24.06.2012 · An den Universitäten herrscht eine große Hilflosigkeit vor Texten und ein Mangel an Urteilskraft. Das zeigen etwa die hier dokumentierten Versuche von Studenten, eine Karikatur zu verstehen.
Von Georg KamphausenRichtlinien für Lesermeinungen
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vielleicht sollte man anregen, für die hoffentlich irgendwann einmal wieder insgesamt klügere Nachwelt eine Datenbank des atmosphärisch induzierten Unsinns einzurichten, in der dann auch "Thomas Horse" und die Protokollpassage stehen könnten, "es sei verboten gewesen, keltische Städte zu betreten". Bei Bedarf ist noch mehr davon abrufbar!
Erstsemester in die Pfanne hauen
Der Autor schrieb, dass die Karikatur "in der Abschlussklausur zur
Vorlesung „Einführung in die Soziologie“" gezeigt
und von den Studenten interpretiert werden sollte. Liest man in diesem
Kontext die Antworten, so wird man feststellen, dass die Studenten
versuchen soziologische Thesen und Vokabular in die Interpretationen auf
Biegen und Brechen zu quetschen (Rational Choice, Modernisierung,
soziale Differenzierung, Herrschaftfsform).
Das passt natürlich nicht. Hier gibt es eine Differenz zwischen der
normativen Interpretation einer Karikatur, die zumeist selbst einen
normativen Claim hat, und der soziologischen Analyse.
Das kann nur schiefgehen. Vor allem bei Erstsemestern, die ihre erste
Klausur an der Universität schreiben. Die werden schön in die
Pfanne gehauen, wenn ihr, aus Sicht des Autors, misslungener Versuch
einer Interpretation dann auch noch als Aufhänger für
wachsende Ignoranz (wie auch immer man das quantitativ oder qualitativ
messen will) sein soll.
Wie wärs mit Klartext?
Das würde aber zunächst zum klaren Denken zwingen.
Nun mal halblang Herr Professor,
abverlangte Kurzkommentare dermassen zu bewerten ist meines Erachtens
ein wenig blauäugig. Immerhin psychologisch interessant wie Sie
Seminararbeiten und Ihre Ersteller beurteilen. Stellt sich wohl schnell
Frust ein. Rundumschläge von Personen mit emotionaler Intelligenz
sind dann häufig vorprogrammiert. Empfehlung: Schauen Sie sich mal
Ihre eigenen Arbeiten an. Irrationale Intelligenz? Wie dem auch sei, die
Karrrrikaaatuhrhaha empfand ich als pointiert bezeichnend. Wenig Worte
viel Aussage…!(aha kombiniert mit hahaha) eben konnotative
Signalsprache mit nachhaltigem Bedenkeffekt. Nur mal nebenbei: M.E.
unterstellen Greser & Lenz dem Lehrer nützliches diplomatisches
Denken. Zwei blaue Augen sind unter optischen Gesichtspunkten ziemlich
hinderlich; kann ich mir jedenfalls vorstellen. Wegen des zugrunde
gelegten Sachverhaltes wäre es ganz nützlich, Greser &
Lenz selbst zu befragen. Vielleicht lernen Sie etwas daraus.
Mit freundlichen Grüssen
Sapere aude
Die Interpretationsversuche der Studenten sehe ich keineswegs als
Zeichen abnehmender eigener Denkleistung. Vielmehr empfinde ich die
Aussage der Karikatur als vordergründig, ergo wenig fordernd
(sofern ich sie denn verstanden habe). Den "Fehler" der
Studenten sehe ich daher eher in der falschen (=zu hohen) Interpretation
der Ansprüche des Professors.
Den Studenten könnte demnach die offensichtliche Aussage der
Karikatur für eine Abschlussklausur als zu banal und nicht
leistungsgerecht vorgekommen sein. Mit ihren "kreativen"
Kommentaren versuchten sie verzweifelt, die Erwartungshaltung des
Bewertenden zu erfüllen, bzw. wenn möglich, zu
übertreffen. Dies gepaart mit dem Leistungsdruck hat dann
vermutlich zu den teils aberwitzigen Interpretationen geführt,
für die sich wohl selbst die Verfasser im Nachhinein schämen (?)
Würde man den Studenten selbige Karikatur ohne Notendruck
während eines Seminars vorlegen, würde das Ergebnis meines
Erachtens weitaus positiver ausfallen.
Herr Professor Kamphaus muss sich mit dieser Karikatur profilieren,
welche suggeriert, dass der Lehrer sich vor einem gewaltbereiten
Skinhead duckt, statt mit ihn mit Worten zu richten, ihn verteidigt , wo
es nichts zu verteidigen gibt.
Herr Kamphaus regt sich darüber auf, dass sich seine Studenten eine
solche verquere Meinung nicht zu eigen machen. Selbst dran schuld,
lernen Sie hinzu Herr Professor Kamphaus.
Auffassung des Artikels, verstehen wir den Text korrekt?
beim Lesen im Forum habe ich denselben Eindruck wie Herr Kamphausen scheinbar über seine Fachschaft. Nach meiner Auffassung stehen im Text zwei Urteile: 1. Unsere Unis werden zu sehr verschult. 2. Unsere Gesellschaft ist moralisch orientierungslos. Zu 1: Eine fragwürdige Entwicklung, die den Schwerpunkt auf verwertbares Humankapital legt, statt auf auf Bildung als individuelles Bedürfnis. Zu 2: In der Absicht, die Welt zu verbessern, erzeugten 68'er einen Relativismus, der ein moralisches Urteil erschwert. (Mit politisch motivierten Ausnahmen, möchte ich ergänzen, in denen Relativierung streng untersagt ist.)
zu Arnold Gehlen, letzter Absatz
kürzlich bei einer Diskussion über Emphatie gelesen.
"Ja, aber Grenzen kann man ja nur kennenlernen, wenn man immer
wieder auf der Landkarte hin und her geht und probiert, wo die Grenze
des einzelnen Menschen ist.
Das klappt mit langjährigen Freunden auch ganz gut, wo man sich
verbal die Köpfe einschlagen und trotzdem in den richtigen Momenten
die richtigen Dinge sagen wird.
Vielleicht liegt das mit der Empathielosigkeit daran, dass wir in Teilen
eine pseudohöfliche Heuchlergesellschaft haben, die eben die
Kompetenz, Verhaltensgrenzen durch ausloten zu finden, nicht lernt. Und
dann schlägt das Pendel wild aus."
So wie wäre es dann mal mit Ihrer Interpretation?!
So Herr Kamphausen,
wenn Ihre Studenten alle nicht in der Lage sind eine treffende
Interpretation zu verfassen, wie sieht es dann mit einer Interpretation
der Karikatur von Ihnen aus?
Immerhin könnte es ja sein, daß der Prof. bei der Auswahl der Studententexte mit Absicht die besonders hanebüchenen Interpretationen herausgegriffen und die zutreffenden Antworten unterdrückt hat. Sollte die Auswahl allerdings repräsentativ sein, müßte man der seit der Ära Kohl laufenden Verblödungsoffensive insbesondere der öffentlich- und privatrechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten einen durchschlagenden Erfolg bescheinigen.
Der Professor wollte mit der Auswahl der Karikatur wahrscheinlich ausdrücken, dass er vom Konzept der emotionalen Intelligenz nichts hält, denn im Klartext sagt der Herr mit der Kravatte der Mutter des Knaben direkt und dem Knaben indirekt, dass er denselben für strohdoof hält. Die emotionale Intelligenz des Knaben, wie die der Studenten, blockiert natürlich dessen und deren Verständnis. Die sind ganz offensichtlich nicht in der Lage das Konzept der emotionalen Intelligenz, nich das der sozialen Kompetenz zu hinterfragen.
1. Artikel (o. Bsp.) ist zwar inhaltlich gut u. verständlich, liest
sich aber schwer. Für besonders intelligent halte ich das nicht, so
zu schreiben. Eine Analyse mit klaren u. schnell nachvollziehbaren
sachl. Argumenten wäre gut.
2. Karikatur halte ich für ungeeignet, da vieles uneindeutig ist
(z.B. Vater od. Sohn, Nazi od. nur Glatze,..) u. so zu
Missverständnissen u. Irritationen führt.
3. Dass emotionale Intelligenz etwas mit dem Verprügeln zu tun
haben soll, ist m.E. sehr weit hergeholt bzw. sogar falsch. Klar,
Emotionen zum Ausdruck zu bringen ist häufig intelligent. Aber
hier?! Der Lehrer wollte wohl nur verhindern, dass er noch eins abbekommt.
Fazit: Es werden schnell Fehldeutungen erzeugt. Wie schon bemerkt, fehlt
eine Vergl.-gruppe. Text d. Sprechblase mindestens auf den ersten Blick
schwachsinnig. Intelligenz d. Stud. (übrigens bis 25 noch
zunehmend) lässt sich damit nicht testen, aber vlt. eine gewisse
Überheblichkeit mancher angeblich so sehr intelligenter
Erwachsener…
nicht zu schwierig, aber nicht eindeutig!
zum beispiel wird eine hohe emotionale intelligenz mit mangelnder
emotionaler kontrolle gleichgesetzt, genau das gegenteil von dem was sie schreiben!
ich finde die karikatur nicht zu schwer, sondern einfach nicht
differenziert genug, denn ist das nun der sohn oder der vater, der da
sitzt? m.e. der vater, denn ich glaube einen schnauzer zu erkennen.
ist es nicht sexistisch zu schreiben, nur die männliche jugend
hätte probleme mit den fehlenden grenzen? ich finde schon, denn die
gesamte jugend hat dieses problem, aber hier wird explizit die
körperliche gewaltätigkeit von jungs angesprochen, was jedoch
nicht heißt das mädels keine autoritätsprobleme haben.
da sind sie wirklich nicht mehr zeitgemäß...
sie vergessen aber auch die träumerei jedes elternteils, das meint
sein spross wäre die großartigste person der welt, wobei sie
nicht verkraften können, wenn das kind doch nur auf die realschule
kommt und sich lieber prügelt als denkt. also eine versagensangst
der eltern bei ihren kindern.
Überinterpretiert
Hallo Herr Goltz, die Fehldeutungen und Überinterpretationen sind nach dem Text kein Zeichen für mangelnde Intelligenz, sondern beweisen, dass die Studierenden nicht in der Lage waren, die Kernaussage der Karikatur zu erfassen. Der Lehrer hätte vor wenigen Dekaden zur Prügelstrafe gegriffen und der Schüler hätte Angst, der Schule verwiesen zu werden. Heute ist die Existenz unabhängig vom Schulabschluss gesichert und wir sind nicht mehr in der Lage, Probleme zu adressieren. Der prügelnde Junge hat vielleicht eine schwere Jugend? Er braucht Sozialarbeiter. Er braucht besondere Förderung. Wir loben seine Eigenschaften. Mit anderen Worten: Wir haben die autoritäre Erziehung zu sehr abgeschafft, so weit, dass wir keine Grenzen mehr erkennen können. Der Text handelt nun vom breiten Kontext der studentischen Interpretationen an der Hochschule und in der Gesellschaft.
Keine Karikatur ist ZU schwierig!
Es ist absurd wie hier versucht wird, der Karikatur den schwarzen Peter
zu zuschieben.
Es ist doch eindeutig, dass hier das Problem des Lehrers angesprochen
wird der Mutter sagen zu können, was mit ihrem Sohn los ist. Jemand
der zuschlägt, verfügt über keine EI. Die Mutter will es
aber nicht wahrhaben, der Sohn würde den Lehrer weiter bedrohen,
wenn dieser ihn konfrontiert und er selbst ist total überfordert.
Die Rolle des Lehrers ist es also, um die es hier geht. Und um die
Eltern / Mütter, die versagen. Sowie um eine männliche Jugend,
die keine Grenzen mehr kennt.
Die Herren Professoren sind nicht besser.
.
Wer schon einmal an einer Gremiensitzung teilnahm, in der über
Entwürfe von "Zukunfts-" und anderen Konzepten diskutiert
wurde, weiss das gut genug.
Ich kann die Kritik ehrlich gesagt nur in Teilen nachvollziehen.
Natürlich ist es für mich subjektiv nicht nachvollziehbar, was
manche sich manche Studenten bei der Interpretation gedacht haben.
Die Kulturkritik von Herrn Kamphausen zeigt allerdings auch eine gewisse
Arroganz, da er sich anmaßt die Richtigkeit der Antworten
beurteilen zu können. Die Interpretation der Karikatur kann streng
genommen nicht als objektiv richtig oder falsch bezeichnet werden.
Entscheidend ist hierbei nicht was die Karikatur nach Meinung des Autors
aussagen soll, sondern was der Interpretierende wahrnimmt. Kommt die
eigentlich gewollte Nachricht nicht richtig rüber, so ist das eher
ein Problem des Karikaturisten. Ich bin mir sicher, dass Herr Kamphausen
sich gut genug mit den gängigen Kommunikationstheorien auskennt, um
zu erkennen, welchen anmaßenden Unsinn er da eigentlich vom Stapel lässt.
Nein, Interpretationen sind nicht beliebig und nicht alle sind
gleichwertig. Man weiß zwar nie genau, was ein Künstler
denkt, aber manches ist eben naheliegender, begründbarer als
anderes. Der Erwartungshorizont verdeutlicht dies. Eine "gute"
Interpretation muss darauf eingehen, was mit großer
Wahrscheinlichkeit geschah:
1) Der Lehrer wurde von einem Schüler geschlagen.
2) Vor dem Lehrer sitzt die Mutter.
3) Besser: Vor dem Lehrer sitzt der Schüler (und nicht der Vater).
Bei der Interpretation muss erkannt werden:
1) Gewalt zeugt nicht von emotionaler Intelligenz.
2) Die Beschreibung der Gewalt als emotionale Intelligenz ist mindestens
euphemistisch. Hier muss erkannt werden, dass die Karikatur die
Euphemisierung kritisiert.
3) Besser: Der Schüler (Skinhead) symbolisiert einen
Rechtsradikalen. Der Lehrer färbt die Handlung schön, weil er
auf dem rechten Auge blind ist, bzw. durch den Rechtsradikalismus blind
wurde. Ironie: Sympathisanten leiden genauso unter Rechtsradikalen.
Im Studium denken oder Denken erlernen?
Ach quatsch, wozu? Sämtlichen Stoff hinein in den Kopf, auf die
leeren Klausurblätter herausspucken und wieder vergessen. 6
Semester, wenn gut dann 5. Warum auch denken? Was der Dozent sagt,
stimmt. Der Abschluss zählt.
Aus der Sicht eines Klausurteilnehmers.
Sehr geehrter Herr Professor Kamphausen,
vielleicht sollten Sie diesen konstruierten Zusammenhang zwischen
Qualität der Klausurergebnisse sowie der
Bologna-Reform/Verkürzung der gymnasialen Ausbildung noch einmal überdenken.
Ich selbst hatte das große Glück, in den Genuss eben Ihrer
Veranstaltung an der Universität Bayreuth zu sein. Und da Sie sich
das Recht herausnehmen, uns Studierende in aller Öffentlichkeit zu
diffamieren, zu zitieren und unsere Aubildung in Verruf zu bringen,
möchte ich meinen, dass ich als Bürger, der in Form von
Steuern und Studiengebühren Ihre Professur finanziert, auch meine
Erfahrungen teilen kann:
- In keiner anderen Veranstaltung wurde uns so schlechtes und so wenig
Lehrmaterial zur Verfügung gestellt. Es gab keine Klausurvorbereitung
- Eventuell stammen jene Fehlinterpretationen der Karikatur von den
zahllosen Studenten, die dank Ihres beispiellosen Missmanagements ihre
Klausur auf der Treppe sitzend und ohne eigenes Klausurblatt schreiben mussten.
MFG
Stoff für Neues
Ja so ist es, wenn der Bumerang zurückkommt.
Allein das Bild wie mehrere Studenten mit einem einzigen Aufgabenblatt
in einer Prüfung auf der Treppe sitzen und eine Karikatur
interpretieren, wäre eine Karikatur wert!
Liebe Kommentatoren, was ist denn das bitte für eine schwarz-weiß Malerei?
Dass früher in den Hochschulen (und auch sonst) alles besser war, haben wir schon in jener Veranstaltung in 90-minütigen Monologen erfahren. Sie finden es furchtbar, dass Studenten heute weniger zum eigenständigen Denken angeregt werden? Nunja, vielleicht erscheint uns das genauso schrecklich, dennoch ist es für uns nun mal schwer zu ändern. Doch dann treffen wir verschulte Studenten auf Herrn Kamphausen, das Relikt. Während andere Lehrkörper ihre Methoden anpassen, erfahren wir hier wohl die Lehre der ganz alten Schule: Konzeptlos, ohne Agenda und damit schwer zu verfolgen, ohne echte Literaturempfehlungen, Frontalunterricht. Overheadprojektor-Folien, die nicht zu entziffern sind. Letztendlich die Weigerung(!), das System zur Prüfungsanmeldung zu nutzen. Zitat angesichts des völlig überfüllten Prüfungssaals: "Wer von Ihnen war denn regelmäßig hier? Können die anderen nicht einfach gehen?" Wenn das der Gegenentwurf ist: Danke, nein! Die mäßige Klausur - das Zusammentreffen 2er Welten.
Berechtigte Kritik
Lieber Herr Mühlenfeld,
selbst Professor finde ich Ihre Kritik völlig angebracht. Die
geschilderten äußeren Rahmenbedingungen der Klausur sind
einfach unakzeptabel und vom Professor und seinen Mitarbeitern zu verantworten.
Und auch wenn es um eigenständige Leistungen der
Vorlesungsteilnehmer geht, ist ein Dozent in der Pflicht, Sie, die
Studierenden, angemessen auf die Prüfung vorzubreiten.
Für künftige Klausuren wünsche ich Ihnen und Ihren
Mitstudierenden eine stabile Sitzgelegenheit, ein eigenes Klausurenblatt
und vor allem viel Erfolg.
herr samwer
die kritik an mangelnden aufgabenblättern, also wenn sich manche
prüflinge ein aufgabenblatt teilen müssen, ist absolut
berechtigt. in manchen studiengängen sitzt man mindestens 4 meter
von jedem anderen studenten weg, damit nichts passiert und hier wird man
zur zusammenarbeit gezwungen und das ergebnis wäre bestimmt
rechtlich anfechtbar. die weitere kritik an den mangelnden
sitzmöglichkeiten in der klausur ist vollkommen notwendig! es ist
doch das mindeste einmal auf die liste zu schauen wieviel studierende
sich zur klausur angemeldet haben und einen ausreichend großen
raum oder gegenfalls 2 räume zu organisieren, aber vielleicht ist
das nur von ingenieuren zu verlangen...
der professor prangert das moderne studien-system an und zieht deshalb
bestimmt seinen alten, schon erstellten lehrplan durch.nur leider macht
das fast jeder prof,wodurch stundenleistungen von 45h in der woche
zusammenkommen, wobei aber pro vorlesung noch 2h vor-/nachbearbeitung
anfällt.wie soll das schaffbar sein?
Verschulte Klausurvorbereitungen
im Artikel steht, dass Ihr Professor die Verschulung der Hochschullandschaft kritisiert, und Ihnen fällt dazu nichts besseres ein, als Ihren Professor dafür zu kritisieren, dass er Ihnen für Ihre Klausur kein Material und keine Vorbereitung an die Hand gegeben hat? Mit Verlaub, Ihr Professor hat mein Mitleid...
bittebitte
bitte ein wenig toleranz und verständnis auf beiden seiten.
der prof schreibt über seinen kurs ohne diesen gefragt zu
haben(wenn ich das recht verstanden habe) und kritisiert hier
öffentlich seine studenten als galionsfigur für die heutigen
studenten, deren bildungsstand und leistungsbereitschaft.
der student kritisiert, als persönlich betroffener, die
bildungszustände unter dem verfassenden prof, was jeder student
oder ex student aus seiner ausbildung kennen sollte! also zumindest
genug sitzplätze und aufgabenblätter sollten in einer klausur
vorhanden sein, das ist wirklich nicht zu viel verlangt, oder würde
einer der hier maulenden den ganzen tag vor seinem pc stehen weil kein
stuhl da ist. immerhin zahlen studenten einen verwaltungsbeitrag.
meiner erfahrung nach treten auf beiden seiten fehler auf, beim
lehrkörper ist es oft mangelnde motivation und
selbstüberschätzung, bei den studenten faulheit.
der prof ist alt und vergesslich und der student mit 45 SWS
überfordert! RÜCKSICHT!
Der Prof. ist schuld - ja klar!
Lieber Jens Mühlenfeld,
das war ja nun ein richtiger Rundumschlag von Ihnen. Natürlich ist
immer der Professor schuld, wenn man seine Klausur nicht vorbereitet!
Und "Missmanagement" - ganz was Neues!
Offenbar hat Sie an dem Artikel doch einiges getroffen. Statt es
persönlich zu nehmen sollten Sie vielleicht mal darüber
nachdenken, was da in Ihnen angesprochen wird?!
Vielen Dank :)
Vielen Dank für die erhellende Einsicht! Da wird einem doch einiges klarer. Ich habe auch in meinem eigenen Studium die Erfahrung gemacht, dass die Professoren, die am lautesten über die schlechten Leistungen der Studenten geklagt haben, diejenigen waren, die die schlechteste Lehre gemacht macht haben.
Ohnein
Meine Güte! Das ist eine Karrikatur, darüber kann man nachdenken! Da braucht man keine Vorbereitung oder Klausurblätter. Und die Antwort kann man in der Straßenbahn schreiben. Die Verfehlungen der Studenten sind auf mangelndes Denkvermögen zurückzuführen, nichts weiter. Woher das kommt, darauf kann man nicht so einfach schließen, um Ihnen hier auch einmal recht zu geben :)
Sehr geehrter Herr Mühlenfeld,
ohl unbeabsichtigt bestätigen Sie Prof. Kamphausen auf
schönste Weise. Für die Interpretation einer Karikatur
brauchen Studenten "Klausurvorbereitung"? Und ohne
"Klausurblatt" können sie ihre Gedanken nicht zu Papier
bringen?
Nichts für ungut,
J.R.
Artikel gelesen?
Guten Abend,
beim Lesen dieses Artikels hatte ich keines Wegs das Gefühl der
Diffamierung der Studenten. Eigentlich sehe ich sogar im Gegenteil gar
keinen Vorwurf, der den Studenten gemacht wird, sondern viel mehr wird
davor gewarnt, wohin der Weg, der den Studenten vorbestimmt ist, führt.
Aber auf der anderen Seite finde ich es nicht gerade passend sich im
Kommentar zu diesem Artikel wirklich über fehlendes Lehrmaterial zu
beschweren. Denn für mich ist gerade einer der Knackpunkte, dass
die Intension des Studiums -nämlich als Anregung zum Selbststudium-
heutzutage mehr und mehr vergessn geht.
Alles in allem frage ich mich dann natürlich, hat man den Artikel
gelesen und verstanden, oder aber habe ich den Artikel falsch verstanden?
Mit freundlichen Grüßen,
Intelligenz ist halt nicht beliebig vermehrbar
Wenn politisch gewollt ist, dass ein möglichst größer Teil eines Jahrgangs das Abitur macht, dann muss man selbstverständlich auch den Preis dafür bezahlen. Der besteht in einer drastischen Absenkung der Abitur-Anforderungen. Intelligenz ist eben nicht beliebig vermehrbar.
Ein Produkt der Bologna-Reformen?
Oder hängt es vielleicht mit dem Fach Soziologie zusammen - denn inkohärenter und sprachlich schlechter als Adorno sind die vorliegenden Aussagen nicht :-)
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 10:52 Uhrdie studenten trifft kein vorwurf
sondern regierung, medien, eltern, lehrer und schulsystem! denn genau
diese gruppen versprechen allen das goldene vom himmel, können es
aber nicht gewährleisten. es wird suggeriert mit abi könnte
man sehr gut geld verdienen, aber kaum sind die stupiden auswendiglerner
aus der schule raus, kommen sie an die uni und versagen gnadenlos. jetzt
überlegen sich diese schuler was sie lieber studieren sollen und
wählen ein fach bei dem man nichts verstehen muss, also kein mathe
oder ähnliches.
nachdem jedes jahr mehr abiturienten generiert werden, da diese ja
glücklich sind weil man mit abi geld verdienen kann, braucht es
auch mehr mögliche studienplätze für diese. schafft man
aber mehr studienplätze machen auch mehr menschen abschluss, haben
mehr menschen einen BA sinkt in diesem fachgebiet der lohn, da es ein
überangebot von arbeitern gibt. nun wird halt nicht mehr in der
schule sortiert,sondern erst mit 25 nach dem studium. aber immerhin
haben dann alle abi/bachelor und sind glücklich
Ein Produkt der Halbbildung!
Mehr nicht, ihre Aussage, mit Hass gegen Reflektion vermischt, übrigens auch. Vielleicht denken Sie ja an Sätze, wie diese: "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht verstehen." Aber das ist leider ganz anders gemeint als Sie denken. Den Studenten ist kein Vorwurf zu machen, die haben sich einfach angepasst, es ist ein Kampf um einen Abschluss, um Selbsterhaltung letztendlich, den jener garantieren soll. Denken hingegen wäre Luxus.
offensive vermutung:
die problematik ist das fach soziologie, dass durch die bologna-reform
auferstanden ist.
jetzt mal ehrlich, das thema bzw "fach" soziologie ist ja ganz
interessant für einen abend am stammtisch, aber ganz sicher kein
fachgebiet für ein studium. denn wo arbeiten denn soziologen? 48%
als hausfrau, 2% in der wirtschaft und die restlichen 50% an
universitäten um neue soziologen auszubilden....
Sehr geehrter Herr Kamphausen,
Wohl stimme ich mit ihnen in der Grundfrage überein, die sie in
den letzten beiden Sätzen formulieren, aber weder ergeben sich
diese Fragen aus dem vorhergehenden Text, noch weisen sie die in ihren
Fragen implizite Kritik an der momentanen Bildungsauffassung nach.
Insgesamt ist ihr Text leider noch nicht einmal stringend - sondern man
ist darauf angewiesen, fehlende Aussagen zu erraten, die eigentlich
wesentlich für ihren Argumentation sein sollten.
Sie schrieben:
"[Ich habe] die Studierenden gebeten, die obenstehende Karikatur
von Greser & Lenz zu kommentieren. Dabei ging es mir darum
festzustellen, ob junge Leute mit Abitur in der Lage sind, ein
eigenständiges Urteil zu begründen."
Genau das ist erfolgt, wie sie an all ihren Beispielen verdeutlicht ist
- was also soll ihr Einwand und welchen Schluss ziehen sie daraus. Denn
die letzten Sätze sind keine argumentativen Schlussfolgerungen
Das hat man so bestellt, das wird jetzt so gegessen!
Wer Bildung auf Ausbildung reduziert und Schüler und Studenten nur
noch möglich schnell mit einer entsprechenden Urkunde und ohne
jegliche nachhaltigen Fähigkeiten auf den Arbeitsmarkt jagen
möchte, damit die Wirtschaft zu ihren dringend notwendigen
"Fachkräften" kommt, darf sich nicht darüber
wundern, dass es zappenduster wird, sobald einmal über den
Tellerrand hinaus geschaut werden soll.
Wie soll ein Schüler oder Student in Zeiten von "Abi in 12
Jahren" und Bologna denn noch vernünftig Bildung abseits des
mit Gewalt in seinen Schädel geprügelten sogenannten
Fachwissens erwerben? Der Tag hat nur 24 Stunden, schlafen muss man auch
noch und nebenher möchte man vielleicht sein Leben auch noch ein
bisschen genießen.