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Studentenversorgung Verband fordert mehr Professuren

 ·  Doppelte Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht lassen die Studentenzahlen steigen. Nun fordert der Deutsche Hochschulverband 7000 zusätzliche Professuren.

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© dpa Im bundesweiten Durchschnitt kommen auf einen Professor 60 Studenten.

Der Deutsche Hochschulverband will Wissenschaft als Beruf wieder attraktiver machen. Nur jeder dritte Nachwuchswissenschaftler bekomme heute noch eine Professur. Wegen der Förderprogramme wie der Exzellenzinitiative bemühten sich immer mehr qualifizierte Jungwissenschaftler um Professuren. Deren Zahl stagniere aber seit 15 Jahren, sagte der Präsident des Hochschulverbandes, Kempen, beim Hochschulverbandstag in Hannover.

Mit „billigen Lehrknechten“ lasse sich keine Bildungsrepublik errichten. Allein um die ungünstige Relation von 60 Studierenden pro Universitätsprofessor zu halten, müssten angesichts der für das Jahr 2012/2014 berechneten 2,7 Millionen Studierenden umgehend 7000 zusätzliche Professuren zu den bereits bestehenden 25 000 geschaffen werden. Aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht steigen die Studentenzahlen derzeit.

Bei der globalen Konkurrenz um Spitzenkräfte sollten Universitäten den sogenannten „tenure track“ anbieten können, also die Zusage geben können, nach Ablauf einer positiv evaluierten Qualifikationszeit eine Universitätsprofessur zu erhalten. Allerdings dürfe es dieses Mittel der Exzellenzförderung nicht für jeden Nachwuchswissenschaftler geben, sondern nur für die besonders geeigneten. Das Interesse des wissenschaftlichen Nachwuchses an attraktiven Karrierewegen sei kein berufsständisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Interesse, meint der Hochschulverband.

Drittmittel transparent machen

Außerdem appellierten die Hochschullehrer an Bund und Länder, eine ausreichende staatliche Grundfinanzierung für Forschung bereitzustellen. Solange Einwerbungserfolge bei Drittmitteln sich immer mehr zum „Fetisch und zur Währung des Wissenschaftsbetriebs“ entwickelten, wachse die Gefahr sachfremder Einflüsse auf die Wissenschaft.

Die Tendenz zu immer mehr drittmittelfinanzierter Forschung bei gleichzeitiger Verschärfung des Wettbewerbs um Finanzmittel sei für die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von Wissenschaftlern schädlich. Für die Öffentlichkeit müsse bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten nachvollziehbar sein, dass der Geldgeber weder auf Forschung und Lehre noch auf die Veröffentlichung der Ergebnisse Einfluss nehme.

Der Hochschulverband fordert, dass Wissenschaftler Angaben über die Höhe und Dauer der Förderung sowie den Namen des Auftraggebers der nicht aus der staatlichen Grundausstattung finanzierten Forschungs- und Drittmittelprojekte veröffentlichen. Fachzeitschriften sollten darüber hinaus von jedem Autor Angaben über die Zuwendungsverhältnisse fordern und diese offenlegen.

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Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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