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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Stichprobe Wie Studenten denken

 ·  An den Universitäten herrscht eine große Hilflosigkeit vor Texten und ein Mangel an Urteilskraft. Das zeigen etwa die hier dokumentierten Versuche von Studenten, eine Karikatur zu verstehen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (83)

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Jürgen Helmchen

... den Spiegel vorhalten

vielleicht sollte man anregen, für die hoffentlich irgendwann einmal wieder insgesamt klügere Nachwelt eine Datenbank des atmosphärisch induzierten Unsinns einzurichten, in der dann auch "Thomas Horse" und die Protokollpassage stehen könnten, "es sei verboten gewesen, keltische Städte zu betreten". Bei Bedarf ist noch mehr davon abrufbar!

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Thorsten Timon
Thorsten Timon (ti_mon) - 26.06.2012 13:57 Uhr

Erstsemester in die Pfanne hauen

Der Autor schrieb, dass die Karikatur "in der Abschlussklausur zur Vorlesung „Einführung in die Soziologie“" gezeigt und von den Studenten interpretiert werden sollte. Liest man in diesem Kontext die Antworten, so wird man feststellen, dass die Studenten versuchen soziologische Thesen und Vokabular in die Interpretationen auf Biegen und Brechen zu quetschen (Rational Choice, Modernisierung, soziale Differenzierung, Herrschaftfsform).

Das passt natürlich nicht. Hier gibt es eine Differenz zwischen der normativen Interpretation einer Karikatur, die zumeist selbst einen normativen Claim hat, und der soziologischen Analyse.

Das kann nur schiefgehen. Vor allem bei Erstsemestern, die ihre erste Klausur an der Universität schreiben. Die werden schön in die Pfanne gehauen, wenn ihr, aus Sicht des Autors, misslungener Versuch einer Interpretation dann auch noch als Aufhänger für wachsende Ignoranz (wie auch immer man das quantitativ oder qualitativ messen will) sein soll.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 23:10 Uhr
Ulrich Mayer
Ulrich Mayer (Bayer01) - 26.06.2012 23:10 Uhr

Wie wärs mit Klartext?

Das würde aber zunächst zum klaren Denken zwingen.

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Hans-Dieter Rüppel

Erkenn Dich selbst

Nun mal halblang Herr Professor,

abverlangte Kurzkommentare dermassen zu bewerten ist meines Erachtens ein wenig blauäugig. Immerhin psychologisch interessant wie Sie Seminararbeiten und Ihre Ersteller beurteilen. Stellt sich wohl schnell Frust ein. Rundumschläge von Personen mit emotionaler Intelligenz sind dann häufig vorprogrammiert. Empfehlung: Schauen Sie sich mal Ihre eigenen Arbeiten an. Irrationale Intelligenz? Wie dem auch sei, die Karrrrikaaatuhrhaha empfand ich als pointiert bezeichnend. Wenig Worte viel Aussage…!(aha kombiniert mit hahaha) eben konnotative Signalsprache mit nachhaltigem Bedenkeffekt. Nur mal nebenbei: M.E. unterstellen Greser & Lenz dem Lehrer nützliches diplomatisches Denken. Zwei blaue Augen sind unter optischen Gesichtspunkten ziemlich hinderlich; kann ich mir jedenfalls vorstellen. Wegen des zugrunde gelegten Sachverhaltes wäre es ganz nützlich, Greser & Lenz selbst zu befragen. Vielleicht lernen Sie etwas daraus.

Mit freundlichen Grüssen
Sapere aude

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Dr. Künstler
Dr. Künstler (DrKu) - 26.06.2012 11:39 Uhr

Andere Sichtweise

Die Interpretationsversuche der Studenten sehe ich keineswegs als Zeichen abnehmender eigener Denkleistung. Vielmehr empfinde ich die Aussage der Karikatur als vordergründig, ergo wenig fordernd (sofern ich sie denn verstanden habe). Den "Fehler" der Studenten sehe ich daher eher in der falschen (=zu hohen) Interpretation der Ansprüche des Professors.

Den Studenten könnte demnach die offensichtliche Aussage der Karikatur für eine Abschlussklausur als zu banal und nicht leistungsgerecht vorgekommen sein. Mit ihren "kreativen" Kommentaren versuchten sie verzweifelt, die Erwartungshaltung des Bewertenden zu erfüllen, bzw. wenn möglich, zu übertreffen. Dies gepaart mit dem Leistungsdruck hat dann vermutlich zu den teils aberwitzigen Interpretationen geführt, für die sich wohl selbst die Verfasser im Nachhinein schämen (?)
Würde man den Studenten selbige Karikatur ohne Notendruck während eines Seminars vorlegen, würde das Ergebnis meines Erachtens weitaus positiver ausfallen.

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Ivo Gömöry

Lernen Sie hinzu

Herr Professor Kamphaus muss sich mit dieser Karikatur profilieren, welche suggeriert, dass der Lehrer sich vor einem gewaltbereiten Skinhead duckt, statt mit ihn mit Worten zu richten, ihn verteidigt , wo es nichts zu verteidigen gibt.
Herr Kamphaus regt sich darüber auf, dass sich seine Studenten eine solche verquere Meinung nicht zu eigen machen. Selbst dran schuld, lernen Sie hinzu Herr Professor Kamphaus.

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Maximilian Samwer

Auffassung des Artikels, verstehen wir den Text korrekt?

beim Lesen im Forum habe ich denselben Eindruck wie Herr Kamphausen scheinbar über seine Fachschaft. Nach meiner Auffassung stehen im Text zwei Urteile: 1. Unsere Unis werden zu sehr verschult. 2. Unsere Gesellschaft ist moralisch orientierungslos. Zu 1: Eine fragwürdige Entwicklung, die den Schwerpunkt auf verwertbares Humankapital legt, statt auf auf Bildung als individuelles Bedürfnis. Zu 2: In der Absicht, die Welt zu verbessern, erzeugten 68'er einen Relativismus, der ein moralisches Urteil erschwert. (Mit politisch motivierten Ausnahmen, möchte ich ergänzen, in denen Relativierung streng untersagt ist.)

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Ephraim Anu
Ephraim Anu (Ephraim2) - 26.06.2012 07:02 Uhr

zu Arnold Gehlen, letzter Absatz

kürzlich bei einer Diskussion über Emphatie gelesen.

"Ja, aber Grenzen kann man ja nur kennenlernen, wenn man immer wieder auf der Landkarte hin und her geht und probiert, wo die Grenze des einzelnen Menschen ist.

Das klappt mit langjährigen Freunden auch ganz gut, wo man sich verbal die Köpfe einschlagen und trotzdem in den richtigen Momenten die richtigen Dinge sagen wird.

Vielleicht liegt das mit der Empathielosigkeit daran, dass wir in Teilen eine pseudohöfliche Heuchlergesellschaft haben, die eben die Kompetenz, Verhaltensgrenzen durch ausloten zu finden, nicht lernt. Und dann schlägt das Pendel wild aus."

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Loni Zieglowski
Loni Zieglowski (loni91) - 25.06.2012 23:57 Uhr

So wie wäre es dann mal mit Ihrer Interpretation?!

So Herr Kamphausen,

wenn Ihre Studenten alle nicht in der Lage sind eine treffende Interpretation zu verfassen, wie sieht es dann mit einer Interpretation der Karikatur von Ihnen aus?

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Durchschlagender Erfolg

Immerhin könnte es ja sein, daß der Prof. bei der Auswahl der Studententexte mit Absicht die besonders hanebüchenen Interpretationen herausgegriffen und die zutreffenden Antworten unterdrückt hat. Sollte die Auswahl allerdings repräsentativ sein, müßte man der seit der Ära Kohl laufenden Verblödungsoffensive insbesondere der öffentlich- und privatrechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten einen durchschlagenden Erfolg bescheinigen.

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otto sundt
otto sundt (drto) - 25.06.2012 22:34 Uhr

Das Konzept

Der Professor wollte mit der Auswahl der Karikatur wahrscheinlich ausdrücken, dass er vom Konzept der emotionalen Intelligenz nichts hält, denn im Klartext sagt der Herr mit der Kravatte der Mutter des Knaben direkt und dem Knaben indirekt, dass er denselben für strohdoof hält. Die emotionale Intelligenz des Knaben, wie die der Studenten, blockiert natürlich dessen und deren Verständnis. Die sind ganz offensichtlich nicht in der Lage das Konzept der emotionalen Intelligenz, nich das der sozialen Kompetenz zu hinterfragen.

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Georg Goltz
Georg Goltz (G.Goltz) - 25.06.2012 21:11 Uhr

Thema verfehlt...

1. Artikel (o. Bsp.) ist zwar inhaltlich gut u. verständlich, liest sich aber schwer. Für besonders intelligent halte ich das nicht, so zu schreiben. Eine Analyse mit klaren u. schnell nachvollziehbaren sachl. Argumenten wäre gut.
2. Karikatur halte ich für ungeeignet, da vieles uneindeutig ist (z.B. Vater od. Sohn, Nazi od. nur Glatze,..) u. so zu Missverständnissen u. Irritationen führt.
3. Dass emotionale Intelligenz etwas mit dem Verprügeln zu tun haben soll, ist m.E. sehr weit hergeholt bzw. sogar falsch. Klar, Emotionen zum Ausdruck zu bringen ist häufig intelligent. Aber hier?! Der Lehrer wollte wohl nur verhindern, dass er noch eins abbekommt.

Fazit: Es werden schnell Fehldeutungen erzeugt. Wie schon bemerkt, fehlt eine Vergl.-gruppe. Text d. Sprechblase mindestens auf den ersten Blick schwachsinnig. Intelligenz d. Stud. (übrigens bis 25 noch zunehmend) lässt sich damit nicht testen, aber vlt. eine gewisse Überheblichkeit mancher angeblich so sehr intelligenter Erwachsener…

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 11:07 Uhr
Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 26.06.2012 11:07 Uhr

nicht zu schwierig, aber nicht eindeutig!

zum beispiel wird eine hohe emotionale intelligenz mit mangelnder emotionaler kontrolle gleichgesetzt, genau das gegenteil von dem was sie schreiben!

ich finde die karikatur nicht zu schwer, sondern einfach nicht differenziert genug, denn ist das nun der sohn oder der vater, der da sitzt? m.e. der vater, denn ich glaube einen schnauzer zu erkennen.

ist es nicht sexistisch zu schreiben, nur die männliche jugend hätte probleme mit den fehlenden grenzen? ich finde schon, denn die gesamte jugend hat dieses problem, aber hier wird explizit die körperliche gewaltätigkeit von jungs angesprochen, was jedoch nicht heißt das mädels keine autoritätsprobleme haben. da sind sie wirklich nicht mehr zeitgemäß...

sie vergessen aber auch die träumerei jedes elternteils, das meint sein spross wäre die großartigste person der welt, wobei sie nicht verkraften können, wenn das kind doch nur auf die realschule kommt und sich lieber prügelt als denkt. also eine versagensangst der eltern bei ihren kindern.

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Maximilian Samwer

Überinterpretiert

Hallo Herr Goltz, die Fehldeutungen und Überinterpretationen sind nach dem Text kein Zeichen für mangelnde Intelligenz, sondern beweisen, dass die Studierenden nicht in der Lage waren, die Kernaussage der Karikatur zu erfassen. Der Lehrer hätte vor wenigen Dekaden zur Prügelstrafe gegriffen und der Schüler hätte Angst, der Schule verwiesen zu werden. Heute ist die Existenz unabhängig vom Schulabschluss gesichert und wir sind nicht mehr in der Lage, Probleme zu adressieren. Der prügelnde Junge hat vielleicht eine schwere Jugend? Er braucht Sozialarbeiter. Er braucht besondere Förderung. Wir loben seine Eigenschaften. Mit anderen Worten: Wir haben die autoritäre Erziehung zu sehr abgeschafft, so weit, dass wir keine Grenzen mehr erkennen können. Der Text handelt nun vom breiten Kontext der studentischen Interpretationen an der Hochschule und in der Gesellschaft.

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Jane Smith
Jane Smith (Nasrim) - 26.06.2012 09:07 Uhr

Keine Karikatur ist ZU schwierig!

Es ist absurd wie hier versucht wird, der Karikatur den schwarzen Peter zu zuschieben.

Es ist doch eindeutig, dass hier das Problem des Lehrers angesprochen wird der Mutter sagen zu können, was mit ihrem Sohn los ist. Jemand der zuschlägt, verfügt über keine EI. Die Mutter will es aber nicht wahrhaben, der Sohn würde den Lehrer weiter bedrohen, wenn dieser ihn konfrontiert und er selbst ist total überfordert. Die Rolle des Lehrers ist es also, um die es hier geht. Und um die Eltern / Mütter, die versagen. Sowie um eine männliche Jugend, die keine Grenzen mehr kennt.

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Hans Meier

Wie Professoren denken

Die Herren Professoren sind nicht besser.
.
Wer schon einmal an einer Gremiensitzung teilnahm, in der über Entwürfe von "Zukunfts-" und anderen Konzepten diskutiert wurde, weiss das gut genug.

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Florian G

Arroganz des Außenstehenden

Ich kann die Kritik ehrlich gesagt nur in Teilen nachvollziehen. Natürlich ist es für mich subjektiv nicht nachvollziehbar, was manche sich manche Studenten bei der Interpretation gedacht haben.

Die Kulturkritik von Herrn Kamphausen zeigt allerdings auch eine gewisse Arroganz, da er sich anmaßt die Richtigkeit der Antworten beurteilen zu können. Die Interpretation der Karikatur kann streng genommen nicht als objektiv richtig oder falsch bezeichnet werden. Entscheidend ist hierbei nicht was die Karikatur nach Meinung des Autors aussagen soll, sondern was der Interpretierende wahrnimmt. Kommt die eigentlich gewollte Nachricht nicht richtig rüber, so ist das eher ein Problem des Karikaturisten. Ich bin mir sicher, dass Herr Kamphausen sich gut genug mit den gängigen Kommunikationstheorien auskennt, um zu erkennen, welchen anmaßenden Unsinn er da eigentlich vom Stapel lässt.

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Jens Schmidt
Jens Schmidt (jenska6) - 25.06.2012 20:43 Uhr

Erwartungshorizont

Nein, Interpretationen sind nicht beliebig und nicht alle sind gleichwertig. Man weiß zwar nie genau, was ein Künstler denkt, aber manches ist eben naheliegender, begründbarer als anderes. Der Erwartungshorizont verdeutlicht dies. Eine "gute" Interpretation muss darauf eingehen, was mit großer Wahrscheinlichkeit geschah:
1) Der Lehrer wurde von einem Schüler geschlagen.
2) Vor dem Lehrer sitzt die Mutter.
3) Besser: Vor dem Lehrer sitzt der Schüler (und nicht der Vater).
Bei der Interpretation muss erkannt werden:
1) Gewalt zeugt nicht von emotionaler Intelligenz.
2) Die Beschreibung der Gewalt als emotionale Intelligenz ist mindestens euphemistisch. Hier muss erkannt werden, dass die Karikatur die Euphemisierung kritisiert.
3) Besser: Der Schüler (Skinhead) symbolisiert einen Rechtsradikalen. Der Lehrer färbt die Handlung schön, weil er auf dem rechten Auge blind ist, bzw. durch den Rechtsradikalismus blind wurde. Ironie: Sympathisanten leiden genauso unter Rechtsradikalen.

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Luisa Akmann
Luisa Akmann (dederne) - 25.06.2012 20:22 Uhr

Im Studium denken oder Denken erlernen?

Ach quatsch, wozu? Sämtlichen Stoff hinein in den Kopf, auf die leeren Klausurblätter herausspucken und wieder vergessen. 6 Semester, wenn gut dann 5. Warum auch denken? Was der Dozent sagt, stimmt. Der Abschluss zählt.

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Jens Mühlenfeld
Jens Mühlenfeld (jemueh) - 25.06.2012 19:32 Uhr

Aus der Sicht eines Klausurteilnehmers.

Sehr geehrter Herr Professor Kamphausen,

vielleicht sollten Sie diesen konstruierten Zusammenhang zwischen Qualität der Klausurergebnisse sowie der Bologna-Reform/Verkürzung der gymnasialen Ausbildung noch einmal überdenken.

Ich selbst hatte das große Glück, in den Genuss eben Ihrer Veranstaltung an der Universität Bayreuth zu sein. Und da Sie sich das Recht herausnehmen, uns Studierende in aller Öffentlichkeit zu diffamieren, zu zitieren und unsere Aubildung in Verruf zu bringen, möchte ich meinen, dass ich als Bürger, der in Form von Steuern und Studiengebühren Ihre Professur finanziert, auch meine Erfahrungen teilen kann:
- In keiner anderen Veranstaltung wurde uns so schlechtes und so wenig Lehrmaterial zur Verfügung gestellt. Es gab keine Klausurvorbereitung
- Eventuell stammen jene Fehlinterpretationen der Karikatur von den zahllosen Studenten, die dank Ihres beispiellosen Missmanagements ihre Klausur auf der Treppe sitzend und ohne eigenes Klausurblatt schreiben mussten.

MFG

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Antworten (11) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 15:14 Uhr
Tobias Rienecker

Stoff für Neues

Ja so ist es, wenn der Bumerang zurückkommt.

Allein das Bild wie mehrere Studenten mit einem einzigen Aufgabenblatt in einer Prüfung auf der Treppe sitzen und eine Karikatur interpretieren, wäre eine Karikatur wert!

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Jens Mühlenfeld
Jens Mühlenfeld (jemueh) - 26.06.2012 14:05 Uhr

Liebe Kommentatoren, was ist denn das bitte für eine schwarz-weiß Malerei?

Dass früher in den Hochschulen (und auch sonst) alles besser war, haben wir schon in jener Veranstaltung in 90-minütigen Monologen erfahren. Sie finden es furchtbar, dass Studenten heute weniger zum eigenständigen Denken angeregt werden? Nunja, vielleicht erscheint uns das genauso schrecklich, dennoch ist es für uns nun mal schwer zu ändern. Doch dann treffen wir verschulte Studenten auf Herrn Kamphausen, das Relikt. Während andere Lehrkörper ihre Methoden anpassen, erfahren wir hier wohl die Lehre der ganz alten Schule: Konzeptlos, ohne Agenda und damit schwer zu verfolgen, ohne echte Literaturempfehlungen, Frontalunterricht. Overheadprojektor-Folien, die nicht zu entziffern sind. Letztendlich die Weigerung(!), das System zur Prüfungsanmeldung zu nutzen. Zitat angesichts des völlig überfüllten Prüfungssaals: "Wer von Ihnen war denn regelmäßig hier? Können die anderen nicht einfach gehen?" Wenn das der Gegenentwurf ist: Danke, nein! Die mäßige Klausur - das Zusammentreffen 2er Welten.

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Steffen Wettengl

Berechtigte Kritik

Lieber Herr Mühlenfeld,
selbst Professor finde ich Ihre Kritik völlig angebracht. Die geschilderten äußeren Rahmenbedingungen der Klausur sind einfach unakzeptabel und vom Professor und seinen Mitarbeitern zu verantworten.
Und auch wenn es um eigenständige Leistungen der Vorlesungsteilnehmer geht, ist ein Dozent in der Pflicht, Sie, die Studierenden, angemessen auf die Prüfung vorzubreiten.
Für künftige Klausuren wünsche ich Ihnen und Ihren Mitstudierenden eine stabile Sitzgelegenheit, ein eigenes Klausurenblatt und vor allem viel Erfolg.

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 26.06.2012 11:28 Uhr

herr samwer

die kritik an mangelnden aufgabenblättern, also wenn sich manche prüflinge ein aufgabenblatt teilen müssen, ist absolut berechtigt. in manchen studiengängen sitzt man mindestens 4 meter von jedem anderen studenten weg, damit nichts passiert und hier wird man zur zusammenarbeit gezwungen und das ergebnis wäre bestimmt rechtlich anfechtbar. die weitere kritik an den mangelnden sitzmöglichkeiten in der klausur ist vollkommen notwendig! es ist doch das mindeste einmal auf die liste zu schauen wieviel studierende sich zur klausur angemeldet haben und einen ausreichend großen raum oder gegenfalls 2 räume zu organisieren, aber vielleicht ist das nur von ingenieuren zu verlangen...

der professor prangert das moderne studien-system an und zieht deshalb bestimmt seinen alten, schon erstellten lehrplan durch.nur leider macht das fast jeder prof,wodurch stundenleistungen von 45h in der woche zusammenkommen, wobei aber pro vorlesung noch 2h vor-/nachbearbeitung anfällt.wie soll das schaffbar sein?

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Maximilian Samwer

Verschulte Klausurvorbereitungen

im Artikel steht, dass Ihr Professor die Verschulung der Hochschullandschaft kritisiert, und Ihnen fällt dazu nichts besseres ein, als Ihren Professor dafür zu kritisieren, dass er Ihnen für Ihre Klausur kein Material und keine Vorbereitung an die Hand gegeben hat? Mit Verlaub, Ihr Professor hat mein Mitleid...

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Weitere Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 26.06.2012 10:35 Uhr

bittebitte

bitte ein wenig toleranz und verständnis auf beiden seiten.

der prof schreibt über seinen kurs ohne diesen gefragt zu haben(wenn ich das recht verstanden habe) und kritisiert hier öffentlich seine studenten als galionsfigur für die heutigen studenten, deren bildungsstand und leistungsbereitschaft.

der student kritisiert, als persönlich betroffener, die bildungszustände unter dem verfassenden prof, was jeder student oder ex student aus seiner ausbildung kennen sollte! also zumindest genug sitzplätze und aufgabenblätter sollten in einer klausur vorhanden sein, das ist wirklich nicht zu viel verlangt, oder würde einer der hier maulenden den ganzen tag vor seinem pc stehen weil kein stuhl da ist. immerhin zahlen studenten einen verwaltungsbeitrag.

meiner erfahrung nach treten auf beiden seiten fehler auf, beim lehrkörper ist es oft mangelnde motivation und selbstüberschätzung, bei den studenten faulheit.
der prof ist alt und vergesslich und der student mit 45 SWS überfordert! RÜCKSICHT!

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Jane Smith
Jane Smith (Nasrim) - 26.06.2012 09:12 Uhr

Der Prof. ist schuld - ja klar!

Lieber Jens Mühlenfeld,

das war ja nun ein richtiger Rundumschlag von Ihnen. Natürlich ist immer der Professor schuld, wenn man seine Klausur nicht vorbereitet! Und "Missmanagement" - ganz was Neues!

Offenbar hat Sie an dem Artikel doch einiges getroffen. Statt es persönlich zu nehmen sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken, was da in Ihnen angesprochen wird?!

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Tobias Müller

Vielen Dank :)

Vielen Dank für die erhellende Einsicht! Da wird einem doch einiges klarer. Ich habe auch in meinem eigenen Studium die Erfahrung gemacht, dass die Professoren, die am lautesten über die schlechten Leistungen der Studenten geklagt haben, diejenigen waren, die die schlechteste Lehre gemacht macht haben.

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Markus Windicus

Ohnein

Meine Güte! Das ist eine Karrikatur, darüber kann man nachdenken! Da braucht man keine Vorbereitung oder Klausurblätter. Und die Antwort kann man in der Straßenbahn schreiben. Die Verfehlungen der Studenten sind auf mangelndes Denkvermögen zurückzuführen, nichts weiter. Woher das kommt, darauf kann man nicht so einfach schließen, um Ihnen hier auch einmal recht zu geben :)

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Johanna Rath

Sehr geehrter Herr Mühlenfeld,

ohl unbeabsichtigt bestätigen Sie Prof. Kamphausen auf schönste Weise. Für die Interpretation einer Karikatur brauchen Studenten "Klausurvorbereitung"? Und ohne "Klausurblatt" können sie ihre Gedanken nicht zu Papier bringen?
Nichts für ungut,
J.R.

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Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Noel Merkel
Noel Merkel (leMerkel) - 25.06.2012 21:10 Uhr

Artikel gelesen?

Guten Abend,

beim Lesen dieses Artikels hatte ich keines Wegs das Gefühl der Diffamierung der Studenten. Eigentlich sehe ich sogar im Gegenteil gar keinen Vorwurf, der den Studenten gemacht wird, sondern viel mehr wird davor gewarnt, wohin der Weg, der den Studenten vorbestimmt ist, führt.
Aber auf der anderen Seite finde ich es nicht gerade passend sich im Kommentar zu diesem Artikel wirklich über fehlendes Lehrmaterial zu beschweren. Denn für mich ist gerade einer der Knackpunkte, dass die Intension des Studiums -nämlich als Anregung zum Selbststudium- heutzutage mehr und mehr vergessn geht.
Alles in allem frage ich mich dann natürlich, hat man den Artikel gelesen und verstanden, oder aber habe ich den Artikel falsch verstanden?

Mit freundlichen Grüßen,

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Joachim Nettelbeck

Intelligenz ist halt nicht beliebig vermehrbar

Wenn politisch gewollt ist, dass ein möglichst größer Teil eines Jahrgangs das Abitur macht, dann muss man selbstverständlich auch den Preis dafür bezahlen. Der besteht in einer drastischen Absenkung der Abitur-Anforderungen. Intelligenz ist eben nicht beliebig vermehrbar.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 25.06.2012 14:52 Uhr

Ein Produkt der Bologna-Reformen?

Oder hängt es vielleicht mit dem Fach Soziologie zusammen - denn inkohärenter und sprachlich schlechter als Adorno sind die vorliegenden Aussagen nicht :-)

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 10:52 Uhr
Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 26.06.2012 10:52 Uhr

die studenten trifft kein vorwurf

sondern regierung, medien, eltern, lehrer und schulsystem! denn genau diese gruppen versprechen allen das goldene vom himmel, können es aber nicht gewährleisten. es wird suggeriert mit abi könnte man sehr gut geld verdienen, aber kaum sind die stupiden auswendiglerner aus der schule raus, kommen sie an die uni und versagen gnadenlos. jetzt überlegen sich diese schuler was sie lieber studieren sollen und wählen ein fach bei dem man nichts verstehen muss, also kein mathe oder ähnliches.
nachdem jedes jahr mehr abiturienten generiert werden, da diese ja glücklich sind weil man mit abi geld verdienen kann, braucht es auch mehr mögliche studienplätze für diese. schafft man aber mehr studienplätze machen auch mehr menschen abschluss, haben mehr menschen einen BA sinkt in diesem fachgebiet der lohn, da es ein überangebot von arbeitern gibt. nun wird halt nicht mehr in der schule sortiert,sondern erst mit 25 nach dem studium. aber immerhin haben dann alle abi/bachelor und sind glücklich

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Petrus Aber
Petrus Aber (PetrusA) - 25.06.2012 21:42 Uhr

Ein Produkt der Halbbildung!

Mehr nicht, ihre Aussage, mit Hass gegen Reflektion vermischt, übrigens auch. Vielleicht denken Sie ja an Sätze, wie diese: "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht verstehen." Aber das ist leider ganz anders gemeint als Sie denken. Den Studenten ist kein Vorwurf zu machen, die haben sich einfach angepasst, es ist ein Kampf um einen Abschluss, um Selbsterhaltung letztendlich, den jener garantieren soll. Denken hingegen wäre Luxus.

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 25.06.2012 15:33 Uhr

offensive vermutung:

die problematik ist das fach soziologie, dass durch die bologna-reform auferstanden ist.

jetzt mal ehrlich, das thema bzw "fach" soziologie ist ja ganz interessant für einen abend am stammtisch, aber ganz sicher kein fachgebiet für ein studium. denn wo arbeiten denn soziologen? 48% als hausfrau, 2% in der wirtschaft und die restlichen 50% an universitäten um neue soziologen auszubilden....

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Ulrich Baare
Ulrich Baare (Zagreus) - 25.06.2012 13:50 Uhr

Fehlende Textstringenz

Sehr geehrter Herr Kamphausen,

Wohl stimme ich mit ihnen in der Grundfrage überein, die sie in den letzten beiden Sätzen formulieren, aber weder ergeben sich diese Fragen aus dem vorhergehenden Text, noch weisen sie die in ihren Fragen implizite Kritik an der momentanen Bildungsauffassung nach.
Insgesamt ist ihr Text leider noch nicht einmal stringend - sondern man ist darauf angewiesen, fehlende Aussagen zu erraten, die eigentlich wesentlich für ihren Argumentation sein sollten.
Sie schrieben:
"[Ich habe] die Studierenden gebeten, die obenstehende Karikatur von Greser & Lenz zu kommentieren. Dabei ging es mir darum festzustellen, ob junge Leute mit Abitur in der Lage sind, ein eigenständiges Urteil zu begründen."
Genau das ist erfolgt, wie sie an all ihren Beispielen verdeutlicht ist - was also soll ihr Einwand und welchen Schluss ziehen sie daraus. Denn die letzten Sätze sind keine argumentativen Schlussfolgerungen

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Christian Winter

Das hat man so bestellt, das wird jetzt so gegessen!

Wer Bildung auf Ausbildung reduziert und Schüler und Studenten nur noch möglich schnell mit einer entsprechenden Urkunde und ohne jegliche nachhaltigen Fähigkeiten auf den Arbeitsmarkt jagen möchte, damit die Wirtschaft zu ihren dringend notwendigen "Fachkräften" kommt, darf sich nicht darüber wundern, dass es zappenduster wird, sobald einmal über den Tellerrand hinaus geschaut werden soll.

Wie soll ein Schüler oder Student in Zeiten von "Abi in 12 Jahren" und Bologna denn noch vernünftig Bildung abseits des mit Gewalt in seinen Schädel geprügelten sogenannten Fachwissens erwerben? Der Tag hat nur 24 Stunden, schlafen muss man auch noch und nebenher möchte man vielleicht sein Leben auch noch ein bisschen genießen.

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