Endlich wieder spitze, endlich wieder oben. Nach dem dritten Sieg im dritten Ostvergleich genießt die Frankfurter Eintracht Höhenluft. Tabellenführer in der Zweiten Fußball-Bundesliga - die Mannschaft von Trainer Armin Veh hat die Spitze mit einem ungefährdeten 3:0 gegen Dynamo Dresden erklommen. Vor 37.100 Zuschauern erzielten am frühlingshaften Freitagabend Alexander Meier (3. Spielminute) und Mohamadou Idrissou (34.) die Treffer für die Hessen. Der Dresdner Sebastian Schuppan traf zwischenzeitlich ins eigene Tor (14.).
Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der Eintracht, freute sich nach dem unerwartet leicht herausgeschossenen Erfolg über eine „reife Leistung. Das war ein Spiel, wie es uns gefällt.“ Weniger Gefallen fand Bruchhagen daran, dass sich trotz Stadionverbots bis zu 1000 Dynamo-Fans Zugang zur Frankfurter Arena verschafften. „Man kann es halt nicht verhindern, dass sich die Leute auf irgendwelchen Wegen Karten besorgen.“
Für Eintracht-Coach Veh, der gemeinsam mit Loose den Fußballlehrer-Lehrgang besucht hatte, war der Sturm an die Spitze der Lohn für eine von Anfang bis Ende überragenden Leistung. „Wir haben ein fast perfektes Spiel gemacht“, lobte er den Auftritt seiner Mannschaft. „Vor allem die erste Halbzeit war klasse. Meine Mannschaft hat toll funktioniert.“ Am Ende also war alles ganz leicht, und der Plan, zumindest für einen Tag vor dem bisherigen Spitzenreiter Greuther Fürth zu liegen, ist tatsächlich aufgegangen.
Die eigentlich forschen Sachsen, als Aufsteiger mit stabilen 33 Punkten auf Tabellenposition neun verankert, erwiesen sich am 26. Spieltag als dankbarer Gegner. Der Eintracht fiel es nicht schwer, dem 1:0 gegen Cottbus sowie dem 5:1 in Rostock einen weiteren Sieg gegen einen Klub aus dem Osten zu landen. Die früh erzielte Führung spielte den Hessen dabei in die Karten. Als Meier mit dem Kopf nach vorzüglicher Vorarbeit von Linksverteidiger Constant Djakpa Saisontor Nummer dreizehn erzielte, Schuppan in Bedrängnis zudem den eigenen Keeper überwand und der kopfballstarke Idrissou wie schon am vergangenen Sonntag in Rostock jubeln durfte, war die Partie schon beinahe entschieden. Erfreulich: Dank der drei Treffer schraubte die Eintracht ihre Torausbeute auf 61. Auch das ist spitze in der zweiten Liga.
Frankfurt auf Tabellenposition eins - das ist bislang erst zweimal der Fall gewesen. Nach Abschluss des 15. Spieltags lag die Eintracht dank des 4:3 gegen Alemannia Aachen am 20. November mit 35 Punkten gleichauf mit dem späteren Herbstmeister Fortuna Düsseldorf. Und sieben Runden später, als der Stadtrivale FSV im Derby am 18. Februar 6:1 geschlagen wurde, stand sie abermals ganz oben.
Auch nach dem Seitenwechsel herrschten gegen Dynamo geordnete Verhältnisse. Die in jeder Beziehung überlegene Eintracht kontrollierte Ball und Gegner und hätte durch Hoffer auf 4:0 erhöhen können. Der flinke Österreicher versuchte es in der 55. Minute auf eigene Faust; ein Querpass zum freistehenden Idrissou wäre vermutlich die bessere Alternative gewesen. Auch Sebastian Jung war bestrebt, sich als Torschütze auszuzeichnen (63.). Doch der Rechtsverteidiger verzog ebenso wie sechzig Sekunden später Meier mit dem Kopf. Abermals Meier mit einem Schuss, der knapp über die Latte des Dresdner Tores strich, dokumentierte die große Frankfurter Überlegenheit (71.). „Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, dass wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen wollten“, sagte der wieder einmal fleißige Mittelfeldkämpfer Sebastian Rode nach dem 3:0. „Wir haben das souverän runtergespielt und können jetzt beruhigt auf dem Sofa verfolgen und abwarten, was die anderen machen.“
Ob die Eintracht tatsächlich über das Wochenende hinaus Tabellenführer bleiben darf, entscheidet sich an diesem Samstag. Fürth muss zum bayerischen Derby bei 1860 München antreten. Die Verfolger Düsseldorf (in Cottbus), St. Pauli (in Aue) und Paderborn (in Ingolstadt) müssen sich allesamt in der Fremde behaupten. In der Stunde des Erfolgs hat Eintracht-Trainer Veh angekündigt, dem Treiben der Konkurrenten entspannt entgegen zu sehen. „Wenn man freitags gewinnt, hat man ein geiles Wochenende.“
