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: Der VW Touareg ist der bessere VW Phaeton

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Ein Motor und zwei Modelle: Dieselbe Antriebsquelle in zwei unterschiedliche Autos einer Marke zu stecken ist eine alltägliche Übung der Autoindustrie. Aber eine beinahe extraterrestrische Maschine in zwei extravagante Typen zu stecken ist keineswegs alltäglich.

          Ein Motor und zwei Modelle: Dieselbe Antriebsquelle in zwei unterschiedliche Autos einer Marke zu stecken ist eine alltägliche Übung der Autoindustrie. Aber eine beinahe extraterrestrische Maschine in zwei extravagante Typen zu stecken ist keineswegs alltäglich. Das haben wir bei VW gefunden und uns um eine nähere Bekanntschaft mit Phaeton V10 TDI und Touareg V10 TDI bemüht. Dabei ergaben sich neben den erwarteten Unterschieden durchaus überraschende Erkenntnisse und unerwartete Gemeinsamkeiten.

          Mit Phaeton und Touareg probt VW den Aufstand gegen die etablierte Oberklasse und macht ein Versäumnis zum Teil wett. Beide Produkte haben auf den ersten Blick in einem Unternehmen, das versucht, Wagen fürs Volk zu bauen und zu verkaufen, wenig zu suchen. Ihre Anwesenheit im Markt ist auf Ferdinand Piëch, den früheren VW-Chef und charismatischen Techniker, zurückzuführen. Er zettelte schon bei Audi mit Erfolg die Höherpositionierung der Marke an und verordnete VW einen ähnlichen Aufstieg. Das hat bis zur Stunde nicht so recht geklappt, und ob unter den gegenwärtigen Schwierigkeiten, die sich für den Golf V ergeben, abermals positive Entscheidungen für den Bau von Phaeton und Touareg getroffen würden, ist eine schöne, aber müßige Frage. VW wird mit beiden Produkten für lange Zeit leben müssen (oder dürfen).

          Wobei VW-Chef Bernd Pischetsrieder gewiß mehr Freude an dem Off-Roader mit dem Fernweh-Namen hat. Denn der Touareg entwickelte sich aus dem Stand zu einem respektablen Verkaufserfolg: Fast 8700 Einheiten fanden 2003 auf den deutschen Markt, die allermeisten Kunden entschieden sich für die billigste Variante, die freilich nicht wirklich kleines Geld kostet: Der Touareg R5 TDI (Fünfzylinder-Diesel mit 128 kW/174 PS) für 39 100 Euro ist für VW aber auch ein Hinweis auf den Kern des Versäumnisses: Die Werte der Marke passen sehr gut zu einem Geländewagen, hier wird VW geglaubt, hier greifen die traditionellen Stärken der Marke, und hier war VW bisher einfach nicht präsent. Ob die von VW für sich reklamierte "Liebe zum Automobil" dazugehört, erscheint fraglich, Vernunft der feineren Art zu zeigen, wäre auch nicht die schlechteste Eigenschaft. Und das Gros der Off-Road-Kunden möchte beim Umsteigen auf VW nicht in ein Auto mit einer Monstermaschine einsteigen. Daß es doch etliche VW-Käufer tun, hat einen guten Grund: Es ist eine liebe Monstermaschine.

          Etwa ein Drittel der Phaeton-Kunden will im Wohlleben bei den Krafstoffaufwendungen sparen: Insgesamt 3104 Exemplare der Luxus-Limousine fanden im Jahr 2003 Eigner in Deutschland. Und 1098 davon entschieden sich für den Dieselmotor. Weil es für den Phaeton nur eine einzige Selbstzünder-Offerte gibt, kann das nur der V10 TDI sein.

          Dieses Triebwerk hat nicht nur bei VW eine Sonderstellung. Es ist bisher ausschließlich in Phaeton und Touareg installiert und vereint etliche Superlative: Es ist der einzige Zehnzylinder-Diesel und gleichzeitig der stärkste Diesel in einem Personenwagen. Er entstammt der vielleicht berühmtesten Motorenfamilie des gesamten VW-Konzerns: Die EA-188- Baureihe besteht aus 15 Mitgliedern, von 1,2 bis eben 5 Liter Hubraum, mit drei, vier, fünf und zehn Zylindern, mit zwei und vier Ventilen je Brennraum. Das stärkste Stück ist der V10 TDI und gleichzeitig auch ein Beleg für die motorische Kunst im VW-Konzern: Pumpe-Düse-Technik sorgt für hohe Einspritzdrücke, eine Ausgleichswelle kümmert sich erfolgreich um ruhigen Lauf, und Abgasturbolader und Ladeluftkühler bringen Leistung. Und die ist extraordinär: Der Diesel bietet für Phaeton und Touareg einheitliche Daten: 230 kW (313 PS) bei 3750 Umdrehungen in der Minute und ein maximales Drehmoment von 750 Newtonmeter bei 2000/min. Schon bei 1000 Umdrehungen warten 600 Nm auf den Abruf, sie sind bereit bis knapp 4000/min, und in dieser Drehzahlspanne schrumpfen die allermeisten, mit Leistung verbundenen Aufgaben zur Bedeutungslosigkeit. Dieser Diesel verfällt nach dem Start in die Ruhe eines Granitblocks, es gibt keine vergleichbaren Maschinen in Personenwagen. Er ist nicht das Feuer, eher wie die Glut aus einem Vulkan, von dem keiner weiß, daß er noch aktiv ist.

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