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Zur Sache Wie wichtig sind Netzwerke?

27.12.2004 ·  Gerade für Führungskräfte stellt das persönliche Netzwerk einen Schlüssel zum Erfolg dar. Der Aufbau erfordert Jahre. Ein falsches Vorgehen kann viel zerstören.

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Für Führungskräfte ist das persönliche Netzwerk ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Der Aufbau erfordert Jahre, und Sensibilität ist auch beim Umgang mit dem Netzwerk erforderlich. Ein falsches Vorgehen kann viel zerstören.

Eine ganz besondere Relevanz bekommt das Netzwerk, wenn man es aufgrund des Verlustes des eigenen Arbeitsplatzes als Marketinginstrument bei der „Vermarktung in eigener Sache“ einsetzen muß. Die Erfahrung aus vielen Jahren Beratungspraxis im Outplacement lehrt, daß vor allem Führungskräfte mit diesem Instrument den größten Erfolg haben, nicht nur eine neue, sondern oft auch eine bessere Position zu finden. Dazu bedarf es besonders sorgfältiger Vorbereitung und Durchführung. Folgende acht Grundsätze sollten - in der aufgeführten Reihenfolge - unbedingt beachtet werden:

1. Feststellung der Personen des Netzwerkes, das im Hinblick auf den Umfang im Prinzip alle Menschen, „die ich kenne“, einschließt. Das können auch Personen aus anderen Unternehmen sein, mit denen man gut zusammengearbeitet hat. Intensives Durchdenken aller beruflichen Stationen ist unerläßlich.

2. Aussortierung des Personenkreises nach offensichtlich nicht weiterführenden Kontakten; bei den übrigen Sortierungen je nach persönlichem Bekanntheitsgrad und persönlicher Nähe vorgehen.

3. Wie erfolgt die Kontaktaufnahme? Es muß festgelegt werden, ob eine schriftliche (Post oder E-Mail?), telefonische oder angekündigte persönliche Kontaktaufnahme sinnvoll ist.

4. Niemals sollte nach dem Vorhandensein einer Stelle gefragt werden. Die meist negative Antwort bringt den Kontaktpartner in eine unangenehme Lage und blockiert mit großer Wahrscheinlichkeit die Bereitschaft, weitere Kontakte zur Verfügung zu stellen (Schneeball-Effekt) oder sich überhaupt weiterführende Gedanken zu machen.

5. Hintergrund für die Kontaktaufnahme darf immer nur die Bitte um Rat in einer wichtigen beruflichen oder/und persönlichen Situation sein und dann erst die Bitte um konkrete Information oder um die Herstellung weiterer Kontakte. Das wird der Befragte in aller Regel positiv aufnehmen, weil er in diesem Rahmen gerne und ohne große Mühe auch tatsächlich weiterhelfen kann.

6. Die Kontaktaufnahme muß immer ein klar formuliertes Begehren zum Hintergrund haben, das heißt der Kontaktpartner muß wissen, wer und was ihn erwartet.

7. Ist der Kontakt geknüpft, müssen Verabredungen jeglicher Art auf das Peinlichste eingehalten werden. Der Kontaktpartner muß stets informiert sein, was sich aus seinem Rat oder der Herstellung weiterer Kontakte ergibt oder ergeben hat. Wird das versäumt, steht er für ein weiteres Vorgehen mit Sicherheit nicht mehr zur Verfügung.

8. Ein kurz gefaßtes Eignungs- und Persönlichkeitsprofil sollte vorbereitet sein. Es sollte so knapp sein, daß es in die Brieftasche (des Kontaktpartners) paßt.

Gerade die letzte Regel macht deutlich, daß man genau wissen muß, wo die eigenen fachlichen und persönlichen Stärken und Schwächen liegen. Der Gesprächspartner muß dies schnell erkennen und dann auch umsetzen, also in sein eigenes Netzwerk einbringen können. Prägnante und kurz zu formulierende Erfolgsbeispiele sind der Schlüssel zum Erfolg.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2004, Nr. 301 / Seite 53
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