26.07.2007 · Nur die Vorstände der führenden 100 Unternehmen haben in den vergangenen Jahren satte Gehaltserhöhungen kassiert. Der Großteil der deutschen Vorstände befindet sich im Gleichschritt mit dem allgemeinen Lohn- und Gehaltsniveau.
Nur die Vorstände der führenden 100 Unternehmen haben in den vergangenen Jahren satte Gehaltserhöhungen kassiert. Der Großteil der deutschen Vorstände befindet sich im Gleichschritt mit dem allgemeinen Lohn- und Gehaltsniveau, besagt eine Vergütungsstudie der Managementberatung Kienbaum.
Dabei wurde die Gehaltsentwicklung der Vorstände von 1400 Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren geprüft. Starke Zuwächse bei der Vergütung beschränkten sich auf die "Top 100" mit mehr als fünf Milliarden Euro Jahresumsatz. Hier seien die Gehälter der Vorstandsmitglieder von 1976 bis 2005 durchschnittlich auf das 8-Fache gestiegen, von durchschnittlich 225 000 Euro auf 1,8 Millionen Euro. Das bedeute eine durchschnittliche jährliche Steigerung von rund 7,45 Prozent. Dagegen betrage der Zuwachs bei den Vorstandsbezügen der restlichen Unternehmen im gleichen Zeitraum vergleichsweise moderate 4,25 Prozent im Jahr, von 132 000 Euro auf 440 000 Euro.
„Debatte zu emotional geprägt“
"Die Debatte um zu hohe Vorstandsgehälter ist zu emotional geprägt", sagte Kienbaum-Geschäftsführer Alexander von Preen. Die Gehaltsentwicklung der Vorstände über sämtliche Unternehmen hinweg befinde sich im Gleichklang mit der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung von durchschnittlich 4,15 Prozent im Jahr. Die gehaltsmäßige Abkoppelung der führenden 100 Unternehmen vom Rest des Marktes erkläre sich damit, dass die Aufgaben der Vorstände komplexer geworden seien. Außerdem würden ihre Gehälter an internationale Standards angeglichen. "Die Verbindung von Vergütung und langfristiger Wertentwicklung kommt in deutschen Konzernvorständen allerdings nach wie vor zu kurz", sagte von Preen.
Einen Sprung machten die Vorstandsgehälter in den Top-100-Unternehmen erst Ende der neunziger Jahre. Zuvor wuchsen die Einkommen dieser Vorstände nur unwesentlich schneller als in anderen Unternehmensklassen. Mit der Zeit hat sich auch der Abstand zu leitenden Angestellten vergrößert. Das Verhältnis betrug in den Top-100-Unternehmen lange 6:1, heute liegt es bei 15:1.