Der Softwarekonzern Microsoft und der finnische Handyhersteller Nokia haben eine neue Initiative gestartet, um einen ihrer Schwachpunkte im Geschäft mit internetfähigen Handys (Smartphones) wettzumachen: Die beiden Unternehmen wollen zusammen 18 Millionen Euro in ein Universitätsprogramm zur Entwicklung von Softwareanwendungen oder Applikationen (“Apps“) für Smartphones investieren. Die Konzerne hoffen, dass aus diesem „App Campus“ an der finnischen Aalto-Universität Gründerunternehmen hervorgehen, die Applikationen für Smartphones mit der Microsoft-Software „Windows Phone“ entwickeln.
Für Windows Phone sind heute viel weniger Applikationen verfügbar als für die dominierenden Handy-Plattformen von Apple und Google. Microsoft und Nokia haben sich vor rund einem Jahr verbündet, um ihren Bedeutungsverlust im Handymarkt aufzuhalten. Es wurde vereinbart, dass Nokia einen großen Teil seiner Smartphones künftig mit Windows Phone ausstattet. Im Herbst brachte Nokia die ersten Smartphones der Produktreihe Lumia mit der Microsoft-Software auf den Markt. Bis zum Jahresende hat Nokia nach eigenen Angaben eine Million Lumia-Smartphones verkauft.
Microsoft will den Rückstand auf Apple und Google verkürzen
Das verblasst neben den großen Wettbewerbern: So hat Apple im Schlussquartal 2011 mehr als 37 Millionen iPhones abgesetzt. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner hatten Geräte mit Software von Microsoft am Smartphone-Markt der Welt im vierten Quartal 2011 einen Anteil von 1,9 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Smartphones mit der Google-Software Android kamen in diesem Zeitraum auf 50,9 Prozent und das iPhone auf 23,8 Prozent. Als wichtiges Erfolgskriterium im Markt gilt das Angebot an Apps, und hier hat Microsoft einen Rückstand auf die Wettbewerber, der mit der nun angekündigten Universitätsinitiative verkürzt werden soll.
Für Windows Phone sind derzeit rund 70 000 Applikationen verfügbar. Dagegen hat Apple insgesamt 550 000 Apps für sein iPhone und den Tabletcomputer iPad, für Android gibt es mehr als 400 000 Apps. Das Manko von Windows Phone liegt nicht nur in der bloßen Quantität der Apps, sondern es fehlen auch populäre Titel. Das Fehlen wichtiger Apps könnte viele Verbraucher vom Kauf eines Windows-Geräts abhalten. Umgekehrt fehlt angesichts des geringen Marktanteils von Windows-Handys für viele App-Entwickler ein Anreiz, Programme für die Microsoft-Plattform zu entwickeln. Nach einer Erhebung von IDC und des App-Spezialisten Appcelerator unter Softwareentwicklern bekundeten 89 Prozent der Befragten Interesse, Programme für Apple-Produkte zu kreieren. Aber nur 37 Prozent zeigten Interesse, Apps für Windows Phone zu entwickeln.
Diesmal wohl nicht
Jens Decker (dej05093)
- 27.03.2012, 20:05 Uhr
Warum Windows Phone?
Dr. Andreas Frick (Hephaistos)
- 27.03.2012, 16:18 Uhr
