25.10.2007 · Ich habe noch nie eine so fruchtbare Atmosphäre in einer Gruppe erlebt. Gerade die unterschiedlichen Fachrichtungen und ihre Strategien zur Problemlösung zu erleben, war unglaublich spannend.
Mein Name ist Thorsten Dietrich, 23 Jahre alt, aus dem Kreis Groß-Gerau, Gemeinde Büttelborn. Ich studiere Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Sprachen Nordeuropas und des Baltikums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Meine Schwerpunkte sind Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsreformen und Verwaltungsmodernisierung. Ich schreibe momentan an meiner Magisterarbeit zum Thema „Postkommunistische Wirtschaftsreformen und politische Institutionen“ und hoffe, etwa im März nächsten Jahres meinen Abschluss in der Tasche zu haben. Ich würde danach gerne in dem Bereich Public Affairs, Politikberatung, Lobbying arbeiten oder aber erstmal promovieren. Im Laufe der Summer School habe ich von einer der betreuenden Professorinnen ein Angebot bekommen, aber ich habe darüber noch nicht entschieden.
„Niemand hat sich hängen lassen“
Zum „Campus of Excellence“ kam ich über meine Freundin, die schon im letzten Jahr Teilnehmerin der Summer School war. Sie hatte davon durch eine Zeitungs-Anzeige erfahren. Ich hatte erwartet, dass ich mein erlerntes Wissen endlich mal in der Praxis oder in praxisnahen Bereichen anwenden kann. Besonders das Zusammenarbeiten mit begabten Studenten aus anderen Fachrichtungen klang für mich sehr reizvoll. Natürlich habe ich auch gehofft, ein paar Kontakte zu knüpfen. Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt, ich habe noch nie eine so fruchtbare Atmosphäre in einer Gruppe erlebt. Die unterschiedlichen Problemlösungsstrategien zu erleben war unglaublich spannend. Wir haben viel Erfahrung mit der Gruppendynamik auf engstem Raum und knapper Zeit gesammelt. Wir waren ja alle zusammengesperrt. Niemand hat sich hängen lassen.
Besonders positiv war die hervorragende Organisation in Hof und Frankfurt, bei der man sich um nichts kümmern musste. Auch die Stationen der Exkursion in Budapest waren alle hochkarätig und interessant. Allerdings war der Terminplan ein wenig zu voll, so dass keine richtige Zeit für Diskussionen blieb. Ein bis zwei Tage mehr hätte sicherlich zu noch besseren Ergebnissen geführt. Symptomatisch dafür ist, dass wir die Idee mit den Zertifikaten auf der Busfahrt zum Flughafen hatten, also just in der Zeit, in der endlich mal Leerlauf war.
Der Belastung gut getrotzt
Aber wir haben der Belastung doch ganz gut getrotzt, obwohl die Nächte meist kurz waren. In besonderer Erinnerung wird mir bleiben, wie gut unsere Gruppe funktioniert hat. Es gab kein Gezicke, keine Grüppchenbildung. Deshalb glaube ich auch, dass unser Netzwerk sehr lebendig bleiben wird, diverse Mails, zum Beispiel im „StudiVz“, bestätigen meine Einschätzung. Auch die Tatsache, dass eine Vielzahl unserer Leute im November zum Alumni-Treffen nach Nürnberg kommen will, spricht dafür.
Persönlich habe ich durch das Angebot, bei Frau Professor Troeger-Weiß in Kaiserslautern zu promovieren und ein Drittmittelprojekt zu betreuen, auch schon vom Netzwerk profitiert.
Ob es aber wirklich das „Elitennetzwerk für den Mittelstand“ ist, kann ich nicht beurteilen. Meine Bewerbungsschwerpunkte liegen momentan bei großen Unternehmen wie Fraport oder Philip Morris.