http://www.faz.net/-icu-90ii2

Neue Umfrage : Zweifel der Briten an Mays Brexit-Strategie wachsen

  • Aktualisiert am

Holt die das Beste für Großbritannienbeim Brexit raus? Unter Theresa Mays Landsleuten glaubt daran laut der jüngsten Umfrage nur noch rund ein Drittel. Bild: AP

Die Folgen ihrer Wahlschlappe zeigen offenbar Wirkung. Der Rückhalt der Premierministerin für ihren Austrittsfahrplan aus der EU schwindet stark.

          Mit Blick auf den Brexit verlieren die Briten laut einer Umfrage zusehends das Vertrauen in eine erfolgreiche Verhandlungsstrategie von Premierministerin Theresa May. 61 Prozent von 2000 Befragten sind einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts ORB zufolge nicht mit Mays Vorgehen beim angestrebten Austritt aus der EU einverstanden. Die Daten wurde Anfang des Monats erhoben. Ein Vergleich mit den Befragungen der beiden Vormonate zeigt, wie stark der Rückhalt der Regierungschefin bröckelt: Im Juli waren 56 Prozent unzufrieden mit ihrer Verhandlungsstrategie, im Juni 46 Prozent.

          May hatte die Briten am 8. Juni zu den Wahlurnen gerufen, um eine stärkeres Mandat für die Brexit-Verhandlungen mit der EU zu erhalten. Bei der vorgezogenen Neuwahl verloren die Konservativen aber ihre absolute Mehrheit im Unterhaus und sind nun auf Unterstützung der nordirischen Partei DUP angewiesen. Nach Einschätzung des ORB hat die Wahlschlappe entscheidend zur Erosion des Vertrauens in die Premierministerin beigetragen. Nur noch 35 Prozent der Befragten erwarten, dass die Regierungschefin bei den Brexit-Gesprächen das Beste für Großbritannien herausholen wird.

          Die Scheidungsgespräche zwischen London und Brüssel sind sehr holprig angelaufen: Bislang ungelöste Streitpunkte sind unter anderen gegenseitige finanzielle Verpflichtungen und der Status von Millionen Briten und EU-Bürgern im jeweils anderen Gebiet. Erst wenn diese Themen geklärt sind, soll über die Handelsbeziehungen nach dem Brexit verhandelt werden. Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung für das Vereinigte Königreich, da es den EU-Binnenmarkt und die Zollunion mit dem geplanten EU-Austritt am 29. März 2019 verlassen will.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Mogelpackung oder Pragmatismus

          Brexit-Verhandlungen : Mogelpackung oder Pragmatismus

          Die neue Grundsatzdiskussion über Visionen und Grenzen der europäischen Einigung ist sinnvoll. Statt mit Schadenfreude auf die Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft zu blicken, sollten die 27 EU-Partner lieber über ihre eigene Zukunft nachdenken. Ein Kommentar.

          Netanjahu greift Erdogan an Video-Seite öffnen

          Konflikte um Jerusalem : Netanjahu greift Erdogan an

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel als "terroristischen Staat" bezeichnet, der "Kinder tötet". Israels Premierminister Benjamin Netanjahu reagiert bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten in Paris deutlich auf Erdogans Vorwürfe und greift ihn direkt an.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Die französische Philosophin Elisabeth Badinter und die deutsche Publizistin Alice Schwarzer diskutieren in der Pariser Wohung Badinters.

          Islam und Antisemitismus : „In Cafés sitzen keine Frauen mehr“

          Kommt es durch die Einwanderung von Muslimen zum Erstarken des Antisemitismus? Und was bedeutet diese Diskussion für Feministinnen? Ein Gespräch zwischen der französischen Philosophin Elisabeth Badinter und der deutschen Journalistin Alice Schwarzer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.