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Dienstag, 18. Juni 2013
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Deutsche sorgen nur wenig vor Altersvorsorge? Nein, Danke...

 ·  Inflationssorgen, sinkende Zinsen für Lebensversicherungen, negative Berichte über die Riester-Rente: Die Deutschen sind verunsichert und geben daher laut einer Umfrage so wenig für ihre private Alterssicherung aus, wie seit Jahren nicht mehr.

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Ein alarmierendes Zeichen sagen Experten, von einem längerfristigen Trend ist schon die Rede. Die Zahlen sind ernüchternd. Im Schnitt legen die Bundesbürger hierzulande derzeit monatlich 185 Euro zurück, um fürs Alter vorzusorgen. Das geht aus der aktuellen repräsentativen Umfrage der deutschen Postbank hervor, die durch das Institut für Demoskopie Allensbach Anfang August durchgeführt worden war. Zum Vergleich:

2005 waren es noch 204 Euro im Monat gewesen. Auch die Bereitschaft, die private Altersvorsorge auszuweiten, ist demnach gesunken. Das sei „alarmierend“, erklärte Post-Vorstand Michael Meyer; er geht von einem „längerfristigen Trend“ aus. 42 Prozent der Berufstätigen gaben in der Umfrage an, sie seien nicht dazu bereit, ihre private Altersvorsorge zu erweitern. Noch im Jahr 2003 hatten dies laut Postbank-Umfrage nur 30 Prozent der Berufstätigen gesagt. Selbst von denjenigen, die ihre Altersvorsorge bisher nicht für ausreichend halten, seien nur 14 Prozent bereit, für mehr Sicherheit auf Konsum zu verzichten. Vor zwei Jahren seien dies noch 22 Prozent gewesen.

Viele wiegen sich in Sicherheit

Meyer erklärte die Entwicklung einerseits mit der Sorge um die Eurokrise. Die Bereitschaft, in dieser Situation neue und langfristige Vorsorgeverträge abzuschließen, sei gering. Zum zweiten habe die historisch gute Beschäftigungslage erheblichen Einfluss. Die gute Arbeitsmarktlage wiege offenbar viele in Sicherheit.

„Fahrlässig“ nannte Meyer die Einstellung von 50 Prozent der Befragten, die Inflation spiele bei der Planung ihrer Altersvorsorge keine Rolle. Den Preissteigerungseffekt bei einer so langfristigen Planung wie der Altersvorsorge zu vernachlässigen, sei „gefährlich“, warnte der Bank-Vorstand. Ein Euro, der Anfang 2002 ausgegeben wurde, habe heute eine Kaufkraft von wenig mehr als 80 Cent, rechnete er vor.

Gleichzeitig halten immer mehr Bürger ihre Altersvorsorge für ausreichend und wollen nicht mehr Geld investieren. Allerdings machen sich die Menschen mitten in der Schuldenkrise große Sorgen, im Alter nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt zu haben. Demnach glauben 44 Prozent der Berufstätigen, sich bereits genug für das Alter abgesichert zu haben, vergangenes Jahr waren es erst 38 Prozent gewesen.

„Betongold“ beliebt

Hoch im Kurs als Vorsorge im Alter stehen der Umfrage zufolge Immobilien. Jeder dritte Berufstätige, der seine Altersvorsorge erweitern wolle, plane den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Das sei gut ein Viertel mehr als in der ersten Postbank-Umfrage zum Thema Altersvorsorge im Jahr 2003, erklärte das Finanzinstitut. Das Ansehen der 2002 eingeführten staatlich geförderten Riester-Rente dagegen ist stark gesunken: Nur noch 24 Prozent sehen darin eine „ideale Form der Alterssicherung“. Vor fünf Jahren waren es laut Postbank noch 31 Prozent gewesen. Erbschaften werden der Umfrage zufolge zusehends wichtiger für die Alterssicherung: Bereits mehr als jeder vierte Berufstätige gab an, bereits erhaltene oder anstehende Erbschaften spielten eine wichtige Rolle bei der Planung der eigenen Vorsorge. Ebenso ein interessantes Ergebnis der Studie:

Eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge lehnen 48 Prozent der Befragten ab. Eine Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge dagegen finden 56 Prozent einen guten Vorschlag - in dem Fall wird ein Teil des Gehalts direkt vom Arbeitgeber auf ein Sparkonto bei einem externen Anbieter überwiesen.

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Von Günther Nonnenmacher

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