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Tiere im Büro : Der Lieblingskollege

  • -Aktualisiert am

Blutdrucksenkendes Mittel auf vier Pfoten: Retriever Rolf Bild: F.A.Z. - Wonge Bergmann

Für viele Arbeitnehmer ist es noch etwas ungewohnt. Doch Tiere im Büro werden immer beliebter. Zudem beeinflussen sie das Arbeitsklima nachweislich positiv und sind das beste Mittel gegen Stress und Depression im Berufsalltag.

          Paula bekommt das von Hiltrud Schröder, was ihr Exmann, der Exkanzler, dem Vernehmen nach nie bekam: ein richtiges Würstchen. Und das sogar vor laufender Kamera. Denn Paula darf zum Arbeitsplatz ihres Herrchens. Die rund vier Jahre alte Golden-Retriever-Hündin fehlt bei keiner „VIP-Show“ im hessischen Fernsehen und begleitet Moderator Holger Weinert auch bei der Vor- und Nachbereitung der Sendung auf Schritt und Tritt.

          „Paula war vom ersten Tag an dabei, da war sie gerade neun Wochen alt“, sagt Weinert. Seitdem ist die Hündin ein fester Bestandteil des TV-Teams und hat selbstredend auch eine eigene Kurzbiographie im Internet, wo sie als die „schönste und beliebteste“ der Moderatoren geschildert wird: „Ich meine, wer wurde denn von Steffi Graf durchgestreichelt?“, heißt es dazu.

          Studien weisen positive Wirkung der Vierbeiner nach

          So wie Retriever Paula die Prominenten um die Pfoten wickelt und deren Nervosität wegschmust, gibt es einige ihrer Artgenossen in Deutschland, die durch ihre bloße Anwesenheit am Arbeitsplatz ähnlich positive Auswirkungen auf die Kollegen ihrer Besitzer haben. In das Lobpreisen der vielen guten Eigenschaften von Haustieren im Büro stimmen dabei im übrigen nicht nur die stolzen Besitzer der Vierbeiner ein: Die positive Wirkung auf das Betriebsklima und die Gesundheit der Mitarbeiter wurde auch in verschiedenen Studien nachgewiesen.

          So hat die Universität Buffalo herausgefunden, daß allein die Anwesenheit eines Tieres im selben Raum zu einer Senkung des Blutdrucks und zu einer Verringerung von Stressempfindungen führt. Bei dem Versuch mit Brokern, die an der Börse besonderer Hektik ausgesetzt sind, verminderte sich bei dem Umgang mit den Tieren die Produktion von freien Radikalen. Weniger Stress bedeutet weniger Belastung für Herz und Kreislauf und somit einen niedrigeren Blutdruck.

          „Mitarbeiter nehmen durch die Bewegung sogar ab“

          Daß ein Hund das beste Mittel gegen Bürostress ist, propagieren auch britische Forscher seit Jahren. Denn wenn ein Mitarbeiter einen Hund streichelt, sinkt in aller Regel der Blutdruck, und es wird das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet. Mitarbeiter, die einen Bürohund in der Nähe haben, leiden zudem seltener unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Husten oder Müdigkeit. BBC-Online meldete darüber hinaus kürzlich noch einen weiteren angenehmen Nebeneffekt: Dank des Spaniels Rupert, den ein Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma in Bradford mit ins Büro bringt, um seinen Mitarbeitern über Stress und Depressionen hinwegzuhelfen, sind bereits vier der zwölf Raucher in dem Büro zu Nichtrauchern geworden.

          Die anderen acht Kollegen rauchen jetzt weniger. Denn statt wie früher vor die Tür zu gehen, um eine Zigarette zu rauchen, drehen sie jetzt lieber eine kleine Runde mit Rupert. „Die Mitarbeiter nehmen sogar ab, weil sie jetzt soviel Bewegung haben“, wird ein Sprecher der Firma zitiert. Der „Effekt Bürohund“ ist so groß, daß jetzt auch in anderen Zweigstellen Hunde angeschafft werden sollen.

          „Es sollte noch viel mehr Bürohunde geben“

          Eine weitere Verbreitung der Vierbeiner in deutschen Büros wünscht sich auch Dagmar Kunze, die beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft in Berlin arbeitet: „Nach nunmehr vier Jahren in unserem neuen Job kann ich nur voller Inbrust sagen, daß es noch viel mehr Bürohunde geben sollte“, sagt die Besitzerin des Golden-Retriever-Rüden Janosh. „Es wäre schön, wenn sich mehr Arbeitnehmer trauen würden, nach dieser Möglichkeit zu fragen.“

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