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Übernahme nach Befristung Zeitverträge häufiger Einstiegstor

Immer mehr befristet Beschäftigte werden übernommen. Das zeigt eine aktuelle Studie. Der Arbeitsvertrag mit Auslaufdatum stellt für immer mehr Menschen eine verlängerte Probezeit dar.

© dpa Vergrößern Dem befristeten Vertrag folgt häufig ein unbefristeter.

Eine neue Studie zeigt: Der Arbeitsvertrag mit Auslaufdatum stellt für immer mehr Menschen eine verlängerte Probezeit dar, an deren Ende sie dauerhaft übernommen werden. Gelang dieser Sprung im Jahr 2009 noch 30 Prozent der befristet Beschäftigten, stieg der Anteil im vergangenen Jahr auf 39 Prozent. Die Quote für Anschlussbefristungen blieb mit einem Drittel stabil, der Anteil der beendeten Arbeitsverhältnisse sank dagegen von 37 auf 28 Prozent.

Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bekanntgab, ging zudem der Anteil der befristeten Arbeitsverträge an allen Neueinstellungen zurück: Während Arbeitgeber im Krisenjahr 2009 fast jede zweite (47 Prozent) Einstellung mit Verfallsdatum versahen, waren es im Vorjahr noch 44 Prozent.

Personal wird längerfristig gebunden

Dies zeigt, dass Arbeitgeber angesichts zunehmender Engpässe am Arbeitsmarkt bereit sind, Personal längerfristig zu binden. Im Jahr 2012 arbeiteten rund 2,7 Millionen Beschäftigte befristet, das waren doppelt so viele wie 1996. Mittlerweile habe sich deren Anteil mit 9,5 Prozent an allen sozialversichert Beschäftigten aber eingependelt, schreibt das IAB.

Am häufigsten komme es in den Bereichen „Erziehung und Unterricht“ sowie „öffentliche Verwaltung“ zum Einsatz. Die Quoten liegen zwischen 60 und 76 Prozent. Gleichzeitig wird in diesen Wirtschaftszweigen nicht einmal jeder Dritte übernommen.

Das IAB erklärt das mit den Projekt- und Haushaltsmitteln öffentlicher Träger, die meist nur kurzfristig vergeben werden. Besonders niedrig sind die Anteile der Zeitverträge an den Neueinstellungen im Baugewerbe, in Banken und Versicherungen sowie bei Kommunikationsanbietern.

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Quelle: F.A.Z.

 
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