Home
http://www.faz.net/-gyl-6yqmz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Softwarebranche Der Kampf um App-Entwickler

Ein „App Campus“ soll dem „Windows Phone“ Auftrieb bringen. An einer finnischen Hochschule wollen Microsoft und Nokia Informatikstudenten fördern und sich neue Ideen sichern.

© AFP Vergrößern Für das Nokia Lumia 900 und andere „Windows Phones“ gibt es noch zu wenige Apps.

 Der Softwarekonzern Microsoft und der finnische Handyhersteller Nokia haben eine neue Initiative gestartet, um einen ihrer Schwachpunkte im Geschäft mit internetfähigen Handys (Smartphones) wettzumachen: Die beiden Unternehmen wollen zusammen 18 Millionen Euro in ein Universitätsprogramm zur Entwicklung von Softwareanwendungen oder Applikationen (“Apps“) für Smartphones investieren. Die Konzerne hoffen, dass aus diesem „App Campus“ an der finnischen Aalto-Universität Gründerunternehmen hervorgehen, die Applikationen für Smartphones mit der Microsoft-Software „Windows Phone“ entwickeln.

Für Windows Phone sind heute viel weniger Applikationen verfügbar als für die dominierenden Handy-Plattformen von Apple und Google. Microsoft und Nokia haben sich vor rund einem Jahr verbündet, um ihren Bedeutungsverlust im Handymarkt aufzuhalten. Es wurde vereinbart, dass Nokia einen großen Teil seiner Smartphones künftig mit Windows Phone ausstattet. Im Herbst brachte Nokia die ersten Smartphones der Produktreihe Lumia mit der Microsoft-Software auf den Markt. Bis zum Jahresende hat Nokia nach eigenen Angaben eine Million Lumia-Smartphones verkauft.

Microsoft will den Rückstand auf Apple und Google verkürzen

Das verblasst neben den großen Wettbewerbern: So hat Apple im Schlussquartal 2011 mehr als 37 Millionen iPhones abgesetzt. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner hatten Geräte mit Software von Microsoft am Smartphone-Markt der Welt im vierten Quartal 2011 einen Anteil von 1,9 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vorjahr. Smartphones mit der Google-Software Android kamen in diesem Zeitraum auf 50,9 Prozent und das iPhone auf 23,8 Prozent. Als wichtiges Erfolgskriterium im Markt gilt das Angebot an Apps, und hier hat Microsoft einen Rückstand auf die Wettbewerber, der mit der nun angekündigten Universitätsinitiative verkürzt werden soll.

Für Windows Phone sind derzeit rund 70 000 Applikationen verfügbar. Dagegen hat Apple insgesamt 550 000 Apps für sein iPhone und den Tabletcomputer iPad, für Android gibt es mehr als 400 000 Apps. Das Manko von Windows Phone liegt nicht nur in der bloßen Quantität der Apps, sondern es fehlen auch populäre Titel. Das Fehlen wichtiger Apps könnte viele Verbraucher vom Kauf eines Windows-Geräts abhalten. Umgekehrt fehlt angesichts des geringen Marktanteils von Windows-Handys für viele App-Entwickler ein Anreiz, Programme für die Microsoft-Plattform zu entwickeln. Nach einer Erhebung von IDC und des App-Spezialisten Appcelerator unter Softwareentwicklern bekundeten 89 Prozent der Befragten Interesse, Programme für Apple-Produkte zu kreieren. Aber nur 37 Prozent zeigten Interesse, Apps für Windows Phone zu entwickeln.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Software-Pionier Microsoft streicht bis zu 18.000 Stellen

Es ist der größte Arbeitsplatz-Abbau in der Geschichte des Konzerns: Microsoft kürzt bis zu 18.000 Stellen. Besonders dürfte das die Tochtergesellschaft Nokia treffen. Mehr

17.07.2014, 14:24 Uhr | Wirtschaft
Nokia Lumia 930 im Test Das Foto-Smartphone des Jahres

Zeig mir deine Megapixel: Ist das Nokia Lumia 930 noch ein Telefon oder schon eine Kamera? Eines steht jedenfalls fest. Es ist das derzeit beste Windows Phone. Mehr

15.07.2014, 12:43 Uhr | Technik-Motor
Kochapps Das Kochbuch aus der Mikrowelle

Nicht nur Essen für Singles gibt es aus der Mikrowelle. Auch wer selbst zum Kochbuch greift, wird im Mikrowellenbereich fündig: Apps bringen Kochvergnügen aufs Smartphone-Display. Download genügt. Mehr

12.07.2014, 10:41 Uhr | Lebensstil
Stellensuche
Was
Wo