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Vorstellungsgespräch Männliche Bewerber sprechen dominanter

23.03.2005 ·  Eine Studie des Lehrstuhls für Englische Sprache und Kultur der Universität Passau zeigt: Frauen verkaufen sich in Bewerbungsgesprächen schlechter als Männer. Den Personalverantwortlichen ist dies kaum bewußt.

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Frauen verkaufen sich in Bewerbungsgesprächen schlechter als Männer. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die am Lehrstuhl für Englische Sprache und Kultur der Universität Passau angefertigt worden ist.

Daniela Wawra von der Universität Passau untersuchte für ihre Dissertation den Sprachgebrauch von Frauen und Männern im Bewerbungsgespräch. Männer und Frauen unterscheiden sich hier deutlich in ihrem Sprachgebrauch, wie die Arbeit zeigt. Diese Unterschiede werden beschrieben und erklärt aus der Perspektive der Sprachwissenschaft, der Sozialwissenschaften, der Genetik und Evolutionspsychologie sowie der Wirtschaftswissenschaften.

Die Bewerber sprechen mehr als die Bewerberinnen

„Ein tieferes Verständnis für diese Ursachen verhindert Diskriminierungen“, sagt Daniela Wawra. Wenn sehr gut geeignete Bewerberinnen nur aufgrund anderen sprachlichen Verhaltens im Bewerbungsgespräch nicht eingestellt werden, so verschlechtere dies die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Für die Studie wurden authentische englischsprachige Bewerbungsgespräche aufgezeichnet und sprachwissenschaftlich ausgewertet: Insgesamt stellten sich männliche Bewerber kompetenter dar als die Bewerberinnen, außerdem weisen Frauen einen persönlicheren Sprachgebrauch auf als die männlichen Bewerber, deren Sprachgebrauch sachlicher ist. Zudem verwenden die Bewerber mehr sprachliche Mittel, die Sicherheit ausdrücken, als dies die Bewerberinnen tun, und pflegen einen dominanteren Sprachgebrauch: Dieser kommt sogar fast ausschließlich bei den männlichen Bewerbern vor. Und: Die Bewerber sprechen mehr als die Bewerberinnen.

Das Job-Interview ist zentral für das berufliche Fortkommen. Organisationen gehen hier unter Umständen bestens geeignete Bewerberinnen für eine Stelle verloren. Dies geschieht, weil den meisten Personalverantwortlichen Unterschiede im Sprachgebrauch von Männern und Frauen nicht bewußt sind. Der Sprachgebrauch der Bewerberinnen wird häufig an der männlichen „Norm“ gemessen, und Abweichungen werden Frauen meist als Schwäche ausgelegt. Wären sich die Verantwortlichen jedoch der Unterschiede im Sprachgebrauch der Geschlechter bewußt, könnte vermieden werden, daß geeignete Bewerberinnen abgelehnt werden.

Literaturhinweis: Wawra, Daniela. Männer und Frauen im Job-Interview: Eine evolutionspsychologische Studie zu ihrem Sprachgebrauch im Englischen. Münster, LIT-Verlag.

Quelle: re./uka. / F.A.Z., 19.03.2005, Nr. 66 / Seite 54
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