http://www.faz.net/-gpc-7535z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.12.2012, 15:50 Uhr

Biathlon in Pokljuka Erster Weltcupsieg für Miriam Gössner

Wieder eine grandiose Laufleistung: Trotz fünf Strafrunden siegt die 22 Jahre alte Garmischerin mit einem Vorsprung von 0,7 Sekunden. Insgesamt musste Gössner 750 Meter mehr laufen als die Zweitplazierte. Evi Sachenbacher-Stehle landet auf Rang 48.

© dpa Im Schießen noch nicht perfekt: Biathletin Miriam Gössner

Als Miriam Gössner am letzten Anstieg förmlich angeflogen kam, ahnte ihre Kontrahentin Gabriela Soukalova nichts Gutes. Mit unbändigem Willen und einer läuferischen Energieleistung zog Gössner bei der Verfolgung von Pokljuka 600 Meter vor dem Ziel an der Führenden vorbei und ließ sich auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcupsieg im Biathlon-Zirkus nicht mehr abfangen. „Wahnsinn. Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl“, jubelte die 22-Jährige. Nach dem Schlussspurt schrie sie ihre Freude in den Regenhimmel von Pokljuka. Mit 0,7 Sekunden Vorsprung sicherte sich die Garmischerin am Samstag ihren Premierenerfolg. Anschließend bekam sie ihr Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. Im Massenstart am Sonntag (15.00 Uhr/ARD und Eurosport) will Gössner wieder angreifen: „Ich mag diesen Kampf Frau gegen Frau. Das wird lustig.“

Die Herren hatten zuvor eine starke Aufholjagd hingelegt, Podiumsplätze waren allerdings nach den schwachen Leistungen im Sprint nicht drin. Simon Schempp blieb fehlerfrei und beendete das Rennen im strömenden Regen als Neunter. „Mit dem Platz bin ich sehr zufrieden. Das Schießen war super, das Laufen noch nicht so ganz“, sagte der Uhinger. Den Sieg sicherte sich souverän Olympiasieger Emil Hegle Svendsen aus Norwegen.

Mehr zum Thema

Miriam Gössner, die tags zuvor im Sprint Zweite hinter Soukalova geworden war, ließ derweil wie schon so oft am Schießstand Federn. Gleich fünf Strafrunden, also 750 Extra-Meter, musste sie absolvieren. Doch angesichts ihrer derzeit außergewöhnlichen Laufform konnte sie selbst dieses Handicap kompensieren. „Ich habe mich nur auf mich konzentriert. Es war zwar schon ein Katz- und Maus-Spiel. Aber es ist ja für mich gut ausgegangen“, sagte Gössner. Die Tschechin Soukalova war ohne Fehlschuss geblieben, hatte der Power Gössners in der Loipe aber nichts entgegenzusetzen. „Ich habe nicht an meinen Sieg geglaubt. Ich wusste, dass Miriam stärker ist als ich“, resümierte Soukalova. Dritte wurde die Französin Marie Dorin-Habert. Andrea Henkel rundete als Siebte das gute Teamergebnis ab, vergab aber durch vier Fehler einen Podestplatz. Tina Bachmann (2) wurde 26., Nadine Horchler (2) lief auf Platz 28. Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle (5) beendete ihr zweites Weltcuprennen auf Rang 48. Franziska Hildebrand konnte das Rennen nach einem Skibruch nicht beenden.

Im Schneetreiben und auf dem Treppchen © AFP Bilderstrecke 

Bei den Männern holte neben Schempp noch Andreas Birnbacher das Beste aus seinem Rennen heraus. Der Schlechinger verbesserte sich trotz zweier Strafrunden vom 40. auf den 13. Rang. „Mit dem Ergebnis kann man sehr zufrieden sein. Die Laufzeit war heute ok, und ich hatte einen guten Ski. Das hat mich motiviert für den Massenstart“, sagte der Sprintsieger von Hochfilzen. Erik Lesser (2 Fehler) machte als 15. ebenfalls 17 Plätze gut. Weltcup-Debütant Johannes Kühn (4) wurde 26. und Florian Graf (3) kam als 33. ins Ziel. Arnd Peiffer, Sprint-Weltmeister von 2011, hatte durch Rang 73 im Sprint die Qualifikation für den Verfolger erstmals in seiner Karriere verpasst. Er ist aber beim Massenstart (12.45 Uhr) dabei.

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Olympische Spiele Die ersten 44 Athleten für Rio

Die deutsche Olympiamannschaft wird in Rio mit rekordverdächtigen 450 Athleten an den Start gehen. Das erste Zehntel ist nun nominiert. Die Zahl 44 spielt auch bei den Erwartungen eine Rolle. Mehr

31.05.2016, 14:23 Uhr | Sport
Vorsicht Höhenangst! Eine Nacht im Amsterdamer Kranhotel

Eine 45 Meter hoch gelegene Luxussuite im Hafen von Amsterdam – nichts für Menschen mit Höhenangst! Dort, wo früher der Kranführer saß, befinden sich heute drei Hotelzimmer. Der Ausblick auf die niederländische Hauptstadt ist gigantisch. Ein weiteres Highlight: ein Whirlpool in 60 Meter Höhe. Mehr

30.05.2016, 17:15 Uhr | Reise
Formel 1 Ricciardo hat in Monaco Spaß

Daniel Ricciardo sichert Red Bull die Pole Position beim Großen Preis von Monaco. Der Australier ist schneller als die Mercedes-Piloten Rosberg und Hamilton. Sein zuletzt siegreicher Teamkollege Verstappen landet hingegen in den Leitplanken. Mehr Von Anno Hecker, Monte Carlo

28.05.2016, 15:23 Uhr | Sport
Präsidentenwahlen Wahlkrimi in Österreich

Die Entscheidung über Österreichs neuen Präsidenten ist zu einem wahren Wahlkrimi geraten: Auch nach Auszählung praktisch aller Stimmen aus den Urnen stand zunächst der Sieger der Stichwahl nicht fest. Das Rennen zwischen dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer und dem Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen ist so knapp, dass die Stimmen der Briefwähler den Ausschlag geben. Mehr

23.05.2016, 14:51 Uhr | Politik
EM in London Hentke schwimmt locker ins Finale

So richtig schlau war Franziska Hentke nach zwei Rennen noch nicht – das ist aber auch nicht der Plan. Bei der Schwimm-EM sollen olympische Abläufe getestet werden. So ist das Hauptziel. Mehr

21.05.2016, 20:28 Uhr | Sport

Wir haben ein Grundrecht auf Hiphop

Von Jan Wiele

Das Verfassungsgericht erlaubt das Sampling in Popsongs. Was für ein Sieg für den Hiphop, die Kunst des kopierten Bum-Tschak! Möge das große Sampeln beginnen. Mehr 1

Opel Astra TCR Ausflug nach Dröhnland

Opel schickt einen 330-PS-Astra in den Kundensport auf der Rennstrecke. Wir waren mit einem TCR-Renner und mit einem Normal-Astra auf dem Nürburgring. Ein Treffen von Falke und Ente. Mehr Von Wolfgang Peters 1

Das Beste aus dem Netz Ein Haustier namens Stjopa

Svetlana und Yuriy Panteleenko aus Moskau toppen alle Geschichten von Familien mit außergewöhnlichen Haustieren. Mehr 4

Designer Philippe Starck „Ich bin schrecklich langweilig, sogar für mich selbst“

Philippe Starck gelingt als Produkt-Designer einfach alles. Im Stil-Fragebogen spricht er über seine Verachtung für Jogginghosen, die er aber selbst trägt. Und warum er nie in den Urlaub fährt. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt 1

Fachkräftelücke In Deutschland fehlen mehr als 170.000 MINT-Arbeitskräfte

Wegen der Digitalisierung fürchten alle Jobverluste. Es gibt aber auch die umgekehrte Frage: Haben wir genug Arbeitskräfte, die fit in Mathe, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik sind? Mehr 0