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Veröffentlicht: 21.08.2013, 17:42 Uhr

Chemiewaffeneinsatz in Syrien Grausig

Hunderte Menschen sollen bei Chemiewaffenangriffen des Assad-Regimes ums Leben gekommen sein - und das, während sich UN-Inspekteure im Land aufhalten. Eine Provokation des Regimes oder ein Täuschungsmanöver der Aufständischen?

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Neue verstörende Nachrichten und Videos kommen aus Syrien, nachdem für geraume Zeit das Geschehen in Ägypten die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte: Hunderte sollen bei Chemiewaffen-Angriffen des Assad-Regimes auf Rebellenhochburgen getötet worden sein, wenn nicht noch mehr. Die Regierung bestreitet den Einsatz von Giftgas, nicht aber das Bombardement mehrerer Ortschaften an sich. Auch so wäre die Zahl der Opfer furchtbar. Fachleute halten die Videoaufzeichnungen für authentisch, doch eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht.

Klaus-Dieter Frankenberger Folgen:

Angesichts der Dramatik des Vorgangs fragt man sich, warum Assad Chemiewaffen ausgerechnet jetzt hätte einsetzen sollen, da sich UN-Inspekteure in Syrien aufhalten und die Regierungstruppen nicht auf dem Rückzug sind. Es wäre ein Akt unvorstellbaren Vernichtungswahns und des Willens, sich an der Macht zu halten, koste es, was es wolle.

Geschleifte rote Linie

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte der amerikanische Präsident Obama mit Konsequenzen gedroht, falls das Assad-Regime Chemiewaffen einsetzen und damit eine „rote Linie“ überschreiten sollte. Zwar fällt es mittlerweile schwer zu glauben, dass Obama im syrischen Bürgerkrieg irgendwelche Positionen von Belang einnehmen würde, selbst wenn „rote Linien“ noch so oft überschritten würden. Das Kalkül der Rebellen könnte die „Drohung“ von einst dennoch bestimmen. Könnte es sich um ein großes Täuschungs- und Verwirrmanöver handeln? Aber was, wenn Assad tatsächlich Giftgas eingesetzt hat? Was würde die „Staatengemeinschaft“ dann unternehmen?

Das mindeste, was sie tun kann, ist, darauf zu bestehen, dass die UN-Fachleute auch die jüngsten Schauplätze in Augenschein nehmen dürfen. Das Regime will ihnen nur Zugang zu drei Orten gewähren, in denen zuerst Giftgas eingesetzt worden sein soll. Die UN sollten sich nicht einschüchtern lassen und die entsprechenden Untersuchungen in die Wege leiten. Wenn Assad nichts zu verbergen hat, kann er ja kooperieren. Vielleicht fürchtet er aber auch, dass das, was die Inspekteure zu sehen bekämen, grausig genug wäre. Stimmt! Der Krieg in Syrien hat eine Dimension erreicht - an Opfern, Flüchtlingen, Zerstörung -, dass die Vorstellung absurd anmutet, die sich bekämpfenden Gruppen könnten jemals (wieder) friedlich miteinander auskommen. Von Demokratie wird man heute nicht einmal mehr reden.

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