
Fähnchen im grünlinken Wind zu halten, Kulturverflachung zu
fördern und dafür noch Zwangsgebühren kassieren?
Wahrheit, Aufrichtigkeit und Herz sind da nur Dornen im Auge.
Volker Weidermann Jahrgang 1969, verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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