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Dioxin auf Biohof : Verseuchte Eier wohl schon verzehrt

Es bahnt sich ein neuer Dioxinskandal an: In Ostwestfalen und Duisburg gab es Funde in Eiern Bild: dpa

Auffällig spät informiert NRW über dioxin-belastete Eier vom Biohof in Ostwestfalen: Die betroffenen Chargen dürften Supermarktkunden schon verzehrt haben. Auch in Duisburg wird Dioxin gefunden.

          Kurz vor Ostern bahnt sich abermals ein Dioxinskandal an. Im westfälischen Landkreis Minden-Lübbecke fanden die Kontrollbehörden in Ställen eines Erzeugers Eier mit stark überhöhten Grenzwerten des Giftstoffes, der etwa bei Verbrennungen entsteht. Diesmal handelt es sich, anders als beim Dioxinskandal vor gut einem Jahr, um Bioeier.

          Die Eier hätten rund das Drei- bis Sechsfache des zugelassenen Grenzwertes des dioxinähnlichen Stoffes PCB enthalten, teilte das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Die Ursachen wurden zunächst nicht bekannt. Für die menschliche Gesundheit bestehe keine akute Gefahr.

          Die Grenzwertüberschreitungen sind deutlich größer als vor einem Jahr, als mit Industriefett vermischtes Futtermittel an Legehennen verfüttert worden war. Damals waren nur in einzelnen Eiern leicht erhöhte Werte gemessen worden.

          Diesmal könnten Tausende Eier kontaminiert sein – zudem mit höheren Werten: Es könne davon ausgegangen werden, dass alle Eier aus einer Charge die selbe Grenzwertüberschreitung aufwiesen wie die im Labor getesteten, teilte ein Sprecher des Agrarministeriums der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Der betreffende Betrieb erzeuge am Tag mehr als 20 000 Eier, die vorwiegend an Supermärkte verkauft würden. Die Supermärkte wurden zunächst namentlich nicht genannt. Es handelt sich um im Februar gelegte Eier. Der Biohof wurde gesperrt.

          Das Ministerium von Agrarminister Johannes Remmel (Grüne), der eine Abkehr von der konventionellen Tierhaltung anstrebt, informierte die Öffentlichkeit spät – angeblich, weil es selbst spät informiert worden sei.

          Stempelnummer 0-DE-0521041

          Schon Mitte März hätten die von einem Verpackungsunternehmen veranlassten, gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen Grenzwertüberschreitungen ergeben. Der zuständige Landkreis habe erst am Montag Meldung erstattet, obwohl er schon seit dem 26. März Kenntnis über die Funde gehabt habe, hieß es im Ministerium. Mittlerweile sind also wohl die meisten der betreffenden Eier verzehrt worden.

          Letztmalig seien die Eier am 7. März in den Verkauf gebracht worden. Ihr Mindesthaltbarkeitsdatum ist schon abgelaufen. Die Stempelnummer der kontaminierten Eier lautet 0-DE-0521041. Die Eier kommen aus Freilandhaltung. Im Freiland lebende Hühner können auch mit dem Futter im Boden eingelagerte Dioxine aufnehmen.

          Bodenprobe: Ein Mitarbeiter des Landesamts für Verbraucherschutz auf dem betroffenen Hof in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke)
          Bodenprobe: Ein Mitarbeiter des Landesamts für Verbraucherschutz auf dem betroffenen Hof in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) : Bild: dapd

          Nach dem Dioxinfund in den Bio-Eiern eines nordrhein-westfälischen Erzeugers wurde das Gift am Mittwochabend auch bei zwei kleinen Direktvermarkter in Duisburg gefunden. Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium warnte vor deren Eiern und wies die Stadt Duisburg an, die Betriebe zu sperren.

          Es handele sich um einen Direktvermarkters mit 120 Bio-Hennen und einen weiteren Betrieb mit 150 Legehennen. Kontrolleure hätten bei Routine-Untersuchungen in zwei Betrieben in Duisburg festgestellt, dass zulässige  Dioxin-Grenzwerte überschritten worden seien, sagte ein Sprecher
          des Landesverbraucherschutzministeriums am Donnerstag in Düsseldorf.

          Bei den beiden Duisburger Betrieben handle es sich um Direktvermarkter, die ihre Eier selbst verkauften, teilte das Ministerium mit. Die Eier des Bio-Betriebs trügen die Stempelnummer 0-DE-0521991. Die konventionellen Eier trügen keine Stempelnummer, jedoch den Namen des Betriebs, „AWO Ingenhammshof“.

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