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Cristina Kirchner im Porträt Respektiert, aber nicht geliebt

 ·  Präsidentin Cristina Kirchner führt seit dem plötzlichen Tod ihres Mannes das Familienimperium weiter. Seitdem sie allein regiert, gibt sie sich konzilianter, sie mäßigte auch ihren hochfahrenden Ton.

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Eine Wahl war es eigentlich nicht, denn ihre politischen Gegner hatten sich zuvor in beispiellosen Schaukämpfen selbst demontiert. Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte keinen ernstzunehmenden Herausforderer. Das Ergebnis, mit dem sie für eine weitere Amtszeit bestätigt wurde, ist nach den Rekordwerten, die ein Juan Perón erzielt hatte, das beste seit der Rückkehr zur Demokratie 1983. An ihrer Stelle hätte eigentlich ihr Mann Néstor auf dem Siegerpodest stehen sollen, doch seit seinem plötzlichen Tod vor einem Jahr muss sie das Familienimperium weiterführen.

Kirchner hatte bei den Wahlen 2007 seiner Frau den Vortritt gelassen, statt sich selbst zur Wiederwahl zu stellen. Sie hatte im Präsidentenamt zu seinen Lebzeiten nur wenig Spielraum, weil er hinter den Kulissen weiter die Fäden zog und ihrer Regierung seinen Konfrontationskurs gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Gegnern aufzwang. Kirchners Streitsucht richtete sich schließlich gegen ihn selbst und rieb ihn auf. Frau Kirchner gab sich in dem Jahr, in dem sie allein regierte, konzilianter, zuletzt sogar früheren Widersachern gegenüber versöhnlich, sie milderte ihren hochfahrenden Ton.

Cristina Elisabet Fernández Wilhelm wurde am 19. Februar 1953 bei La Plata, der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, geboren. Ihr Vater war Busunternehmer. Ihre noch lebende Mutter ist Nachkomme wolgadeutscher Einwanderer. Mit ihrem Mann, den sie während des Jurastudiums kennenlernte, ging Frau Kirchner 1976, am Beginn der Militärdiktatur, in die patagonische Provinz Santa Cruz, aus der Néstor Kirchner stammte. Dort betrieb das Ehepaar eine Rechtsanwaltskanzlei und legte mit dem Erwerb von Immobilien den Grundstock zu dem privaten Vermögen, das jetzt offiziell deklarierte 13 Millionen Euro beträgt.

Néstor Kirchner war zunächst Bürgermeister der Hauptstadt Río Gallegos und von 1991 an zwölf Jahre lang Gouverneur der Provinz. Cristina Kirchner sammelte unterdessen eigene politische Erfahrungen als Abgeordnete und Senatorin im Nationalkongress. Der Wirtschaftsboom, den Argentinien nach der Krise erlebte, trug dazu bei, dass die Kirchners ihre Macht trotz mancher Rückschläge festigen und ausbauen konnten. So konnten sie auch die Sozialprogramme finanzieren, die ihnen Sympathien bei den ärmeren Bevölkerungsschichten einbrachten. Weder Fehlentscheidungen noch Skandale haben Frau Kirchner geschadet.

Aus der Jugendorganisation will sie ihr Personal rekrutieren

Von ihren Landsleuten wird sie respektiert, aber nicht geliebt. Ihre Kinder, der 34 Jahre alte Máximo und die 21 Jahre alte Florencia, sind bisher nicht in der Politik in Erscheinung getreten. Der Sohn hat allerdings über die von ihm gegründete „kirchneristische“ Jugend-Organisation „La Cámpora“ junge Politiker dem Regierungslager zugeführt. Aus diesem Reservoir scheint sich Frau Kirchner bei der Gestaltung ihrer Politik in den nächsten vier Jahren bedienen zu wollen. Die stets auf ein attraktives und gepflegtes Äußere achtende Präsidentin hat in ihrem bisherigen Wirtschaftsminister Amado Boudou außerdem künftig einen jugendlich wirkenden Stellvertreter.

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