25.02.2012 · Immer mehr Ingenieure und Ökonomen bereiten sich in privaten Repetitorien auf ihre Prüfungen vor. Professoren beklagen, dass es dort nur ums Bestehen und nicht ums Verstehen geht.
Von Birgitta vom LehnRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Die Aussage im letzten Absatz des Artikels kann ich nur unterstreichen.
Ich habe (ohne Ausnahme) immer gute Erfahrungen damit gemacht, bei
meinen damaligen Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern einfach
mal an der Tür zu klopfen und zu fragen. Oft hat man sich da
richtig gefreut, dass mal jemand vorbei kommt (z.T. gab es auch einen
Kaffee!). Und gelegentlich hörten die Herren gar nicht mehr auf zu
reden und zu erklären. Also nur Mut. Dafür werden die (auch) bezahlt!
"Dem Kern" habe ich vor rd. 25 Jahren mit großen Erfolg
gelauscht. Ausgewählte Schlüsselworte eröffneten uns
Welten. Plötzlich verstand man die Physik, die Mechanik und andere
Fächer. Jahre später habe ich selbst erfolgreich Mathematik-
und Physik-Nachhilfe an Bekannte geben können. Herr Dr. Kern, wenn
Sie das hier lesen, ich danke Ihnen.
Kerns Angewohnheiten ("Herr-schaft-ten", begleitet vom
Bleistiftklopfen auf dem Pult, wenn's unruhig war) und Kommentare
("Tun Sie dies (...) nicht in der Klausur. Tun Sie's doch, erhalten
Sie volle null Punkte") waren bei uns Legende. Schön zu
hören, daß es den alten Pfarrsaal in der Trichtergasse?
anscheinend immer noch gibt :).
Abgesehen davon ist natürlich jeder ein anderer Lerntyp und
muß für sich entscheiden, wie er sein Ziel erreicht. Trotz
Reps ging es auch bei uns nicht ohne ausdauerndes Pauken ab. Neben dem
schierem Verstehen der Materie ist das Aneignen eines Erfahrungsschatzes
an gelösten Problemen unerlässlich.
Ich gebe zu: Die folgenden Ausführungen sind zu pauschal und durchaus polemisch. Beides halte ich angesichts der Zustände an den "höchsten deutschen Bildungsinsitutionen" allerdings für sehr angemessen. "Professoren beklagen, daß es nicht ums Verstehen geht". - Wie schön! Sind dies die selben Professoren, die der Einführung der Bachelor-Bulimie-Studiengänge den Verwaltungen in den Universitäten und "Kultusministerien" nicht nur nichts entgegengesetzt, sondern teilweise gar devot zugearbeitet haben? Die der Lüge der Politik, "Bologna" erzwinge den "Bachelor"-Abschluß nichts entgegengesetzt haben? Warum überhaupt "verstehen"? Das Nichtverstehen wird doch frühzeitig antrainiert. Ganz wichtig, in einer "Wissensgesellschaft" nach 12 Jahren die "Reifeprüfung" abzulegen um mit 17,5, unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten an der Universität eingeschrieben zu werden. Daß Verstehen Zeit benötigt, hat sich jedenfalls in Kultusministerien noch nicht herumgesprochen. Verstehen - wozu überhaupt?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2012 12:44 UhrProfessoren in Schutz nehmen
Bei der Durchführung der Reform haben zumindesten die Professoren
die ich persönlich mitbekommen haben deutlich die reduzierung des
Umfanges beklagt und dafür gesorgt, dass die Studenten freiwillig
mehr Lernen durften.
.
Ich denke dass diese Form der Öffentlichkeit ein Hilfeschrei ist
der verdeutlicht, dass die Professoren nicht die organisatorischen
Möglichkeiten haben um gegen die Degradierung von Studieninhalten anzugehen.
1000 Studenten pro Vorlesung?!
und ich dachte die Studienbediungung hätten sich mittlerweile verbessert. Da wäre es wohl besser, man würde die Vorlesung aufzeichnen und ins Netz stellen.Wenigstens könnte man dann zu Hause ohne die Geräusche der anderen 999 lernen und Pausen machen, wenn man etwas nicht versteht. Das sich die Professoren dann noch über die Repetitorien wundern, wundert mich.