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Zuwanderung Die Spanier sind da

 ·  Sie wollen der Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat entfliehen und packen ihre Koffer: Junge Spanier werden von deutschen Arbeitgebern im ganzen Land umworben. Aber Berlin kann zur Falle werden.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (18)
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Miguel Westphal

Mehr deutsche Einwanderer in Spanien als spanische Einwanderer in Deutschland

Unabhängig von der Diskussion, ob sich nun Spanier gut integrieren oder nicht - woran ich keine Zweifel habe - darf man aber ruhig noch mal daran erinnern, dass in Spanien immer noch fast doppelt so viele deutsche Einwanderer leben als spanische Einwanderer bzw. ihre Nachkommen in Deutschland. Mir ist aber natürlich sehr wohl bewusst, dass die Gründe für die jeweilige Einwanderung zum großen Teil nicht vergleichbar sind.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 03:55 Uhr
Karl-Heinz Steinhoff
Karl-Heinz Steinhoff (KHZS) - 18.02.2013 03:55 Uhr

Auf die "Alten" verzichten?

Machen wir das gerne? Eigentlich nicht, wir wollen doch lieber, dass unsere Alten, ihr angespartes Geld hier ausgeben, als im Ausland, oder nicht? :)

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 15.02.2013 22:00 Uhr

Die paar Spanier oder Griechen die hierher kommen,

sind es jetzt 9000 oder doch schon 10000 im Jahr, um hier zu arbeiten und dann nach einigen Jahren wieder in ihre schöne, warme Heimat zurückzukehren, sollten herzlich willkommen sein, lohnen aber die ganze Aufregung nicht.
Ganz anders sieht es bei den jährlich fast 150.000 Einwanderern aus den Elendsquartieren der Roma in Rumänien und Bulgarien aus. Häufig kranke Menschen, ohne Schulbildung für die es auch hier keine Arbeit gibt. Welche Probleme da auf uns zukommen hätte man schon vor Jahren in der Umgebung grosser Städte in Spanien und Italien studieren können.
Ein vorausschauende Einwanderungspolitik weiss zu unterscheiden nach Herkunft und Fähigkeiten und vermeidet die Einwanderung krimineller Grossclans, die bereits in ihren Heimatländern isoliert waren oder eben von Elendsflüchtlingen, deren Integration schon in ihren Heimatländern nicht gelungen ist.

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 15.02.2013 21:57 Uhr

... der fröhliche Helote ...

... fällt das niemandem auf? Beides Beispiele für Pflegeberufe. Warum bekomme ich keine Pflegekräfte? Weil jeder anständige deutsche Hartz IV-Empfänger weiss, dass er bei entsprechender Famlienstruktur mehr verdient, als in diesem anstrengenden Beruf. der bei der jetztigen Personalstruktur in den nächsten 10 Jahren (insbesondere für Männer) praktisch keine Aufstiegsmöglichkeiten bereithält, dafür aber Rückenschmerzen garantiert.

Die Spanier wissen das noch nicht. Deshalb würde ich anregen: Hartz IV-Schulungen für junge Spanier; die wissen nicht, was viele andere wissen, dass nämlich arbeitssuchende EU-Ausländer grundsätzlich die gleichen Sozialansprüche wie Deutsche haben. Also macht euch auf den Weg, denn soviel Kohle gibt es nirgendwo...

Lustig auch, dass in Spanien alle tolle Funktionstitel haben (Präsident/Direktor von irgendwas), aber ein Gehalt, bei dem die Mehrzahl von Leistungsempfängern hierzulande müde gähnt...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.02.2013 17:54 Uhr
Stefan Rubens

So ist es

"Fachkräftmangel" entsteht da, wo für schwere (nicht nur körperlich) Arbeit ein Entgelt bezahlt wird, daß eher als Almosen bezeichnet werden kann. Der Vergleich mit kinderreichen Hartz IV Empfängern, die einfache Rechenaufgaben beherrschen, ist da gut gwählt. Auffällig ist auch, daß beim Berufsbild "Beamter" nicht unter Fachkräftemangel gelitten wird. Sofern dies überhaupt als Beruf bezeichnet werden kann.

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Florian Adler

Schavans rühmliche Hinterlassenschaft von 2,2 Millionen Menschen

In der beruflichen Bildung, wo das BMBF bei der Regelung der Ausbildung in den Betrieben als einem der letztverbliebenen Bildungsbereiche zuständig geblieben ist, ist Schavan in 7 Jahren - außer in jedem Jahr aufs Neue den «Ausbildungspakt» zu rühmen - wenig eingefallen. In 2012 hatten 60 Tsd. Jugendliche keinen Ausbildungsplatz bekommen und landeten in der Warteschleife. Angestaut haben sich in diesem Übergangsbereich mittlerweile knapp 300 Tsd. junge Leute. Jeder 3. Jugendliche im Übergangsbereich mündet auch noch nach 2 Jahren nicht in eine Berufsausbildung ein. Auf 2,2 Mio. Menschen im Alter von 20 - 34 Jahren hat sich bis zum Jahr 2011 die Zahl derjenigen erhöht, die keinen Berufsabschluss haben, das sind rund 15% dieser Altersgruppe. Die Quote der Ausbildungsbetriebe lag 2011 mit 22,5% auf dem tiefsten Stand seit 1999. Kein Wunder, dass mit solch einer Bilanz «der angesehensten Bildungspolitikerin des Landes» jetzt im Chor das Loblied auf den Import von Fachkräften gesungen wird.

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jens kaiser

@Barisg

Keine Sorge, ich wohne nicht in Deutschland. Meine Rente muessen Sie also sicher nicht bezahlen :-). Aber statt zu jammern, wie schwer Sie es doch mit Migrationshintergrund in Deutschland haben, wuerde mich doch einmal interessieren, was Sie denn dazu meinen, dass z.B 82% aller libanesischen Staatsbuerger in Deutschland Hartz 4 beziehen. Und wenn ich mir die Quote bei Tuerken, Bulgaren oder Kosovaren anschauen wuerde, was fuer ein Ergebnis zeigte sich da wohl?

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Chris Heidrich

Mit 24 Jahren ...

... ist dieser Spanier schon Fachkraft ? Frage mich, was der in seinem kurzen Berufsleben gemacht hat, um alle Deutschen Bewerber auszustechen ...

Hier geht es doch schlicht und ergreifend um Lohndrückerei: Die Flüchtlinge arbeiten für jedes Gehalt, weil zu Hause die Familie in Schulden ertrinkt oder schlicht und ergreifend nichts zu essen hat. Die nehmen doch jeden Job, zu jedem Geld an ...
Und wenn es nicht mehr gefällt: Wir haben ja auch noch Hartz IV zu verteilen

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Ferdinand Bohn

Und wo sollen diese Menschen wohnen?

Die Arbeitsplätze sind vorwiegend in den Ballungsgebieten. Und dort sind die Mieten hoch.
Die Zuwanderung wird die Mieten weiter in die Höhe treiben. Zudem wird der Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze verschärft. Und es werden nicht nur Zuwanderer kommen, die die gefragten Berufe haben. Und was macht man dann mit diesen Menschen? Die Probleme sind vorprogrammiert.

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Tobias Brueggendick

Und wieder falsche Verwendung des Begriffes Fachkräftemangel I

Die Art und Weise wie der Begriff Fachkräftemangel verwendet wird, ist nicht korrekt. Viele Artikel wollen ausdrücken, dass Fachkräfte knapp wären. Wenn aber etwas knapp ist, dann verteuert sich dieses Objekt. Wo sind denn die Lohnerhöhungen bei den ganzen Fachkräfte. Wo haben in den letzten Jahren die Unternehmen mehr Geld ausgegeben, damit sie eine Fachkraft erhalten? Wenn man sich an die Statistiken anguckt an die man frei ran kommt und auch noch die eigenen Eindrücke sowie die von Bekannten vergleicht gibt es dass nicht. Dies bedeutet das hier ein Baustein, und in meinen Augen ein sehr wichtiger, für eine wirkliche Verknappung der Fachkräfte fehlt. Dadurch dass wir jetzt Ausländer holen, die man leichter manipulieren kann weil diese Arbeit suchen, sinkt sogar der Lohn eher. Man kann also mitnichten von einer Verknappung reden, eher von einer herbeigeredeten Verknappung.

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Alex Gerritsen

Integration ist das Zauberwort

Viele ausländische Bewerber kommen aus einer schwierigen Situation heraus nach Deutschland und versuchen wirtschaftlich Fuß zu fassen. Dabei geht es nicht immer ausschließlich um monetäre Anreize, die man als Unternehmen setzen kann, um diese hochqualifizierten Zuwanderer für eine langfristige Beschäftigung in Deutschland zu begeistern. Um eine reibungslose Integration zu gewährleisten, muss man als Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten bieten: Die Integration der Familie und das Aufzeigen von Möglichkeiten wie Schulen, Sprachkursen, Kinderbetreuung, kulturelle Ereignisse sowie Sportangebote sind von essentieller Bedeutung.

Gerade in Südeuropa gibt es sehr gute Hochschulen mit exzellentem Ruf und hochwertiger Ausbildung, die eine Vielzahl an Top-Absolventen hervorbringen. Werden diese Ressourcen genutzt und gelingt eine gute Integration der Arbeitnehmer aus dem Ausland, kann Deutschland dem Fachkräftemangel in den nächsten Jahren ein wenig zuversichtlicher entgegen treten.

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Rainer Schweitzer
Rainer Schweitzer (RSRS) - 15.02.2013 10:16 Uhr

Integration

"...schließlich sind die Folgen fehlgeschlagener Integration aus der Anwerbewelle im vergangenen Jahrhundert noch heute spürbar."

Im letzten Jh. gab es Gastarbeiterwellen aus Italien, Spanien, Portugal, Griechenland. Mein Eindruck ist, daß die Integration derer, die hier geblieben sind, durchaus erfolgreich war.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 16:12 Uhr
Bar Is Gk
Bar Is Gk (BarisGK) - 15.02.2013 16:12 Uhr

Leider musste meine Mutter

und ich aktuell ich die Rente von Ihnen mitbezahlen Herr Kaiser. Ich wünschte, ich könnte es mir aussuchen.

Und besonders schlimm ist es, wenn man auch noch Besserverdienender und Akademiker mit Migrationshintergrund ist.

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jens kaiser

Richtig, Sie haben aber bei der Aufzaehlung die Tuerkei "vergessen"

und den Balkan. Im Zuge des Libanonkrieges auch Libanesen. Wuerden Sie bei diesen Gruppen immer noch von erfolgreicher Integration sprechen? Oder von erfolgreicher Integration in die Sozialsysteme?!

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Closed via SSO

Diese Zuwanderer brauchen wir. Von ihnen können sich viele faule und unflexible Deutsche eine

Scheibe abschneiden. So nimmt man seine Zukunft selbst in die Hand.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 11:40 Uhr
Henk Hulst
Henk Hulst (HenkHulst) - 15.02.2013 11:40 Uhr

Ausland

Man kann lange über individuelle Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme im Ausland diskutieren. Allerdings hat sich gezeigt, dass in der Regel jene Berufe gute Chancen haben, die auch in Deutschland nachgefragt werden. Z.B. medizinische und technische Berufe, teilweise das Handwerk, obwohl es in den 90ern Ärzte- und Ingenieurs"schwemme" gab (Zyklen haben die Angewohnheit, wieder zu kommen). Inwieweit es realistisch ist, dass Millionen von deutschen Arbeitslosen im Ausland unterkommen können, ist aber eine andere Frage.
Ich möchte aber zum Thema Strukturproblem noch hinzufügen, dass der skandinavische Arbeitsmarkt z.B. erheblich aufnahmefähiger ist, für alle Ausbildungsgruppen. Das ist in erster Linie politisch begründet, und hier kann noch viel dazu gelernt werden.

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Closed via SSO

Mag sein, Herr Hulst, aber interessanterweise sprechen Sie nur vom Inland und erwähnen gar nicht

erst die Möglichkeit, es den Spaniern gleich zu tun und auszuwandern. Das ist es, was ich gemeint habe. Wer die ortsnahe Versorgung mit Arbeitsplätzen selbst in aussichtslosen Branchen erwartet, sieht das natürlich nicht.

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Henk Hulst
Henk Hulst (HenkHulst) - 15.02.2013 10:18 Uhr

Naja

Es gibt Sektoren wie den Pflegebereich, wo Kapazitäten vorhanden sind. Einfach ist es für niemanden, wie schon das Beispiel der Psychologien zeigt. Das ändert aber auch nichts am Strukturproblem des deutschen Arbeitsmarktes, der die ca. 13 Mio. Nicht- oder Unterbeschäftigten in keiner Weise aufnehmen kann.

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15.02.2013, 08:00 Uhr

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