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Der Fahrplan zu den besten Freizeitparks

18.04.2004 ·  Die Saison ist eröffnet. In Rust, Brühl und Soltau geht es wieder rund. Ab 20 Euro sind Sie dabei.

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Mit 130 Stundenkilometern durch die Achterbahn, 100 Meter im freien Fall in die Tiefe oder mitfiebern bei der Stuntman-Show: die Vergnügungsparks locken ihre Besucher mit immer neuen Attraktionen. Und die Leute kommen in Scharen. "Im vergangenen Jahr haben die mehr als 200 deutschen Freizeitparks 22 Millionen Gäste gezählt", sagt Ulrich Müller-Oltay vom Branchenverband VDFU. Das ist nicht mehr als in den Jahren zuvor, aber immerhin jeder vierte Deutsche.

Längst nicht nur Familien sind potentielle Kunden. Gerade die vielen rasanten Fahrgeschäfte zielen auf Jugendliche und Erwachsene. Billig ist das nicht. Mindestens 15 Euro sind für einen Erwachsenen am Tag zu bezahlen, die großen Parks verlangen zwischen 20 und 26 Euro. Und auch Kinder bekommen nur bis elf oder 14 Jahre kleine Rabatte von drei bis vier Euro. Und dürfen bei manchen Fahrgeschäften nicht mitfahren. Hinzu kommen noch die Kosten für Verpflegung und Anreise und fast überall Parkgebühren von bis zu drei Euro. So kostet ein Tag mit der Familie schnell mehr als 100 Euro. Einige wenige Parks bieten daher Familienkarten. Wer mehrmals gehen will, für den lohnen sich Jahrestickets. Günstiger sind Paketangebote über mehrere Tage mit Übernachtung. Europa-Park und Phantasialand haben dafür eigene Hotels.

Bei großen Parks kann das Sinn machen, denn sie sind häufig so groß, daß längst nicht alle Attraktionen an einem Tag zu schaffen sind. Vor allem nicht an Wochenenden und Feiertagen, an denen sich die Wartezeiten vor den besten Fahrgeschäften auf bis zu eine Stunde ausdehnen. Geöffnet sind die meisten Parks von April bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 oder 19 Uhr. Seit einigen Jahren öffnen einige große Parks auch kurze Zeit im Winter. Dann sind einige Fahrgeschäfte geschlossen, dafür gibt es eine Skischule, Eislaufbahn oder verstärkt Shows.

Die Angebote der großen Parks umfassen nicht nur Fahrgeschäfte wie Achterbahnen, Wildwasser-Touren oder Freifalltürme, bei denen die Mutigen aus luftiger Höhe nach unten stürzen. Standard sind auch Showprogramme und Tiervorführungen sowie Spielewelten für die Kinder.

Europa-Park Rust. Er ist der meistbesuchte, aber auch teuerste Freizeitpark in Deutschland. Dafür wird einiges geboten. Der Silverstar ist Europas höchste Achterbahn und mit 130 Stundenkilometern schnell unterwegs. Spektakulär auch die Gladiatoren-Stunt-Show. Seinem Namen wird der Park gerecht, indem er elf europäische Länder architektonisch, gastronomisch und tänzerisch näherbringt. In den Benutzerforen sind die Besucher vom Angebot begeistert. Im Juni wird mit dem "Colosseo" das dritte parkeigene, im italienischen Stil erbaute Hotel eröffnet.

Phantasialand Brühl. Auch die deutsche Nummer zwei besitzt seit vergangenem Jahr ein Vier-Sterne-Hotel, ganz im historischen China-Design. Der Besucher erlebt sechs Themenbereiche, in die die Fahrgeschäfte eingebettet sind. Höhepunkte sind die Rafting-Tour mit der höchsten Schußfahrt Europas, eine Innenraum-Achterbahn, die teilweise durchs Dunkle führt, und viele Shows, wie die Eisrevue und eine Tanz- und Magievorstellung. Die Besucher äußern sich zufrieden.

Warner Bros. Movie World Bottrop. Der Park konzentriert sich auf Themen rund um den Film, natürlich aus Hollywood. Bekannte Figuren wie Bugs Bunny, Daffy Duck und Batman begleiten die Gäste. Der Park umfaßt auch Deutschlands größtes Filmmuseum. Auto- und Motorrad-Stunts gehören zum Angebot, aber auch eine doppelgleisige Achterbahn, auf der sich die Wagen abwechselnd überholen.

Heide-Park Soltau. Deutschlands flächenmäßig größter Freizeitpark bietet einige Superlative: mit Colossos die steilste Holzachterbahn der Welt und den mit 100 Metern höchsten Freifallturm der Welt. Hinzu kommen Delphinvorführung und eine Seelöwen-, Alligatoren- und Papageienshow.

Holiday-Park Haßloch. Der Park bietet neben schneller Achterbahn und dem Freifallturm aus 70 Meter Höhe eine Wasserski-Show in einer natürlichen Wald- und Parklandschaft. Auf einer Bootstour fährt man erstmalig in Europa auch zeitweise rückwärts.

Hansa-Park Sierksdorf. Deutschlands einziger Erlebnispark am Meer, was bei den Fahrgeschäften zur Geltung kommt. Der vergleichsweise preisgünstige Park wirbt unter anderem mit seinem Flugsimulator mit 3-D-Effekt, dem Abenteuerschiff Captain Orky, einem 4-D-Kino und einer musikunterlegten Lasershow. Der Kinderpreis gilt immerhin bis 14 Jahre statt der üblichen 11 Jahre. Auch die Verpflegungspreise sind moderat.

Legoland Günzburg. Hier stehen nicht Fahrgeschäfte im Vordergrund, sondern das Erleben der Legowelt. Dennoch gibt es mit dem Bionicle Deutschlands erste Fahrattraktion zum Selberprogrammieren der Geschwindigkeit und Dynamik. Trotzdem eher nur für Familien geeignet und dafür teuer. Zudem bietet das Legoland in Dänemark deutlich mehr, sagen Besucher.

Disneyland Resort Paris. Europas größter Freizeitpark lockt auch viele Deutsche. Er besteht aus den beiden Parks Disneyland und Walt Disney Studios. Disneyland ist ungefähr doppelt so groß und hat deutlich mehr Fahrgeschäfte als sein Bruder. Walt Disney Studios zeigt die eindrucksvollen Kulissen von Filmen wie Pearl Harbor oder Indiana Jones und bringt den Besuchern die Entstehung von Filmen und ihre Effekte näher. Gegen Aufpreis von 25 Euro können die Eltern ihre Kinder in eine zweieinhalbstündige Trainingseinheit der Fußballschule von Manchester United schicken. Insgesamt bieten die deutlich teureren Parks nicht entsprechend mehr als ihre deutschen Konkurrenten.

Sonstige Parks. Sie ziehen auch Hunderttausende Besucher an. Sie gliedern sich in Filmparks wie Bavaria oder Babelsberg, in Tierfreizeitparks wie Serengeti oder den Dinosaurierpark Münchehagen, in produktorientierte Parks wie den Playmobil Fun Park oder das Ravensburger Spieleland sowie die Parks, die sich auf Fahrgeschäfte spezialisiert haben, wie Geiselwind. Ganz neu: das Space-Center in Bremen, eine Reise in das Weltall. Einen Überblick bieten die Internetseiten www.freizeitparks.de, www.parkscout.de und www.freizeit-guide.de.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.04.2004, Nr. 16 / Seite 53
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