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Der Kandidat Gauck Das Ende der Kür

 ·  Joachim Gauck konnte bisher tun und lassen, was er wollte. Diese unbeschwerte Zeit, in der er sich ohne Rücksicht in der Kunst der freien Rede über die Freiheit üben konnte, ist vorbei. Inzwischen wird jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt. Bislang schlägt er sich gut.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (28)

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Dr. Hans Herz

An Frau Margret Popp

Statt wüst zu vermuten sollte man mit Vertrauensvorschuss abwarten, was er zeigen wird. Vorurteile sind genau so böse wie üble Nachreden.

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Klaus Michael Strauss

Hervorragender Beitrag

Dank für diese im faszinierenden Sprachstil der informierten Diskretion formulierte Betrachtung.

Auf diese wichtigen Antworten und klugen Wertungen habe ich gewartet. Die FAZ wieder einmal als Wegbereiter der politischen Kultur.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.03.2012 09:37 Uhr
Isabel Arent
Isabel Arent (Cedro) - 12.03.2012 09:37 Uhr

eben Günter Bannas!

...

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Margret Popp

@ Uwe Gerig

>Sollte der Pastor damals tatsächlich über Gebühr mit der Stasi kooperiert haben,

Sind Sie noch recht bei Trost? Welche Unterstellung allein in diesem Konsitionalsatz.

Butter bei die Fisch! Welche stichfesten Hinweise für diese Enormität hätten Sie?

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Uwe Gerig
Uwe Gerig (UweGerig) - 11.03.2012 12:46 Uhr

Viele, sehr viele unbeantwortete Fragen

Gauck hat sich nie, soweit ich weiß, als "Bürgerrechtler" oder als "Oppositioneller" bezeichnet. Diese Etiketten haben ihm andere angehängt, in seiner Eitelkeit war er deswegen wohl geschmeichelt und hat nie widersprochen. Das wird jetzt hochgespielt, ist aber nebensächlich. Seine Haltung vor 1989 gegenüber der SED-Diktatur ist jedoch umstritten, dazu gibt es viele unbeantwortete Fragen. Sollte der Pastor damals tatsächlich über Gebühr mit der Stasi kooperiert haben, wäre das aus damaliger Sicht durchaus verständlich, denn nur die Stasi konnte ihm bei seinen familiären Problemen (Ausreise von drei erwachsenen Kinder und deren Wiedereinreise zu Papa Pastor nach Rostock) helfen oder konnte diese Hilfe verweigern. Die Kooperation aus solchen privaten Gründen ist, auch aus heutiger Sicht, verständlich. Zu entschuldigen ist sie trotzdem nicht. Jemand, der für das höchste Staatsamt kandidiert, sollte nicht angreifbar sein wegen einer irgendwie gearteten Kooperation mit dem SED-Regime.

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Frank Fischer
Frank Fischer (Dr.FF) - 11.03.2012 12:08 Uhr

VW-Bus plus Westreise-Freiheit für Herrn Gauck

Sorry, aber wer bei Herrn Wulff "Hauskredit" und "Bobbycar" gesagt hat, sollte bei Herrn Gauck "Westreise-Freiheit" und "VW-Bus" sagen. Erst recht als Journalist... Laut Aussage des letzten Stasi-Chefs des Bezirks Rostock, Oberst Artur Amthor, hat dessen Behörde in den späten 80ern eigens für Herrn Gauck einen VW-Bus zum "privaten Gebrauch" importiert. Stimmt das? Hat Gauck dieses "Geschenk" angenommen? Warum und wofür? Oder hat er diesen Kleinbus bezahlt? Wieviel und bei wem? Herr Gauck genoß im "Unrechtsstaat" DDR scheinbar durchaus außergewöhnliche Privilegien. Auffällig - und merkwürdig, daß sich keiner dafür zu interessieren scheint.
Warum lese ich überall das Joachims-Evangelium statt kritischen Journalismus? Oder gelten für Herrn Gauck andere Maßstäbe als für Frau Klarsfeld? Deren Vergangenheit und Kontakte zur DDR-Führung, inklusive einer Zuwendung von 2000 DM - ja fein säuberlich nachrecherchiert wurden. PS.: Nichts gegen das Evangelium - aber das gehört in die Bibel.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.03.2012 00:25 Uhr
Dr. Hans Herz

zu Frank Fischer

Gibt es denn über den VW-Bus und die Westreisen hinaus auch konkrete Indizien für den Verdacht einer geheimen Kolaboration zwischen Gaug und Stasi? Einfach nur Verdächtigungen anzustoßen, ist immer einfach und eben nur an fremdem Zeuge flicken. Verdachte zu streuen wirkt meist wie eine heimlich fressende Säure und viel schlimmer als ein nachweisbarer Vorwurf eines Fehlverhaltens.
Woraus folgt denn, dass einige Westreisen (wieviel denn genau?) den Vorwurf "Westreise-Freiheit" rechtfertigen ?!!
Noch ein Verdacht: Kann es sein, dass in den ersten Kommentaren Anhänger der LINKEN sich ziemlich ähnlich auslassen ?

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Eberhard Stoeckel

Jugendpfarrer in Rostock

oder Altenheim-/Krankenhausseelsorger wäre m.E. eine löblichere Beschäftigung für ihn, um ihn vr seiner Selbstherrlichkeit zu bewahren. Ich hoffe auf die Vernunft der Bundesversammlung.

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Margret Popp

@ Uwe Ostertag

>Gauck hat so viele Ungereimtheiten auf dem Kerbholz<
Bitte geben Sie dazu ein Beispiel. Ich will doch hoffen, dass nicht Üble Nachrede in Ihrer Gedankenwelt herumspukt.
In der Tat stand Gauck in der DDR.Zeit auf der Seite der Unterdrückten, nicht auf der der Unterdrücker, weswegen ja auch seine Kinder in der DDR keinen Studienplatz erhielten, daher zur Übersiedlung in den Westen gezwungen waren und GEGEN DDR-Gesetz ihn nicht einmal besuchen durften.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.03.2012 21:54 Uhr
Margret Popp

Erzwungene Ausreisen aus der DDR

>Drei erwachsene Kinder durften in den Westen ausreisen, sehr ungewöhnlich.
Inwiefern? Das Regime war stets bestrebt, aufmüpfige Personen in den Westen zu entsorgen. Vgl den Fall Roland Jahn, der in Handschellen gegen seinen Willen in den Westen verfrachtet wurde. Hierhin gehört auch die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 und der Betrug, der angezettelt wurde, um Freya Klier und Stefan Krawczyk, als man sie Ende Januar 1988 aus Anlass der "wilden" Demonstrationen am Rande der offizielle Rosa-Luxemburg-Demonstration vom 17.1.1988 zu einem Ausreiseantrag zu veranlassen, den sie ohne diesen Betrug niemals gestellt hätten. Siehe Kliers Buch *Abreißkalender*.
>Woher haben Sie denn die Weisheit, dass die Kinder "gegen DDR-Gesetz ihn nicht einmal besuchen durften"???
Aus der Ihnen zu empfehlenden Replik des Bürgerrechtlers Wolfgang Ullmann 2000 auf die abwegigen Denunziationen Gaucks durch Diestel.

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Uwe Gerig
Uwe Gerig (UweGerig) - 11.03.2012 13:41 Uhr

Moment, Frau Popp

Drei erwachsene Kinder durften in den Westen ausreisen, sehr ungewöhnlich. Die Ausgereisten durften aber sehr wohl wieder einreisen, noch ungewöhnlicher! Woher haben Sie denn die Weisheit, dass die Kinder "gegen DDR-Gesetz ihn nicht einmal besuchen durften"??? Die vierte Tochter durfte vor der Maueröffnung auch noch in den Westen ausreisen. Und wo war Pastor Gauck am Tag der Maueröffnung? In Berlin-West zur Geburtstagsfeier seines Onkels. Wieder mit Ausreisegenehmigung!

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Klaus Gehlen
Klaus Gehlen (Klaus-G) - 10.03.2012 19:49 Uhr

Merkel vs. Gauck

Die merkelsche Ablehnung gehört in der Tat zu den spannendsten Facetten dieser Kandidatur und Herr Bannas hat die Gründe umfassend erörtert. Es könnte allerdings noch einen weiteren geben, denn mit jeder Anklage, die Gauck in Richtung DDR schleudert, fällt immer mehr auf, dass Frau Merkel dies nie getan hat. Sie kam so schnell im Westen an, dass sie dort beinahe unterzutauchen schien. Wenn ihr ihre Herkunft unangenehm war, womöglich aus rein polittaktischen Beweggründen, kann man verstehen, dass sie die Vergangenheit nicht täglich neu aufgewärmt sehen möchte.

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otto sundt
otto sundt (drto) - 10.03.2012 17:28 Uhr

Linke Moral

Ginge es nach der Moral der Linken, nicht nur der Mitglieder der Partei gleichen Namens, gäbe es überhaupt keinen Bundespräsidenten. Gemessen an den eigenen Moralansprüchen könnte keiner dieser Damen und Herren kandidieren. Besonders die sogenannten "Antizionisten" die den Auszug dieser Partei aus dem Bundestag anläßlich der Rede von Shimon Peres am 10. Jan. 2010 goutierten und auch heute noch begrüßen. Es gibt nicht verlogeneres als die "antifaschistische" Staatsdoktrin der ehemaligen DDR für die sich heute protestantische Pastoren einsetzen.

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eberhard seelig

gauck

herr gauk ist -
ein opportunist.

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Uwe Ostertag

wissen ist macht

als Ex-Stasijäger muss Gauck enormes Wissen haben, sowohl über seine eigene Vergangenheit als auch über Merkels. Schon komisch, dass Kohl,Muttis Sponsor, ausgerechnet Gauck mit der Aufarbeitung der Stasiakten beauftragte. Gerade Ossis(ich auch) wissen,dass jemand, der in der DDR Privilegien en Gros geniessen durfte Gegenleistungen an Honecker und Mielke abliefern musste. Und dann auch noch der Freiheitskämpfer? Irgendwie sehe ich, dass sowohl Gauch Angst vor Mutti hat als Mutti vor diesem auch. Was wissen sie über sich gegenseitig.
Gauck hat so viele Ungereimtheiten auf dem Kerbholz, und wenn man sieht, weil gerade die Springer Presse ihn anpreist, als wenn ein Gemüsehändler nen faulen Apfel als Frischobst verkaufen will.
Gauck ist wie ein Fisch, bei dem ich mir unsicher bin, ob dieser vom Kopfe oder vom Schwanze her stinkt, vielleicht auch von beiden Seiten, weiß man es?

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Ulrich Dust

Seine Vergangenheit als

Lastminute-Bürgerrechtler wird ihn noch einzige Zeit verfolgen, die Fragen zu unwahren Aussagen zu Stasi-Beschäftigten 1997 vor dem Bundestag werden kreisen und der Spiegel von 1991 zur langen, mehrmaligen unbeaufsichtigten Durchsicht der eigenen Akte ist noch lange nicht überall im Altpapier.

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Rüdiger Kalupner

Exodus-Moses-Rolle für Gauck-Merkel in der Systemkrise

Angela Merkel hatte wohl begriffen, was sie an dem ev. Theologen gewonnen hatte, als sie sagte: „Ich bin sicher, dieser Mann kann uns wichtige Impulse geben für die Herausforderung unserer Zeit und der Zukunft, die Globalisierung, die europäische und internationale Staatsschuldenkrise, ....“.

Jeder Systemdenker weiß, dass die 'Herausforderung unserer Zeit' in einem Übergangsprojekt in eine 'nachhaltige Industriekultur' besteht und dass dazu ein Exodus aus der nicht-nachhaltigen Crashordnung des 2%Wachstumszwang-Regimes der KAPITALSTOCK-Maximierer gestartet werden muß.

Diese doppelte Exodusstart-/Übergangs-Aufgabe ist eine biblische zu nennen, weil nur hier das evolutionäre Prozessmodell vorliegt, u.a. mit dem Exodus aus Ägypten, mit dem Glauben an die Existenz der göttliche Reichsoption und mit dem Gnadenakt, durch den das Emergent-Kreativ-Rettende sich uns offenbare, und dass auch der 'schöpferischen Zerstörer' noch erscheine.

Auf Gauck-Merkel wartet die Exodusstart-Moses-Rolle.

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Ralf Kowollik

Der Gauck-Coup allein wird die FDP nicht retten

Dass die CDU es jetzt so darstellt, als sei es Frau Merkel gewesen, die Gaucks Kandidatur erst möglich gemacht habe, zeigt nur, wie dreist und verlogen diese Partei (geworden) ist. Ob die Wähler der CDU dieses Märchen tatsächlich abnehmen?
Nein, in Wahrheit war es die viel gescholtene FDP, die den in der Bevölkerung beliebten Gauck durchgesetzt hat, Philipp Rösler hat dafür sogar die Koalition aufs Spiel gesetzt. Ich denke, dass die Wähler Röslers Mut auch durchaus anerkennen. Nur wünschte man sich, dass die FDP diesen Mut auch auf anderen (wichtigeren) Feldern zeigen würde.
Warum hat die als Steuersenkungspartei angetretene FDP beispielsweise nicht die Kraft, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen? Die ersatzlose Streichung des Solis (für die die schwarz-gelbe Bundesregierung nicht einmal der Zustimmung des Bundesrats bedürfte), wäre ein kraftvolles Signal, mit dem die FDP durchaus punkten könnte. Der Gauck-Coup allein wird die FDP jedenfalls nicht retten.

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Rüdiger Kalupner

das Exoduspotenzial aus der 2%Wachstumszwang-Tyrannei sucht seinen Moses

Angela Merkel hatte wohl begriffen, was sie an dem ev. Theologen gewonnen hatte, als sie sagte: „Ich bin sicher, dieser Mann kann uns wichtige Impulse geben für die Herausforderung unserer Zeit und der Zukunft, die Globalisierung, die europäische und internationale Staatsschuldenkrise, ....“.

Jeder Systemdenker weiß, dass die 'Herausforderung unserer Zeit' in einem Übergangsprojekt in eine 'nachhaltige Industriekultur' besteht und dass dazu ein Exodus aus der nicht-nachhaltigen Crashordnung des 2%Wachstumszwang-Regimes der KAPITALSTOCK-Maximierer gestartet werden muß.

Diese doppelte Exodusstart-/Übergangs-Aufgabe ist eine biblische zu nennen, weil nur hier das evolutionäre Prozessmodell vorliegt, u.a. mit dem Exodus aus Ägypten, mit dem Glauben an die Existenz der göttliche Reichsoption und mit dem Gnadenakt, durch den das Emergent-Kreativ-Rettende sich uns offenbare, und dass auch der 'schöpferischen Zerstörer' noch erscheine.

Auf Gauck-Merkel wartet die Exodusstart-Moses-Rolle.

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Monika Lorenz

Dieses Bilder- und Posier-Pathos

nervt allmählich in gehörigem Ausmass.
Kann der Kanditat auch anders als: hier stehe ich, blicke auf zum Herrn, von welchem mir (ganz gewiss) Hilfe zuteil wird ....

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Ulrich Heinrich

Herr Gauck und das Mitgefühl - EHEC/HUS und der 33. Evangelische Kirchentag.

Im Rahmen einer Bibelarbeit auf dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 1.-5. Juni 2011 in Dresden sprach der frühere Pfarrer und wohl künftige Bundespräsident Herr Gauck davon, dass "wir in Deutschland manchmal geradezu angstsüchtig" seien.
Als Beispiel nannte der den Umgang mit ua. EHEC.

Zu diesem Zeitpunkt grassierte in Deutschland die EHEC/HUS-Epidemie mit tausenden Erkrankungen, zahlreichen Todesopfern und vielen um ihr Leben ringenden Menschen.

(Zum Thema Herr Gauck und die Wahrheit ist vielleicht mein Beitrag "Ich beklage die Geschichtsvergessenheit der 15. Bundesversammlung" vom 26.2.2012 von Interesse)

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Gerhard Storm

Als Bundespräsident nicht mehr frei?

Der Artikel berichtet von unbeschwerter Zeit. Damit ist die Zeit nach der Wende gemeint. Denn in der menschenverachtenden DDR konnten - abgesehen von ruhigen Wassern auf dem Land - nur hohe Parteikader gut leben. Das taten sie auch, unter geheimer Stasi-Überwachung.

Wer in dieser schrecklichen Parteidiktatur risikiert hat, sich seine Art Freiheit zu schaffen und anzuecken, verdient hohe Anerkennung. Es gab nur wenige Mutige, die das getan haben.

Dieses Überlebenstraining hat Gauck gutgetan, hat seinen Blick für Wesentliches und Unmenschliches geschärft. Damit verfügt er über einen wahren Trumpf, gut einsetzbar in seinem neuen Wirkungskreis.

Er braucht heute, Gott sei Dank, keine Angst mehr haben, wenn er etwas offen sagt. Selbst kleine Ungeschicklichkeiten werden ihm verziehen werden. Denn er scheint mir ein Mensch der Freiheit und der Offenheit, ein nunmehr wieder vorhandenes BP-Merkmal.

Und er wird auch dort, wo es vielleicht weh tut, sich äußern, frei und überzeugend. Prima!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.03.2012 13:04 Uhr
wolf biermann

Es gab nur wenige Mutige, die das getan haben,

Gauck wurde dann, als die Rufe "Wir sind das Volk" zu "Wir sind ein Volk" wurden, auch "mutig".
Wichtig ist für Sie, nach dem Brief von Gerhard Rein suchen:

"Joachim Gauck hat sich im Oktober 1989 in Rostock dem „Neuen Forum“ angeschlossen.
Vorher ist ein politisches Engagement gegen den repressiven Staat nicht auszumachen"

Sie haben ein Bild von Gauck, welches Ihrer Erwartung entspricht und von der Springer-Presse gemalt wurde, mit der Realität hatte es nichts zu tun.
Freiheit ist für Gauck "Abwesenheit von DDR", wenn Ihnen das als Kernaussage eines BP reicht......

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Ebiliane Santos

Den Kamf gegen Antisemitismus als "linke Ersatzreligion" zu relativieren, ist keine Ungeschicktheit!

"[...]Blick für Wesentliches und Unmenschliches[...]" ?

Hieße das nicht, sich gegen Faschismus auszusprechen?
Hieße das nicht, sich für einen Sozialstaat mit gerechter Lohnverteilung und menschlichen Arbeitsverhältnissen, auszusprechen?
Hieße das nicht, endlich Mal über fatale Immigrationspolitik und multikulturelle Ziele in Deutschland zu sprechen?

Stattdessen schwadroniert Herr Gauck lieber über inhaltlose Begriffe, die schön klingen; aber keine Aussage haben!

Das ist weder prima noch frei oder mutig.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 10.03.2012 11:05 Uhr

Es wäre schön, wenn Gauck selbst etwas zu seiner Rolle um die Wendezeit sagen würde ...

und sich letzten Endes nicht als "Wendehals" präsentiert, was viele, auch im Westen (!), schon von ihm denken. Er hätte dann - mit Wulff vergleichbar - jegliche moralische Vorbildfunktion verloren.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.03.2012 19:48 Uhr
Detlef Schöne

Der GAU(ck)

Als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) hatte Gauck 1997 eine vorsätzliche falsche Auskunft über die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Angehörigen gegeben. „Beim Bundesbeauftragten wurden am 1. Januar 1997 noch 15 ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des MfS als Angestellte bzw. als Arbeiter beschäftigt“, ließ Gauck die Bundesregierung wissen.

Ein vertrauliches „Gutachten über die Beschäftigung ehemaliger MfS-Angehöriger bei der BStU“, dass 2007 im Auftrag des Kulturstaatsministers Bernd Neumann (CDU) verfasst wurde, kommt zu einem anderen Urteil. „Diese Auskunft war falsch“, schrieben die damaligen Gutachter Hans Kleine und Klaus Schroeder.
Unerwähnt ließ Gauck 1997 in seiner Antwort an die Bundesregierung mindestens 46 zu dieser Zeit beschäftigte ehemalige Wach- und Personenschützer des MfS, drei frühere Mitglieder des MfS-Wachregiments sowie 16 ehemalige Hauptamtliche. Gauck selbst hat sich zu den Vorgängen nie geäußert und im Jahr 2011 waren bei der sog. Gauck-Behörde immer

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Bandas Naike

Alle Achtung Frau Holtmann

Wenn Sie dies bei ihren Beiträgen zum Thema Wulff auch so gehandhabt hätten: "...nur angreifen dürften, wenn wir ihm Fehlverhalten ganz konkret nachweisen können. Mit pauschalen Verurteilungen... kann ich wenig anfangen."
In ihren Beiträgen zum Thema Wulff haben sie Wulff durch Andeutungen in die Nähe der Korruption gerückt, ohne auch nur den geringsten Anhaltspunkt dafür zu haben

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Cornelia  Holtmann

Sehr geehrter Herr Stauf,

ich meine, dass wir Herrn Gauck nur angreifen dürften, wenn wir ihm Fehlverhalten ganz konkret nachweisen können. Mit pauschalen Verurteilungen ("Wendehals der letzten Stunde") kann ich wenig anfangen. Vielleicht bin ich naiv: Aber schon die Tatsache, dass er nicht Mitglied der FDJ war und die damit verbundenen Nachteile in Kauf genommen hat, zeigt mir, dass Herrn Gauck durch solche Vorwürfe Unrecht getan wird.

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Jahrgang 1952, Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

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