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DFB-Pokal Offenbacher Kickers wollen nächste Sensation

Wenn es in der Geschichte des DFB-Pokals einen großen Favoritenschreck gibt, dann Kickers Offenbach. 1970 gewann der Traditionsclub den Wettbewerb sogar, am Dienstag fordert der OFC den VfL Wolfsburg heraus.

© dpa Sie wollen auch am Dienstag wieder jubeln, wenn der VfL Wolfsburg im Pokal zu Gast ist

Die lebende Warnung an den VfL Wolfsburg heißt Winnie Schäfer. Eines der stolzesten, aber auch schon stark vergilbten Fotos aus der Geschichte von Kickers Offenbach zeigt den späteren Bundesliga-Trainer, wie er als Spieler des OFC den DFB-Pokal stemmt. Das Foto sagt viel aus über die Kickers. Ein alter Traditions-Club, der seine besten Zeiten lange hinter sich hat, aber immer eine Pokal-Mannschaft war: Sensations-Sieger 1970, Halbfinalist 1990, Dortmund-Bezwinger 2010 und in dieser Saison der einzige Drittligaverein, der im Viertelfinale steht. Am Dienstagabend (20.30 Uhr/ARD) fordert der krasse Außenseiter auf dem Bieberer Berg die Wolfsburger heraus.

„Der Weg ins Finale geht nur über Offenbach. Wir hoffen auf einen sehr guten Tag, dann ist alles möglich“, sagt Trainer Rico Schmitt. Das Motto heißt: „Volle Kanne!“ Alle 18 000 Karten für dieses Spiel sind schon zwei Wochen verkauft, aber Schmitt weiß auch: „Wolfsburg ist der klare Favorit. Bei uns muss wirklich alles passen.“

„Wir wollen Pokalsieger werden“

Offenbach gegen Wolfsburg - ein schärferer Kontrast zwischen zwei Vereinen ist kaum denkbar. Auf der einen Seite der VW-Club, der mit seinem Konzern-Geld nur so um sich wirft und nun über den DFB-Pokal doch noch das internationale Geschäft erreichen will. „Wir wollen Pokalsieger werden. Das wäre doch klasse, wenn man den VfL 2013 als Pokalsieger bezeichnen kann“, sagte Trainer Dieter Hecking.

Auf der anderen Seite steht der Kultclub Kickers, der die Einnahmen aus diesem Spiel dringend benötigt, um mal wieder ein Finanzloch zu stopfen, von dem niemand so genau weiß, wie viele Millionen es eigentlich umfasst. Auch rein sportlich gesehen lenkt der Pokal davon ab, dass es in der Liga beim OFC gerade nicht gut läuft. Als Schmitt vor zwei Wochen den glücklosen Arie van Lent ablöste, hatten die Offenbacher gerade sieben der jüngsten neun Spiele verloren. Dank des 2:0-Sieges zum Einstand des neuen Trainers gegen den 1. FC Saarbrücken hat der Verein nun immerhin wieder sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

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Ramon Berndroth ist der Sportkoordinator der Kickers, er hat seine Mannschaft in diesem Pokal-Wettbewerb nacheinander gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:0), gegen Union Berlin (2:0) und gegen Fortuna Düsseldorf (2:0) siegen sehen. Der 62 Jahre alte Fußball-Fachman hat auch schon für die großen Rivalen Eintracht und FSV Frankfurt gearbeitet, aber geradezu mahnend erzählt er eine Geschichte aus seiner Zeit beim VfB Lübeck.

„Wir standen 2004 sogar im Halbfinale und hatten im Februar in der Liga noch den 1. FC Nürnberg geschlagen. Doch kann kam das Halbfinale und am Ende der Saison stieg der VfB Lübeck ab. Der Pokal ist ein zweischneidiges Schwert“, meint Berndroth. „Da muss man aufpassen und sehr vorsichtig sein.“ Der Lübecker Trainer hieß damals übrigens Dieter Hecking, der heutige Wolfsburger Coach.

Vier Bier auf den OFC

Im Pokal zu den besten Acht zu gehören und parallel in der 3. Liga zittern zu müssen, ist aber auch nur eine von vielen abenteuerlichen Volten in der Geschichte des OFC. Eines Vereins, der in seiner letzten Bundesliga-Saison (83/84) über 100 Tore kassierte, aber dafür den verhassten Rivalen Eintracht Frankfurt schlug (2:1). Eines Vereins, der Spieler wie Uwe Bein und Rudi Völler herausbrachte und deshalb immer ein wenig in seiner Vergangenheit lebt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Barbara Klein. Sie ist die Witwe des legendären Ehrenpräsidenten Waldemar Klein und wurde vor allem deshalb im Herbst ins Präsidium des OFC gewählt. Für den Fall eines Sieges gegen Wolfsburg kündigte die 72 Jahre alte Frau in der „Bild“-Zeitung an: „Dann trinke ich vier Bier und fahre mit dem Taxi heim.“

Quelle: LHE

 
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