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Zur Sache Karriereplanung

22.02.2006 ·  Jeder Stellenwechsel birgt ein gewisses Risiko, doch Branchenwechsel gehören zur normalen Karriere-Entwicklung. Was ist für die Karriereplanung ab vierzig besonders zu beachten?

Von Dorian Hartmuth
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Wenn Stellenausschreibungen oft mit dem Hinweis auf gewünschte Bewerber aus einer jüngeren Altersschicht ausgestattet sind, so macht dies deutlich, daß die Karriereplanung ab vierzig mit großer Vorsicht gehandhabt werden muß. Die Zahl der am Markt möglichen Stellenwechsel reduziert sich mit fortschreitenden Jahren zunehmend, die jeweils mögliche neue Position sollte sorgfältig geprüft werden nach Kriterien der langfristigen Stabilität. Hier gilt es, zu recherchieren, wie solide das neue Unternehmen betriebswirtschaftlich aufgestellt ist.

Eine gute Methode ist die Unternehmensrecherche mit Stichwortsuche nach Artikeln zur Firma in den Archiven überregionaler Tageszeitungen. Weitere Sicherheitskriterien sind das Kennenlernen der künftigen direkten Mitarbeiter, damit es nach der Einstellung nicht zu bösen Überraschungen kommt, und ein Fragenkatalog, der die für Sie offenen Punkte sorgfältig erfaßt. Viele hundert Bewerbergespräche haben gezeigt, daß über Vierzigjährige ihre jahrelang erworbene fachliche Expertise nun in den folgenden Jahren verwerten und nicht ohne Not zur Mitte des Berufslebens gänzlich neue Themen beginnen sollten.

Branchenhopping

Branchenwechsel gehören zur normalen Karriere-Entwicklung, aber ein Branchenhopping bedeutet oft, die erworbenen Feldvorteile leichtfertig wieder abzugeben. Natürlich birgt jeder Stellenwechsel ein gewisses Risiko, während oder kurz nach der Probezeit mit dem Scheitern in der neuen Stelle konfrontiert zu werden. Leider bleibt der neue Arbeitgeber bis zum Ende der Bewerbungsphase mit vielen Unwägbarkeiten ausgestattet, und groß ist die Zahl derer, die aufgrund falscher Darstellungen im Auswahlprozeß unvermutet auf Probleme in den Probezeiten stoßen. Es ist daher die Frage, ob die sichere und langfristig einigermaßen interessante Perspektiven versprechende Stelle aufgegeben werden sollte, weil der große Kick des Neuen fehlt. Das Suchen nach neuen Einstiegsmöglichkeiten kann sich plötzlich sehr schwierig gestalten, wenn der erste Schuß der Neuorientierung nicht gesessen hat.

Empfehlenswert ist es aber, auch mit fortschreitendem Berufsalter großen Wert auf eine fachbezogene Weiterbildung zu legen. Zu jedem MBA-Durchgang an renommierten Hochschulen gehören zwei, drei Mittvierziger und Fünfziger, die mit ihrer Erfahrung ein großer Gewinn für die Arbeitsgruppen sind. Schließlich ist es höchste Zeit, die eigenen Arbeitsprozesse zu analysieren und Gründe im eigenen Verhalten zu sammeln, die die Karriere bisher an ihrer Entfaltung gehindert haben.

Der Autor ist Personalberater in Frankfurt.

Quelle: F.A.Z., 18.02.2006, Nr. 42 / Seite 55
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