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Biathlon-WM : Norwegen sichert sich das erste Gold

Enttäuschend: Andrea Henkel startete schlecht in die Staffel Bild: dpa

Die deutsche Mannschaft startet mit einer Enttäuschung in die Biathlon-WM in Nove Mesto: Nach einem schwachen Auftritt landet die Mixed-Staffel nur auf Rang 13. Norwegen holt vor Frankreich und den Gastgebern aus Tschechien Gold.

          Platz 13, 2:40,7 Minuten Rückstand auf den Sieger: So weit weg vom Schuss war die deutsche Mixed-Staffel noch nie. Und das ausgerechnet beim Auftakt der Biathlon-Weltmeisterschaft in Nove Mesto. 27 000 Zuschauer, ausverkaufte Arena, ein spannendes Rennen, Wahnsinns-Stimmung, weil das tschechische Quartett beim WM-Heimspiel hinter Norwegen und Frankreich noch auf Platz drei vorpreschte. Allesamt ohne Strafrunde.

          Und als harter Kontrast in all der Feiertagsstimmung am Donnerstagabend betretene Gesichter bei den Deutschen. Andrea Henkel (Großbreitenbach), Miriam Gössner (Garmisch), Simon Schempp (Uhingen) und Andreas Birnbacher (Schleching) standen ziemlich verloren da im Flutlicht der Vysocina Arena.

              Ein Desaster. Schwer zu erklären trotz einer Strafrunde und insgesamt zehn Nachladern. Formsache oder Materialproblem? Eher letzteres. Wenn Miriam Gössner einerseits sagt: „So schlecht bin ich noch nie gelaufen“, dann aber nachschiebt: „Um meine Form mache ich mir keine Sorgen“ - dann ist das mehr als ein versteckter Hinweis. Und wenn Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig von einem „völlig untypischen Wettkampf von Miri“ spricht, weil es schon lange nicht mehr vorgekommen sei, dass „sie auf der Strecke verliert“, weiß man schon alles. Nur haut man seine Techniker nicht so gerne öffentlich in die Pfanne.

          Weit entfernt vom eigenen Anspruch

              Egal, ob Weiblein oder Männlein - kein Deutscher kam an diesem Abend auf der Strecke ungeschoren davon. Dabei gehören sie doch gerade läuferisch zu den Stärksten. Natürlich hatte Andrea Henkel gleich am Anfang einen schweren Stand gegen Weltcup-Spitzenreiterin Tora Berger (Norwegen) und Olga Saizewa aus Russland. Gut, zwei Nachlader kosten rund 20 Sekunden, aber das allein erklärte die 42 Sekunden Rückstand beim ersten Wechsel nicht. Richtig demoralisierend war es bei der vermeintlichen Aufholjagd von Laufwunder Miriam Gössner.

          Sicher, beim Liegendschießen büßte die Weltcup-Vierte beim Nachladen ungewöhnlich viel Zeit ein: Die erste Patrone verlor sie, die zweite klemmte, die dritte funktionierte: kalte Finger. Erstaunlicher aber war, dass die Tempobolzerin schlechthin unterwegs immer weiter zurückfiel. Spätestens die Strafrunde nach dem Stehendschießen beendete diesmal alle deutschen Medaillenträume. „Keine Ahnung, warum ich drei Fehler geschossen hab“, sagte Miriam Gössner, tapfer lächelnd. Aber die gut 20 Sekunden, die so eine 150-Meter-Runde kostet, holt sie sonst locker wieder heraus.

          Platz 23 mit eineinhalb Minuten Rückstand bei Halbzeit - weit entfernt vom eigenen Anspruch. Was blieb Schempp, außer ein bisschen Schadensbegrenzung? Die Verbesserung auf Platz 13 hört sich zwar freundlicher an, aber auch ihn erwischte es mit 2:04 Minuten Rückstand beim Wechsel heftig. Für Birnbacher war das Finale nur noch ein eher lustloses Training unter Wettkampfbedingungen.

          Quelle: dpa.

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