07.01.2013 · Die Redaktion von Beruf und Chance hat ihre Kandidaten für das Unwort 2012 vorgestellt und die User haben abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig - und viele weitere Unwörter sind hinzu gekommen.
Von Sven AstheimerRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich kann mich mit dem "Unwort"
Unwahrheit einfach nicht abfinden. Vielleicht bin ich altmodisch aber ich nenne das schlicht und ergreifend lügen. Entweder ist es Teil des Neusprech oder man darf es nicht mehr sagen da man sonst von solch einem unseligen, asozialen und degenerierten (Abmahn)anwalt ein nettes Schreiben erhält....
Ich hab auf der FAZ auch eine Umfrage unter Redakteuren und Lesern gemacht
100.000 Personen fanden das "Migrationshintergrund" doch ein
gutes Wort ist und den Sachverhalt nüchtern und klar nennt. So wie
aus dem Kruppel ein Behinderter wurde und am Ende selbst das eine
Beleidigung geworden ist, kann man nicht immer weiter ausweichen.
"Migrationshintergrund" sei nur da zu kritisieren, wo es als
verharmlosender Euphemismus benutzt wird um Kriminalität
verschiedener Einwanderer- /Ausländergruppen zu kaschieren. Was
haben Europäer mit Orientalen zu tun?! Das sind zwei völlig
unterschiedliche Kulturräume. Letztens beklagte sich eine Polin,
dass polnische Schüler trotz besserer Noten als MiHiGrus mit den
Orientalen in einen Topf geworfen würden. Recht hat sie.
Vielleicht sollte man MiHiGru durch Europäer, Orientalen, Asiaten
(Ostasiaten), Latinos und Afrikaner ersetzen. Ganz wertfrei. Wenn die
Realität (Achtung, die ist politisch unkorrekt) dann für
einzelne Gruppen negative Häufungen zeigt, sind wenigstens nicht
Gruppen ohne Vorfälle gleichgesetzt.
Unwort Vorschlag 2013: Schummeln
Benennen, was es ist. Für das gedankenlos inflationär und
vorsätzlich verharmlosend eingesetzte »Schummeln«, hier
alternative Angebote aus Textor „Sag es treffender“, ein
Wörterbuch für alle, die täglich diktieren und schreiben:
1) betrügen, täuschen, trügen, hintergehen, beschwindeln,
veruntreuen, unterschlagen, hinterziehen, verdunkeln,
übervorteilen, benachteiligen, beschummeln, bemogeln, begaunern,
betuppen, übers Ohr hauen, falschspielen, mogeln, muscheln, im
Trüben fischen, prellen, beirren, verwirren, weismachen,
unterschieben, anführen, anschmieren, zum Narren halten, foppen,
hochnehmen, hinters Licht führen, andrehen, neppen, wuchern,
ablisten
2) sich den Anschein geben, tun als ob, vortäuschen, vormachen,
vorspiegeln, blenden, irreführen, hintergehen, sein Spiel treiben,
sich verstellen, auf die falsche Fährte locken, hochstapeln, sich
ausgeben als, eine Doppelrolle spielen, Sand in die Augen streuen,
übertölpeln, hereinlegen, einseifen, ein X für ein U
vormachen
Also finden 4800 Claqueure das Wort Migrationshintergrund
doppelpusungut? Wen juckt es?
Wir können auch gern zu den alten Begriffen wie Gastarbeiter und
Asylant zurückkommen. Das würde der größte Teil der
Deutschen wahrschenlich doppelplusgut finden, weil es die realen
Verhältnisse besser abbilden würde, ohne ein Deldenk zu
begehen bzw. um Doppeldenk zu vermeiden.
Die Menschen sind es nämlich leid, ständig Quaksprech zu
betreiben, weil sie gerne wieder reden möchten, wie ihnen der
Schnabel gewachsen ist.
Jau, wir hier im Pott sind da ährlich! Kannse man glauben.
Weisse, der Lewandowsky da drüben, ja der da mit dem weisen Schild,
dat iss gar keiner von hier. Dat is auch einer mit son
Migrationshintergrund odda so. Nen richtiger Pollak.
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Dem seine Omma, davon der Vatta, der soll aus Masuren hat die Olle mal
gesacht. Die Omma hat auch imma son Kopftuch im Gatten, wenn se inne
Kartoffen gebuddelt hat.
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Jez muss ich abba rübba zu dem. Der hat nur Sprechstunde bis 11:00.
Dann is die Praxis erst widda um 3:00 auf.
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Mach gut Ali, grüß den Sivio und sag dem Olek er soll sich
mal wieder beim Preisskat kommen
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Gruss
Sikasuu
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Ps. Das zum Thema Migrationshintergrund. Stört wenigstens hier im
Alltag gar nicht. Es lebt sich seit 18xy ganz gut damit!
Ist schon klar, wer da fleißig abgestimmt hat
Derjenige, der den ganzen Tag mit Löschen von Cockies und
Drücken des "Abstimm"-Knopfes beschäftigt war. Und
das sind nicht diejenigen, die Arbeiten.
Migrationshintergrund bedeutet meist Ärger.
Streiterrein über den Islam, Zwangsehen, Israel, etc
Dann Sprachschwierigkeiten ("Häää..")
Dann Ärger in der Kantine.
Von daher sagt der Begriff sehr viel.
Politische Korrektheit bildet nicht die reale Situation ab.
Migrationshintergrund? Kann man sehr weit sehen.
Alles eine Frage der Definition.
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Bei etwas größer gefasstem Zeithorizont bleibt dann nur noch
der Neandertaler als bodenständiger Einheimischer über.
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So kommt es mir manchmal auf vor, wenn ich Leuten, die mit diesem
Begriff umgehen, zu höre.
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Meint
Sikasuu
Hier bereits das Unwort des Jahres 2013: "Beitragsservice" (der neue Rundfunkbeitrag ehemals GEZ)
Das war einfach.
Danke
ist für mich das Wort des Jahres. Als fleißiger Leser habe
ich von dieser Umfrage nichts mitbekommen und bezweifle deswegen deren
Repräsentativität.
Da nirgends soviel manipuliert wird wie bei "Meinungsumfragen"
ist dies für mich das Unwort des Jahres. Das Unwort von 25Jahren
ist "Generationengerechtigkeit".
"Unwort"-Rankings sind eine Zumutung für die freiheitliche Demokratie!
Die politisch Korrekten können es einfach nicht lassen. Alle Jahre wieder nerven sie uns mit ihren "Unwort"-Rankings. Der Zweck dieser volkspädagogischen Aktionen liegt auf der Hand. Zunächst soll der für eine freiheitliche Demokratie unverzichtbare freie Gebrauch der Sprache eingeschränkt werden, alsdann das mit den skandalisierten Begriffen verknüpfte Denken. "Migrationshintergrund" (etwas genauer wäre: Immigrationshintergrund) ist ein Musterbeispiel dafür, da dieser Begriff ungeachtet seiner analytischen Unschärfe die Debatten über die weithin unbegrenzte, unkontrollierte Zuwanderung aus muslimischen Ländern befeuert. "Diskrimierend" nennt sich dergleichen im Jargon der egalitaristischen, kulturrelativistischen Political Correctness. Wehrt Euch gegen diese Zumutungen, Ihr Bürger, und geht endlich "auf die Barrikaden" (Arnulf Baring)!
Thema verfehlt ist alles, was mir hier einfällt. Sicher, die vorgeschlagenen Begriffe haben ....
.. einen hohen Nerv-Faktor und viele Kommentatoren mögen sie nicht mehr hören. Für mich aber ist das eigentliche Unwort des Jahrzehnts, mindestens, der Begriff "Rettungsschirm", meinethalben auch die "Rettung" überhaupt. Dieses verlogene, verniedlichende Wortungetüm wurde schon bei der Banken-"Rettung" dazu missbraucht, uns die unfassbaren Folgen der irrwitzigen Banken-Zockerei schön zu reden: Der Steuerzahler zahlte, ohne dass sich für die Zocker nennenswerte Folgen einstellten. Und nun die Euro-Rettung, inklusive Griechenland u.a.: Dem Bürger wird suggeriert, mit seinem Geld (dass er natürlich gar nicht bezahlen muss, denn es sind ja nur Bürgschaften) werde in einem Akt großartiger Solidarität das jeweilige Land "gerettet" oder gar die fabelhafte, friedenstiftende Gemeinschaftswährung namens Euro. In Wahrheit wird niemand gerettet, sondern es werden Billionen riskiert, um ein bis ins Mark marodes EU-System künstlich am Leben zu erhalten und noch auszubauen. Widerlicher geht es nicht!
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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