22.02.2012 · Immer mehr Arbeitnehmer lassen sich ihre Überstunden auf die Arbeitszeit anrechnen, anstatt sie sich ausbezahlen zu lassen.
Von Sven AstheimerDie Zahl der Beschäftigten in Deutschland mit einem Arbeitszeitkonto ist deutlich gestiegen. Mittlerweile verfügt rund jeder zweite Arbeitnehmer über ein solches Sparbuch für Überstunden, die zu einem späteren Zeitpunkt abgebaut werden können.
Vor 20 Jahren waren es in Westdeutschland nur 25 Prozent gewesen, in den damals neuen Bundesländern sogar nur 4 Prozent. Mittlerweile ist dieser Unterschied verschwunden, wie aus einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg hervorgeht. Die Arbeitszeitkonten gelten neben der staatlich geförderten Kurzarbeit als ein wichtiger Grund dafür, dass der Wirtschaftseinbruch im Jahr 2009 in Deutschland ohne größeren Stellenabbau in vielen Unternehmen bewältigt werden konnte.
In der Folge ist die Zahl der ausbezahlten Überstunden im selben Zeitraum deutlich gesunken. Entfielen 1991 im Durchschnitt noch 1,2 je Woche auf einen Arbeitnehmer, waren es zuletzt nur noch 0,7. Unter den Sammelbegriff Arbeitszeitkonten fallen sowohl Gleitzeitmodelle, die kurzfristig abgebaut werden, als auch Langzeitvarianten, auf denen Guthaben angespart werden, die etwa einen früheren Renteneintritt ermöglichen.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
Jüngste Beiträge